Blackberry


Vorsicht ist besser als Nachsicht

Sicherheitsrisiko Blackberry?



Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.

Blackberry werde tun was es kann, um das Business überlebensfähig zu machen, beruhigt Gartner seine Kunden in dem Bericht. Und selbst wenn dieses Vorhaben nicht glücken sollte, gebe die Privatisierung den Kanadiern genügend Zeit für einen Turnaround. Falls das Unternehmen aufgeteilt werde, würden demnach immerhin eine oder mehr der Bestandteile weiterbestehen um den Kundenstamm zu unterstützen bis ein Wechsel möglich ist. Die Kundenliste sei einfach zu wertvoll, um vom kompletten Markt der Verfolger ignoriert zu werden, so das Fazit Gartners.

Periode der Unsicherheit

Allerdings fordert das Analystenhaus Kunden, die an Blackberry festhalten wollen, auf, sich allerdings auf eine Periode der Unsicherheit gefasst zu machen. Zudem sollten sie - selbst, wenn eine gewisse Stabilität erreicht wurde - sicherstellen, dass sie einen Backup-Plan in der Tasche haben. Zu den drei dazu von Gartner empfohlenen Maßnahmen gehört unter anderem das Upgrade auf Blackberry-10-Smartphones für eine begrenzte Anzahl von Nutzern. Zu diesen zählen häufig Manager, die ein Gerät mit physikalischem Keyboard wünschen oder Personen mit einer sehr hohen Sicherheitsstufe. Wie Menezes betont, wird aber auch in diesem Szenario empfohlen, dass das Unternehmen zusätzliche Plattformen unterstützt, egal ob es sich um den Mitarbeiter bereitgestellte Business-Smartphones oder im Rahmen eines ByoD-Programms mitgebrachte private Geräte handelt.

Als andere Optionen empfiehlt Gartner die komplette Abschaffung von Blackberry-Smartphones oder zumindest einen Einkaufsstopp, außer bei ausdrücklicher Genehmigung des Managements. Läuft ein Zwei-Jahres-Vertrag ab, werden die Geräte eingezogen und als Ersatzteillager verwendet. Mit diesem Ansatz, so die Erklärung Gartners, kommt man entweder komplett von Blackberrys ab oder behält nur eine kontrollierte Zahl davon. Geräte mit dem alten Betriebssystem Blackberry OS 7 sollten aus Sicht des Analystenhauses allerdings bis zur zweiten Hälfte 2014 durch Blackberry-10-Smartphones ersetzt worden sein, weil sonst die Beschaffung schwierig werde.

Wechsel auf BES 10

Das "Merkelphone" kommt ohne NOCs und - temporär - BES 10 aus.
Das "Merkelphone" kommt ohne NOCs und - temporär - BES 10 aus.
Foto: Deutsche Messe

Wie Secusmart-Chef Hans-Christoph Quelle, der für die Bundesregierung ein besonders sicheres Smartphone auf Blackberry-10-Basis ("Merkelphone") entwickelt hat, herausstellt, hat der Wechsel auf die neue Plattform dabei noch andere Vorteile, auf die Gartner aber nicht explizit hinweist: So lassen sich Blackberry-10-Geräte direkt via VPN mit dem Exchange- oder Notes-Server verbinden und sind nicht auf die Verfügbarkeit der Blackberry-Infrastruktur mit den NOCs angewiesen. Einmal mit den gewünschten Policies und - optional - Blackberry Balance für die Trennung von Beruflichem und Privaten eingerichtet, sei nicht einmal eine dauernde Verbindung mit dem BES 10 erforderlich, so Quelle.

Von einer Aktivierung des BES 10 für Android und iOS-Geräte - Stichwort Mobile Fusion - rät Gartner indes ab, bis es mehr Klarheit über die Zukunft von Blackberry gibt. Ein solches Update sei sicher mit weiteren Kosten verbunden, erklärt Annette Zimmermann von Gartner auf Nachfrage dazu. Die Kunden sollten jedoch besser keine weiteren Investitionen mehr in diese Plattform stecken, sondern eher mehrgleisig fahren.

Für Gartner ist die Abkehr von Blackberry ohnehin nur eine Frage der Zeit, da IT und Führungskräfte längst nach Alternativen suchten. So gingen in einer im August vorgenommenen Umfrage unter insgesamt 400 IT-Verantwortlichen davon aus, dass bis 2016 im Schnitt nur noch neun Prozent der Nutzer die Blackberry-Plattform einsetzen wollten - verglichen mit 24 Prozent in 2013.

In einem Statement gegenüber "Computerworld" bezeichnete Blackberry die Rückschlüsse von Gartner über die möglichen Folgen eines Verkaufs oder anderer strategischer Alternativen als rein spekulativ: Blackberry nehme die Restrukturierung und die Suche nach strategischen Alternativen gerade deswegen vor, um seinen Fokus auf der Kerngeschäft Enterprise zu verstärken. "Wie halten an der Mission fest, unseren Kunden die sichersten und wirkungsvollsten Mobile-Management-Lösungen und SmartphonesSmartphones zu liefern." Quasi als Bestätigung schalteten die Kanadier in der vergangenen Woche weltweit ganzseitige Anzeigeseiten, um für Vertrauen in den Turnaround und die Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu werben. "Weltweit vertrauen Regierungen, internationale Konzerne und alle Unternehmen, die beim Thema Sicherheit keine Kompromisse machen können, auf Blackberry"…, heißt es in dem Schreiben. "Sie können sich auch weiterhin darauf verlassen, dass Ihre gesamte Kommunikation mit uns jederzeit sicher und vertraulich bleibt." Alles zu Smartphones auf CIO.de

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