Strategien


CIO Ludwig über die neue IT-Organisation

Siemens verlagert mehr IT-Mitarbeiter ins Business

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

CIO.de: Wie sind Sie mit diesen Kernsystemen umgegangen?

Ludwig: Wir schauen uns gerade unsere gesamte ERP-Applikationslandschaft nochmal sehr genau an. Nicht nur vor dem Hintergrund der Veränderungen im Konzern, sondern auch vor dem der Veränderungen in der Anbieterlandschaft. Es ist ja nicht ganz unbekannt, dass SAP ECC für 2025 abgekündigt hat. Insofern geht es uns wie vielen anderen Unternehmen: Wir überlegen neu.

Ein wesentliches Kriterium ist eine hohe Flexibilität, wenn es gilt, Strukturen zu verändern. Da sind wir mit den bisherigen Systemen nicht zufrieden. Wichtig wird für uns auch ein zweites Kriterium: Wie gelingt es uns die Einführung so zu gestalten, dass wir im Prinzip mit jeder Stufe sagen können: Es gibt einen Business-Vorteil, den wir nutzen können. Was wir nicht mehr machen sind Riesenprojekte über eine mehrjährige Laufzeit, bei denen wir dann ganz zum Schluss schauen, welchen Nutzen sie gebracht haben. Ganz klar: Die Einführungsstufen müssen in sich selbst jeweils schon einen klar messbaren Nutzen kreieren.

CIO.de: Ist S/4 HANA gesetzt?

Ludwig: Nein, wir schauen uns das komplett an. Da ist kein Anbieter gesetzt.

CIO.de: Welche Cloud-Strategie verfolgt Siemens?

Ludwig: Wir verfolgen eine Cloud-first-Strategie. Unsere Data Center sind schon zum großen Teil in der Cloud, teilweise Private, teilweise Public. Da setzen wir auf verschiedene Anbieter. Für die Private Cloud ist Atos einer der wichtigen Partner. In der Public Cloud arbeiten wir derzeit mit zwei Unternehmen zusammen, überlegen aber das zu erweitern. Wir haben schon einen großen Anteil unserer Systeme in der Public Cloud. Einige wenige laufen noch auf On-premise-Systemen im eigenen Data Center, wegen gesetzlicher Rahmenbedingungen, die wir einhalten müssen.

Im ERP-Bereich nutzen wir derzeit die HANA-Datenbank, da haben wir relativ frühzeitig gewechselt. Aktuell haben wir auch ein S/4-HANA-Projekt laufen, aber wie gesagt, wir schauen gerade nach Alternativen für die Zukunft und sind offen für Neues.

CIO.de: Gibt es einen bevorzugten Player, dem Sie das Multi- oder Hybrid-Cloud-Management anvertrauen wollen?

Ludwig: Ja. Aber das ist ein bisschen sensibel, dazu will ich jetzt nicht mehr sagen.

CIO.de: Ich vermute, dass Sie im Cloud-Bereich mit Amazon und Microsoft zusammenarbeiten. Wäre Google aufgrund des tiefen KI-Know-hows auch ein potenzieller Partner?

Ludwig: Absolut, der Open-Source-Ansatz insbesondere im Zusammenhang mit Tensorflow gefällt mir sehr gut. Generell arbeiten wir an vielen KI-Themen und nutzen dafür Open-Source-Produkte.

Atos ist ein strategischer Partner von mehreren

CIO.de: Siemens war viele Jahre selbst ein großer IT-Dienstleister, Namen wie Siemens Business Services oder Siemens IT-Solutions and Services (SIS) sind im deutschen Markt geläufig. Dann übernahm Atos diesen Bereich. Wie eng sind Ihre Geschäftsbeziehungen heute zu Atos?

Ludwig: Das ist einer unserer strategischen Partner, aber nur einer. Als die SIS zu Atos ging, hatten wir für einen gewissen Zeitraum feste Verträge, die Atos ein gewisses Volumen zugestanden haben. Das ist heute nicht mehr der Fall. Atos hat heute auch noch einen großen Anteil, muss sich aber in Ausschreibungen genauso bewähren wie jeder andere Anbieter.

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