LinkedIn-Gründer im Interview

"Open BC hat den Weg für uns bereitet"

26.02.2007
Von Simon Hage

Eine Kooperation - in welcher Form auch immer - schließen Sie jedenfalls nicht aus?

Ausschließen würde ich grundsätzlich nie etwas. Wir haben schließlich eine Marktsituation, in der der Gewinner letztlich die breite Masse der Nutzer auf sich vereinigen wird - einen "Winner-takes-it-all"-Markt.

Das heißt, nur einer kann überleben?

Ganz so einfach ist es nicht. Langfristig wird sicherlich nur ein großer Anbieter existieren, der kleinere kann dann aber zumindest eine Nische besetzen - etwa als Business-Portal für einen bestimmten Industriezweig. Es wird nie einen Markt geben, in dem ein einzelner Anbieter 100 Prozent besitzt.

Das gilt auch für andere Branchen. Neben MicrosoftMicrosoft existiert auch Apple, neben Ebay gibt es auch Auktionen bei AmazonAmazon oder bei Yahoo . Deshalb wird es außer uns auch immer noch andere Business-Netzwerke geben. Der Größenunterschied zum nächstgrößten Wettbewerber, gemessen in Mitgliedern, wird jedoch im Bereich 10:1 liegen. Alles zu Amazon auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de

LinkedIn ist also ohnehin der größte Anbieter. Welches Ziel verfolgen Sie dann mit Ihrer Expansion nach Deutschland? Wollen Sie Xing verdrängen?

Wir wollen unsere Marktführerschaft ausbauen und in Ländern wie Frankreich oder Deutschland, wo es lokale Konkurrenten gibt, stärker werden. Unser Wachstum wird teilweise sicherlich auf Kosten anderer Netzwerke geschehen. Ein User, der zu uns kommt, wird jedoch nicht unbedingt sein Profil bei Xing löschen. Vielleicht wird er aber künftig auf die Premium-Mitgliedschaft dort verzichten. Ein Großteil des Wachstums wird auch aus anderen Bereichen kommen. Beispielsweise ist LinkedIn bei Frauen wesentlich beliebter. 45 Prozent unserer Mitglieder sind Frauen.

Woran liegt das?

Frauen fühlen sich bei LinkedIn wohler, weil es hier ausschließlich um rein berufliche Dinge geht. Da wir auf Fotos gänzlich verzichten, gibt es keinerlei Versuche der Anbändelung. LinkedIn versteht sich nicht als Community, sondern als Utility - also als rein nutzwertiges Programm.

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