Verwirrende Strategie der Anbieter

Server-Markt im Umbruch

01.05.2006
Von Hartmut Wiehr

Widersprüche zeigt auch die Konkurrenz. Eines der Ziele der Übernahme von Compaq durch Hewlett-Packard (HPHP) im Jahr 2001 lautete, sich stärker im Business-Umfeld zu verankern. Mehrfach wurden die Server und Speicherdivisionen in unterschiedlichen Organisationsformen verschmolzen. Für die Anwender und auch die Partner führte dies nur zu noch weniger Klarheit. Alles zu HP auf CIO.de

HP versucht sich gegen IBM abzugrenzen, fährt jedoch bislang eine ähnliche Strategie: Mit Windows, HP-UX und Linux bietet der Konzern mehrere separate Plattformen nebeneinander an. Im Highend hat sich HP auf Itanium-Server festgelegt, doch erst wenige Anwender sind auf diese Plattform umgestiegen. Es droht mittelfristig ein Verlust an Glaubwürdigkeit, wie auch Gartner feststellt: „Itanium muss an Fahrt aufnehmen, man muss mehr Anwender von ihren Legacy-Plattformen auf Itanium migrieren.“ Nur so könne sich der Hersteller gegen IBM und Sun behaupten. Anders als diese präsentiere sich HP im Server-Umfeld als weniger innovationsbereit, lautet das Urteil der Marktforscher. Hinzu kommt, dass noch nicht klar sei, wie sich die Kosteneinsparungen des neuen CEOs Mark Hurd auswirken.

Ganz anders dagegen gibt sich DellDell. Gut gerüstet gegen die Unix-Fraktion legt sich der Hersteller klar fest, nur Windows- und Linux-Server auf x86-Basis anzubieten. Das Dell-Modell, ganz im Sinne der Einführung disruptiver Technologien in Märkte mit hohen Margen zu gehen und diese dann mit Commodity-Produkten und günstigeren Preisen zu erobern, hat dem Anbieter einen festen Platz im Server-Markt beschert. Alles zu Dell auf CIO.de

Server-Zoo bei FSC

Einen separaten Weg geht Fujitsu Siemens Computers (FSC), auch wenn man ähnlich wie Sun, IBM und HP mehrere Serverlinien betreut. BS2000 (Mainframe), Unix-Sparc-Server (PrimePower) und Systeme für Windows und Linux (Primergy) – das Angebot ist groß. Ähnlich wie bei IBM vollbringt man bisweilen das Kunststück der Selbstkannibalisierung. Mit der neuen Losung des Dynamic Data Center (DDC) versucht FSC, die heterogene Ausrichtung des Serverzoos aus dem eigenen Haus in eine Art Vorwärtsstrategie umzuwandeln: Alles mit allem schrittweise und pragmatisch verbinden, die vorhandenen Server-Ressourcen erst einmal voll ausnutzen, bevor flexible Modelle wie Grids oder FlexFrame zum Einsatz kommen.

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