CIO Auf- und Aussteiger


Nachfolger von Thorsten Steiling

Rüdiger Kretschmann neuer Oerlikon-CIO

Jens Dose ist Redakteur des CIO Magazins. Neben den Kernthemen rund um CIOs und ihre Projekte beschäftigt er sich auch mit der Rolle des CISO und dessen Aufgabengebiet.
Der ehemalige Washtec-CIO Rüdiger Kretschmann hat die IT-Leitung beim Schweizer Industriekonzern Oerlikon übernommen. Er soll digitale Services entwickeln und ein zentrales SAP-System für alle Standorte aufbauen.
Rüdiger Kretschmann ist neuer CIO von Oerlikon.
Rüdiger Kretschmann ist neuer CIO von Oerlikon.
Foto: Rüdiger Kretschmann

Seit August 2020 ist Rüdiger Kretschmann Group-CIO des Schweizer Industriekonzerns Oerlikon und Managing Director der IT-Tochter Oerlikon IT-Solutions AG. Kretschmann löste Thorsten SteilingThorsten Steiling ab, der seit Februar 2019 die IT des Unternehmens leitete und den Posten auf eigenen Wunsch Ende Oktober 2020 verlassen hat. Kretschmann berichtet direkt an Finanzchef Philipp Müller. Profil von Thorsten Steiling im CIO-Netzwerk

Der neue IT-Chef kommt vom Augsburger Waschanlagenhersteller Washtec, wo er als Group-CIO für das strategische Management und den Betrieb der weltweiten IT des Unternehmens zuständig war. Davor war er CIO von Jenoptik und hatte verschiedene leitende Positionen bei Osram inne.

Microsoft 365, SAP und digitale Services

Als IT-Leiter von Oerlikon will sich Kretschmann auf vier Kernprojekte konzentrieren. Zum einen soll Microsoft 365 im Unternehmen großflächig eingeführt, zum anderen ein zentrales SAP-System an allen Standorten weltweit ausgerollt werden. Ex-CIO Steiling hatte im Vorfeld das SAP-Applikationsmanagement des Unternehmens an einen Dienstleister ausgelagert, damit sich die IT auf Anforderungen des Business fokussieren kann. Die Anzahl der Oerlikon-Mitarbeiter, die die SAP-Systeme nutzen, soll sich in den kommenden drei Jahren mindestens verdreifachen.

Als drittes Projekt will Kretschmann die digitalen Services des Unternehmens ausbauen. So sollen Workflows weitgehend papierlos und die Nutzung von Collaboration-Tools wie Sharepoint oder Teams erhöht werden. Nach außen hin will der CIO neue Möglichkeiten für ein digitales Endkundengeschäft erarbeiten. Dazu arbeitet die Oerlikon-IT eng mit Oerlikons Digital Hub in München zusammen, das dem CTO der Division Surface Solutions unterstellt ist. Dort entwickeln Spezialisten in Bereichen wie Data Analytics Prototypen, die anschließend von der IT implementiert, ausgerollt und weiterentwickelt werden.

Viertens beschäftigt sich der IT-Chef mit der Sicherheit. "IT-Security darf man als CIO nie aus den Augen lassen," so Kretschmann. Um das Sicherheitsniveau stets hoch zu halten und die IT vor Angriffen zu schützen, besitzt Oerlikon einen Chief Information Security Officer (CISO), der an den CIO berichtet.

Die Basis für den neuen CIO

Kretschmann baut seine Initiativen auf ein gutes Fundament von Ex-CIO Steiling auf. Die gesamte Konzern-IT-Infrastruktur wurde vom bisherigen Cloud-Provider auf Plattformen von Amazon Web Services (AWS) migriert. Darüber hinaus erweiterte Steiling die eigene IT. Neben den Abteilungen für Infrastruktur und Applikationen definierte der Manager vier weitere Teams für Business-Process-Management, Projekt und Portfoliomanagement, IT-Governance sowie IT-Servicemanagement.

Thorsten Steiling, der ehemalige CIO von Oerlikon.
Thorsten Steiling, der ehemalige CIO von Oerlikon.
Foto: Thorsten Steiling

Um mehr spezialisiertes Know-how in die Konzern-IT zu bringen, begann Steiling damit, sogenannte IT-Hubs an Standorten in Osteuropa und Indien zu planen. In den Niedriglohnländern sollen IT-Kompetenzen und -Ressourcen für weiteres Wachstum aufgebaut werden. Kretschmann wird das Projekt fortführen und umsetzen.

Oerlikon hat seinen Hauptsitz im schweizerischen Freienbach. Der Konzern erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Schweizer Franken (zirka 2,4 Milliarden Euro) und beschäftigte mehr als 11.000 Mitarbeiter, davon über 200 in der IT-Abteilung.

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