Strategien


CIO Ludwig über die neue IT-Organisation

Siemens verlagert mehr IT-Mitarbeiter ins Business

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

CIO.de: Wir groß ist das Risiko, dass in den Value Centers Ressourcen und Skills redundant aufgebaut werden und dass die Mitarbeiter Aufgaben übernehmen, von denen sie eigentlich die Finger lassen sollten?

Ludwig: Diese Sorge habe ich überhaupt nicht. Der Marktdruck ist so hoch, dass sich Ineffizienzen nicht halten werden. Schwieriger wäre es, wenn ein Value Center die vom Business geforderte Leistung nicht bringen würde. Mit der Ende-zu-Ende-Verantwortung ist eine klare Verpflichtung verbunden die Leistung so zu erbringen, wie sie das Business braucht.

Eigenverantwortung ist wichtiger als Kontrolle

CIO.de: Gibt es eine Controlling-Instanz, die das prüft?

Ludwig: Die Frage ist doch: Wieviel Controlling braucht man überhaupt? Wir haben, wie gesagt, eine Einheit, die für InnovationInnovation und Strategie verantwortlich ist. Die hat auch eine Governance-Rolle, die aber nicht im Vordergrund steht. In dem Moment, wo man die Governance-Karte zieht, braucht man einen richtig guten Grund, zum Beispiel ein Cybersecurity-Thema. Da gilt es, eine einheitliche Umsetzung sicherzustellen - je nach Bedrohungslage gegebenenfalls auch mit sehr hoher Geschwindigkeit. Alles zu Innovation auf CIO.de

Ansonsten ist Governance vor allem wichtig, um die Kosten zu beherrschen und eine hohe Kundenzufriedenheit zu gewährleisten. Wir messen für alle wichtigen Services jeden Monat die User Satisfaction anhand von 2000 Usern pro Service, die wir befragen. Damit wissen wir immer aktuell: Wie wird der Service empfunden? Das ist für mich eines der wesentlichen Steuerungskriterien. Ich sehe sofort: Gibt es irgendein Feedback aus dem User-Kreis, das darauf hindeutet: Hier wird ein Service schlecht oder gar nicht erfüllt. Sekundär ist dagegen Controlling, um zu prüfen, ob irgendwo im Unternehmen Redundanzen entstehen.

CIO.de: Hat Siemens mit der Reorganisation der IT das Ziel verfolgt, die IT näher ans Business heranzuführen?

Ludwig: Als ich vor zweieinhalb Jahren die Verantwortung als Konzern-CIO übernommen habe, habe ich erst einmal Gespräche mit den CEOs von allen Geschäftsbereichen geführt. Ich wollte wissen, welche großen Herausforderungen sie in ihren Geschäften sehen. Es zeigte sich, dass in jedem Geschäft der Weg zur DigitalisierungDigitalisierung führt. Das ist das zentrale Thema, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung und Geschwindigkeit. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Auf dem Shopfloor sind wir schon tief in die Digitalisierung eingetaucht, im Gasturbinengeschäft gewinnt durch die Sensorik an den Turbinen die Digitalisierung an Gewicht. Sie ermöglicht es, das Angebot um kundenorientierte Serviceprodukte zu erweitern. Am Ende werden alle Geschäfte digital unterstützt sein.

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