Hochkonjunktur für Freiberufler-Vermittler

Personaldienstleister profitieren von vielen Digitalisierungsprojekten

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Die von der Digitalisierung ausgelöste Hochkonjunktur im IT-Sektor hält an. Davon profitieren die Personaldienstleister. Die Marktführer konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr durchschnittlich um 12,9 Prozent steigern.

Für 2018 sind die Personaldienstleister ebenfalls optimistisch, rechnen aber mit einem etwas geringeren Wachstum von 11,2 Prozent. Das zeigen Auswertungen der ­aktuellen Lünendonk-Studie "Der Markt für Rekrutierung, Vermittlung und Steuerung von IT-Freelancern in Deutschland".

Große Anwender nutzen Freiberuflerbörsen

Der Markt im Jahr 2017, der durch die Umsätze aller IT-Freelancer in Deutschland definiert wird, wuchs nach Schätzungen der ­Lünendonk & Hossenfelder GmbH um 8,9 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Die Personaldienst­leister profitieren gleich doppelt vom hohen Projekt- und Personalbedarf der Unternehmen in Deutschland.

So vertrauen vor allem große Anwenderunternehmen für die Besetzung ihrer ProjekteProjekte immer mehr auf externe Partnerschaften - das gilt sowohl für IT-FreelancerIT-Freelancer als auch für IT-Experten auf Basis von Arbeitnehmerüberlassung. Zudem werden die Anbieter aufgrund ihrer Rekrutierungsstärke sukzessive auch für andere Aufgaben wie etwa Personalvermittlung eingesetzt. Alles zu Freiberufler auf CIO.de Alles zu Projekte auf CIO.de

Hartmut Lüerßen, Lünendonk & Hossenfelder: "Das Marktwachstum könnte größer sein. Die hohe Auslastung im Freelancer-Markt und die fehlenden IT-Experten hemmen das Wachstum."
Hartmut Lüerßen, Lünendonk & Hossenfelder: "Das Marktwachstum könnte größer sein. Die hohe Auslastung im Freelancer-Markt und die fehlenden IT-Experten hemmen das Wachstum."
Foto: Lünendonk

"Das Marktwachstum könnte größer sein", ana­lysiert Hartmut LüerßenHartmut Lüerßen, Partner von Lünendonk & Hossenfelder, die Entwicklungen. "Die hohe Auslastung im Freelancer-Markt und die fehlenden IT-Experten hemmen das Wachstum." Weil die Vermittler über ihre Kanäle deut­lich mehr IT-Freelancer erreichen und auch bei der Einhaltung von Compliance-Anforderungen helfen könnten, habe sich die indirekte Beauftragung, also die über einen Dienstleister, zum bevorzugten Modell entwickelt. Profil von Hartmut Lüerßen im CIO-Netzwerk

IT-Freelancer arbeiten überwiegend in Projekten von Anwenderunternehmen, nicht selten aber auch in großen IT-Beratungshäusern, wo sie vorhandene Teams ergänzen. 2017 lag der Umsatzanteil mit Anwenderunternehmen bei 71,3 Prozent und der mit IT-Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmen bei 21,4 Prozent. Weitere 7,3 Prozent ihrer Umsätze erwirtschafteten die Freelancer-Agenturen mit Softwareunternehmen.

"Durch die Regulierung zur Arbeitnehmerüber­lassung im Jahr 2017, die auch andere Vertragsformen beeinflusst, hat sich der Dokumentations- und Prüfungsaufwand bei der Vergabe und der Projektumsetzung erhöht. Der Flexibilisierungsbedarf der Wirtschaft lässt sich jedoch nicht wegregulieren", erläutert Lüerßen. Auf die neuen Rahmenbedingungen seien die Anbieter jedoch gut vorbereitet gewesen, so dass sie trotzdem dynamisch wachsen konnten: "Sowohl die Einkaufsorganisationen großer Anwenderunternehmen als auch die Anbieter haben vorbereitend in Kompetenzen und Prozesse investiert."

Besonders gefragte Kompetenzen

Für die Digitalisierungsprojekte suchen die Auftraggeber besonders IT-Freelancer mit Kom­petenzen in den Themen Cloud-Services, Digitalisierung und agile Methoden wie DevOps und Scrum. Beim Oberbegriff Digitalisierung geht es laut Lüerßens Beobachtung vor allem auch darum, ein übergreifendes Verständnis in die Projekte einzubringen: "Die Notwendigkeit für disziplinübergreifende Lösungen hat deutlich zugenommen." Ebenfalls stark gefragt ­seien Cybersecurity-Kompetenzen, außerdem Exper­ten für Mobile Business/Apps sowie Business Analytics.

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