Strategien


Industriestandard als Innovationsbremse?

SAP - Sinn und Unsinn

Horst Ellermann ist Herausgeber des CIO-Magazins und Ambassador für CIOmove in Deutschland.

Holle: Irgendwann kommen wir immer zurück in bekannte betriebswirtschaftlichen Strukturen. Wir müssen betriebswirtschaftliche Zusammenhänge ganzheitlich sehen und deshalb hier und da bei der Nutzung und Verknüpfung von Modulen kreativer werden. Dabei ist dann allerdings die Frage, wie die SAP-Software dies mitmacht. Ältere Release-Stände werden da Schwierigkeiten haben.

Also muss ich immer auf ein neues Release warten, wenn ich eine neue Sicht der Dinge habe?

Holle: Ja, dies kann passieren. Aber bei einer Eigenentwicklung wäre das ja auch nicht anders.

Friedrich: Es gibt schon einen Unterschied, wenn man bei Eigenentwicklungen nicht gleich an Cobol-Programmierung denkt. Mit den neuen Werkzeugen kann jeder Mitarbeiter einer Fachabteilung neue Software mitentwickeln und das sollte er machen, anstatt Pflichtenhefte auszufüllen, die letztlich auch nur zum Erstellen von Masken führen. Damit haben Sie das, was in den Köpfen der Leute ist, schon mal in einem Prototyp abgebildet.

Holle: Fachbereiche sind häufig nicht in der Lage, ihre Prozesse zu optimieren, dafür sind sie mit dem Tagesgeschäft zu sehr beschäftigt. Die IT-Mitarbeiter müssen wieder stärker Prozess-Engineering betreiben.

Friedrich: Man sollte die Mitarbeiter einer Fachabteilung so qualifizieren, dass sie ihren Bedarf selbst in ein System geben können, denn die meisten Prozesse im Unternehmen, zirka 70 Prozent, sind sehr einfach. Wir haben damals bei Babcock festgestellt, dass sogar das komplexe Management internationaler ProjekteProjekte hervorragend über Plattformen wie Notes laufen kann. Alles zu Projekte auf CIO.de

Herr Friedrich, Sie haben jetzt mehrfach Notes gelobt. Wo sehen Sie Vorteile?

Friedrich: Das Vorgehen bei Notes ist nicht so konzeptionell und anspruchsvoll wie bei SAP. Man entwickelt nicht top-down, sondern buttom-up. Man kann Probleme entkoppelt strukturieren. Notes macht es einfacher, Prozesse zu gestalten, es geht auch schneller, und es ist preiswerter. Man braucht nicht so viele externe Berater.

Zur Startseite