LinkedIn-Gründer im Interview

"Open BC hat den Weg für uns bereitet"

26.02.2007
Von Simon Hage

Hätte sich Xing also lieber auf den deutschen Heimatmarkt konzentrieren sollen statt eine globale Strategie einzuschlagen?

Nein, ich denke, dass eine Expansion notwendig ist. Wenn Xing ein rein deutsches Netzwerk aufbaut, dann wird es langfristig scheitern. Lars Hinrichs hat selbst in Interviews gesagt: Auf die lange Sicht wird eine einzige Plattform in diesem Markt dominant sein. Jeder beteiligt sich an dem Netzwerk, das die meisten und die besten Kontakte hat.

Dazu ist eine globale Strategie notwendig, denn Business ist heutzutage international. Viele Deutsche arbeiten für ausländische Unternehmen, die in Deutschland ansässig sind - oder für deutsche Firmen, die Dependancen, Kunden oder Partner im Ausland haben. Insofern wird sich ein rein deutsches Netzwerk langfristig nicht halten können.

Sie haben den Netzwerkeffekt beschrieben - Nutzer schließen sich langfristig der größeren Community an. Wäre es daher nicht viel effizienter, wenn LinkedIn und Xing sich von vornherein vereinigten?

Es kommt darauf an, ob die Notwendigkeit bestehen wird. Bislang haben Netzwerke sich nicht gegenseitig aufgekauft. Ich denke, dass es für uns wesentlich effizienter ist, in Deutschland organisch zu wachsen, als Zukäufe zu machen. Wenn man jedoch sehr schnell in einen Markt eindringen will, macht es Sinn, über eine Akquisition nachzudenken. Es hängt letztlich davon ab, wie sich der Preis der Open Business Club AG an der Börse entwickelt.

Bei welchem Preis würden Sie zuschlagen?

Bei 30 Millionen Euro würde sich ein Kauf auf jeden Fall lohnen.

In der Vergangenheit zeigten Sie bereits Interesse an Open BC. Es gab Gespräche zwischen Lars Hinrichs und Ihnen.

Es gab Gespräche, es ging aber nicht speziell um eine Übernahme. Wir haben uns zunächst einmal gegenseitig kennengelernt.

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