Business casual gilt auch für Entwickler

Tipps für Informatiker im Vorstellungsgespräch

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Logistik heißt?

Gerhard Humbert: Die Organisation der Anfahrt. Wie lange wird man dorthin brauchen? Wer sich verspätet, sollte schon ab einer Minute erwarteter Verzögerung im Unternehmen anrufen. Das heißt, man muss die Telefonnummern dabei haben. Im Idealfall ist man zehn Minuten vor dem Termin im Unternehmen. Wer deutlich zu früh ist, kann den Eindruck erwecken, er tue sich schwer mit der Zeitplanung.

Zur Gesprächssituation selbst: Darf man fragen, ob das Unternehmen eine Kantine hat?

Gerhard Humbert: (lacht) Man sollte grundsätzlich alle Punkte abklären, die für die eigene Entscheidung relevant sind. Wenn eine Kantine dazugehört, kann man danach fragen. Wer nicht so direkt sein möchte, formuliert es eleganter: "Wo gehen die Mitarbeiter denn mittags hin?", zum Beispiel. Hier gilt: Wenn mich eine solche Frage um den Job bringt, wäre der Job auch nicht der Richtige für mich gewesen.

Welche Fragen darf man auf keinen Fall stellen?

Gerhard Humbert: Es gibt keine absoluten Tabus. Fragen, die für den Bewerber sehr wichtig sind, sollten immer gestellt werden. Aber man sollte berücksichtigen, dass jede Frage immer etwas über den Fragenden selbst aussagt. Wer sich auf eine Führungsposition bewirbt, sollte nicht unbedingt fragen, ob Überstunden anfallen werden. Auch Fragen, die als unangemessen oder unverschämt empfunden werden, sollte man tunlichst vermeiden.

Aber man kann fragen, warum die Stelle ausgeschrieben wird?

Gerhard Humbert: Natürlich. Den Bewerber interessiert doch, ob das Unternehmen expandiert, umstrukturiert oder ob eine vorhandene Stelle neu besetzt wird.

Die Frage nach dem Geld

… und die Frage nach dem Gehalt?

Gerhard Humbert: Bewerber, die einen neuen Job suchen, sollten sich Gedanken machen, was ihr wichtigstes Wechselmotiv ist: das GehaltGehalt? Dann sollten sie einfach festlegen, welches neue Zielgehalt für sie einen Wechsel lohnt. Oder geht es um die Position, die Tätigkeit oder das Betriebsklima? Gab es Probleme mit dem Chef? Dann spielt das Gehalt höchstens eine Nebenrolle, und man könnte als Richtwert das aktuelle Gehalt ansetzen. Außerdem kann man sich in Gehaltsfragen bei Bekannten informieren oder im Internet recherchieren. Es gibt viele kostenpflichtige Gehaltsstudien, aus denen manchmal Auszüge oder Zusammenfassungen frei veröffentlicht werden. Und wer über einen Personalberater geht, fragt den. Alles zu Gehalt auf CIO.de

Lohnt es sich, zu pokern?

Gerhard Humbert: Das ist eine Frage der Persönlichkeit, der Einschätzung der eigenen Verhandlungsposition und der Frage, ob man das Scheitern der Bewerbung wegen zu hohen Pokerns in Kauf nimmt. Man muss einfach sehen, dass das Unternehmen oft schon vor dem Gespräch klare Vorstellungen davon hat, welches Gehalt es ungefähr zu zahlen bereit ist. Die Frage "Welches Gehalt erwarten Sie?" ist oft ein Test, um zu schauen, wie der Bewerber reagiert beziehungsweise wie er sich selbst einschätzt.

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