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Wissensmanagement

Unternehmen nutzen Social Collaboration Tools wenig

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

4 Idealtypen unter Anwendern

Die Studienautoren konstruieren vier Idealtypen:

Analoge Bewahrer: Sie halten an analogen Arbeitsweisen fest und nehmen dadurch starke Effizienzeinbußen in Kauf. 26 Prozent der Firmen zählen zu diesem Typus.

Analoge Spezialisten: Sie reizen analoge Arbeitsweisen für ihre Geschäftsprozesse komplett aus. Das gilt für 23 Prozent der Unternehmen.

Digitale Beginner: Sie setzen zwar auf neue Technologien, schaffen es aber noch nicht, die Vorteile optimal zu nutzen. Sie stellen 13 Prozent der Unternehmen.

Digitale Experten: Sie nutzen bereits modernste Technologien und profitieren von deren Leistungsfähigkeit. Die Studienautoren gestehen das immerhin 38 Prozent der Firmen zu.

Collaboration und Firmenkultur hängen zusammen

Ein weiterer Aspekt der Studie bezieht sich auf das Zusammenspiel von Kollaboration und Firmenkultur. Was hält ein Unternehmen zusammen? Das können gemeinsame Werte sein (Group Culture), die Betonung von Wachstum und Entwicklung (Development Culture), der Fokus auf Leistung und Effizienz (Rational Culture) oder Stabilität und Kontrolle (Hierarchical Culture). So müssen Mitarbeiter darauf vertrauen können, dass weder Kollegen noch Vorgesetze von ihnen veröffentlichte Informationen missbrauchen oder gegen sie verwenden.

Nach Einschätzung der Forscher herrscht in gut jedem dritten Unternehmen (34 Prozent) eine hierarchische Kultur. Eine Development Culture sehen sie erst in dreizehn Prozent der Betriebe umgesetzt. Viele Firmen (21 Prozent) gelten allerdings als Mischform, in der keine der genannten Kulturformen klar erkennbar ist.

Fehlerkultur etablieren

Wer will, dass das ganze Unternehmen vom Wissen Einzelner profitiert, muss eine positive Fehlerkultur etablieren. "Fehler werden dann als natürliches und nicht zwingend negatives Phänomen betrachtet", erklären die Forscher. Damit sinkt auch die Angst, bei der Preisgabe von Informationen oder dem Teilen von Wissen "etwas Falsches" zu sagen oder zu tun.

Die TU Darmstadt und Campana & Schott wollen die Nutzung von Social CollaborationCollaboration in deutschen Unternehmen ab sofort regelmäßig untersuchen. Ende dieses Jahres soll eine zweite Befragung starten. Alles zu Collaboration auf CIO.de

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