Projektmanagement


Gehälter im Projektmanagement

Projektmanager verdienen 82.700 Euro

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Projektmanager erhalten im Schnitt 82.700 Euro pro Jahr. Das belegt eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM). Erfahrung, Qualifikationen und die richtige Branche zahlen sich aus.
  • Die Spanne des Jahresgesamtgehalts deutscher Projektmanager reicht von 56.000 bis 119.000 Euro.
  • Zertifizierte Scrum-Master kommen auf 91.500 Euro.
  • Projektmanager befürchten eine Überforderung digital weniger versierter Mitarbeiter.
  • Projekte werden durch die Digitalisierung weder kürzer noch kostengünstiger.

Das Einkommen deutscher Projektmanager hängt von Faktoren wie Berufserfahrung, Verantwortung und Zertifikaten ab. Daher reicht die Spanne des Jahresgesamtgehalts von 56.000 bis 119.000 Euro. Im Schnitt verdienen sie, über alle Branchen hinweg, 82.700 Euro. Das dokumentiert die Studie "GehaltGehalt und KarriereKarriere im ProjektmanagementProjektmanagement in Deutschland und Österreich", die die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM) in Kooperation mit der EBS Universität für Wirtschaft und Recht und mit Unterstützung der PMA (Projekt Management Austria) durchgeführt hat. Alles zu Gehalt auf CIO.de Alles zu Karriere auf CIO.de Alles zu Projektmanagement auf CIO.de

Was Projektmanager verdienen, hängt auch von der Ebene ab, auf der sie tätig sind.
Was Projektmanager verdienen, hängt auch von der Ebene ab, auf der sie tätig sind.
Foto: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement

Die Studienautoren haben die mehr als tausend Datensätze anhand verschiedener Kriterien ausgewertet.

1. Fünf Ebenen des Projektmanagements

Die GPM unterscheidet fünf Ebenen:

  • An der Spitze stehen Projekt-Direktoren, Partner und Leiter des Projektmanagement Offices (PMO). Sie verdienen im Schnitt 122.340 Euro (Männer) und 98.432 Euro (Frauen).

  • Senior-Projektleiter und Principals auf Stufe 2 erhalten typischerweise 98.761 Euro (Männer) und 85.977 Euro.

  • Projektleiter und Programm-Manager beziehen durchschnittlich 75.235 Euro (Männer) und 71.577 Euro (Frauen).

  • Die vorletzte Ebene bilden Teilprojektleiter mit einem Jahresgehalt von 65.443 Euro (Männer) und 61.851 Euro (Frauen).

  • Mitarbeiter im PMO schließlich werden im Schnitt mit 60.752 Euro (Männer) und 51.389 Euro (Frauen) vergütet.

  • Außerdem gibt die GPM die Gehälter von Coaches mit 91.133 Euro (Männer) sowie 60.600 Euro (Frauen) an.

Wer als Projektmanager viel verdienen möchte, sollte bei einem Pharmakonzern anheuern.
Wer als Projektmanager viel verdienen möchte, sollte bei einem Pharmakonzern anheuern.
Foto: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement

Stichwort Equal Pay: Werden alle ausgewerteten Daten zusammengefasst, erhalten Projektmanagerinnen 14 Prozent weniger Einkommen als ihre Kollegen. In der Vorjahresstudie betrug diese Diskrepanz mit 24 Prozent noch deutlich mehr. Laut Vertrag arbeiten Projektmanager 39 Stunden pro Woche, ihre Kolleginnen 37,8. Faktisch leisten sie acht (Männer) beziehungsweise fünf (Frauen) Stunden mehr.

2. Verantwortung im Projekt

Wer die Gesamtverantwortung für ein Projekt übernimmt, kann eine Jahresbruttovergütung von 104.440 Euro (Männer) beziehungsweise 92.688 Euro (Frauen) erwarten. Wer die disziplinarische Personalverantwortung trägt, erhält im Schnitt 100.731 Euro (Männer) und 84.955 Euro (Frauen). Projektmanager mit Budgetverantwortung verdienen 89.115 Euro (Männer) beziehungsweise 79.604 Euro (Frauen). Ein großer Sprung zeigt sich bei den fachlichen Leitern, sie erhalten durchschnittlich 62.565 Euro (Männer) beziehungsweise 53.859 Euro (Frauen).

3. Branche - Pharma zahlt am besten

Branchenzugehörigkeit: Wie ein Blick auf die Branchen zeigt, reichen die Gehaltsunterschiede von 98.300 Euro pro Jahr bis 71.500 Euro. An der Spitze steht die Pharma-Industrie. Es folgen Finanzdienstleister, wo Projektmanager 90.400 Euro pro Jahr verdienen, und Elektrotechnik-Firmen (90.200 Euro). Wer dagegen in einem Ingenieurbüro arbeitet, verdient am schlechtesten. Kaum besser bezahlen Software-Unternehmen (71.600 Euro) und Händler (71.900 Euro).

4. Berufserfahrung und Qualifikation

Berufsjahre: Die Studie wertet die Jahresbruttoeinkommen nach Berufspraxis aus. Einsteiger - dieser Status gilt für alle mit bis zu zwei Jahren Erfahrung - starten mit 53.800 Euro. Alte Hasen, die seit mindestens 20 Jahren im Job sind, verdienen im Schnitt 119.700 Euro.

Im Projektmanagement kommt es auch auf Zertifikate an, wie die GPM-Studie zeigt.
Im Projektmanagement kommt es auch auf Zertifikate an, wie die GPM-Studie zeigt.
Foto: GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement

Zertifikate: Zertifizierte Scrum-Master kommen nach den Zahlen der GPM auf ein Jahresbrutto von 91.500 Euro, wer den Prince 2 Practicioner vorweisen kann, auf 87.800 Euro. Zum Vergleich: Besonders wertvoll ist Unternehmen ein Level A/IPMA GPM (112.200 Euro), das Basiszertifikat schlägt mit 61.700 Euro zu Buche.

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Projektarbeit

Über diese Daten hinaus hat die GPM die Studienteilnehmer nach ihrer Einschätzung der Digitalisierung befragt. Sie haben verschiedene Statements auf einer Skala von Null ("trifft gar nicht zu") bis hundert ("trifft voll und ganz zu") bewertet. Die Aussage, wonach die Digitalisierung Arbeitsweisen verändert, kommt auf 63 Zähler.

Das heißt konkret, dass im Projektmanagement jetzt verstärkt mit digitalen Kommunikationstechnologien gearbeitet wird (62 Punkte). Die Anforderungen an die Mitarbeiterkompetenzen steigen (56 Punkte). Sie brauchen eine schnellere Reaktionsfähigkeit (65 Zähler) und müssen flexibler sein (63 Zähler). Insgesamt hat das Arbeitstempo angezogen (56 Punkte) und die Projektmitarbeiter müssen sich besser selbst organisieren können (55 Punkte).

Dass die Digitalisierung die Projektarbeit verbessere, erreicht 49 Zähler. Die Aussagen, dass sie schneller und kostengünstiger abgeschlossen würden, kommen auf 41 beziehungsweise 39 Punkte.

Das Statement, wonach die Digitalisierung zu einer Informationsüberflutung führe, bewerten die Studienteilnehmer mit 67 Punkten. Ähnlich schätzen sie die Überforderung digital weniger versierter Mitarbeiter ein (64 Punkte).

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