LinkedIn-Gründer im Interview

"Open BC hat den Weg für uns bereitet"

26.02.2007
Von Simon Hage

LinkedIn schreibt seit März schwarze Zahlen. Können Sie Ihren Gewinn beziffern?

Da wir ein privates Unternehmen sind, das noch nicht an der Börse ist, brauchen wir darüber keine Auskunft zu geben. Die Zahlen werden wir dann später einmal verkünden, wie das im Vorfeld eines Börsengangs üblich ist.

Wie bitte? Sie wollen also doch an die Börse?

Unsere Risikokapitalgeber wollen natürlich irgendwann ihre Investitionen wieder zurückbekommen. Bis zu einem Börsengang werden aber sicherlich ein bis zwei Jahre vergehen. Unser vorrangiges Unternehmensziel ist es, einen Umsatz von 100 Millionen Dollar zu erreichen. Das werden wir voraussichtlich 2008 schaffen. Erst danach werden wir über einen Börsengang nachdenken.

Wie finanziert sich LinkedIn?

Wir haben ein Geschäftsmodell, das aus vier Säulen besteht: Werbung, Premium-Mitgliedschaften, transaktionsbasierter Umsatz - dazu gehören Marktplätze für Dienstleister und Stellenanzeigen - sowie Firmenkunden.

Den größten Umsatzanteil machen die Erträge aus Premium-Mitgliedschaften aus. Wir erhalten von einem Premium-Mitglied im Jahr durchschnittlich 300 Dollar - mehr als vier Mal so viel wie Xing. Das liegt an der Größe unseres Netzwerks.

Doch auch Firmenkunden bringen uns jedes Jahr sechsstellige Beträge ein. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Geschäftskunden von 50 auf 300 gestiegen. Unternehmen wie Sony, Wal-Mart , Microsoft oder Ebay nutzen LinkedIn für ihre Personalrekrutierung. Um dieses Geschäft auch in Deutschland auszubauen, brauchen wir hier lokale Vertriebspersonen.

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