Studie Analytics Readiness

Unternehmen vergeben Chancen von Datenanalysen

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Datenqualität bleibt ein Dauerthema - für immer

Ein Punkt jedoch, in dem Bauchgefühl nicht reicht, ist die Datenqualität. Nur knapp jeder zehnte Befragte traut seinem Unternehmen eine "durchgehend sehr hohe" Datenqualität zu. Dazu Sauer: "Dieses Thema wird uns verfolgen, bis es keine neuen Datenquellen mehr gibt. Also immer." Die Expertenrunde sieht zudem mit neuen Techniken und Konzepten wie Hadoop und Data Lakes zusätzliche Anforderungen auf die Unternehmen zukommen, die den Aufbau weiterer Expertise erforderten.

In den Unternehmen gibt es unterschiedliche Ansprüche an die Datenqualität, konstatiert Michael Gerstlauer, Head of Data Driven Business & Industry Consulting bei Teradata, und fordert deshalb: "Man muss Maschinen warten, und man muss Daten warten."
In den Unternehmen gibt es unterschiedliche Ansprüche an die Datenqualität, konstatiert Michael Gerstlauer, Head of Data Driven Business & Industry Consulting bei Teradata, und fordert deshalb: "Man muss Maschinen warten, und man muss Daten warten."

Dabei steht außer Frage, dass ein CFO an die Datenqualität strengere Ansprüche haben wird, als manch andere Abteilung. Teradata-Manager Gerstlauer ruft daher einen neuen Leitsatz aus: "Man muss Maschinen warten, und man muss Daten warten!"

"BI-Strategie - was genau meinen Sie?"

Ein weiteres Ergebnis der Studie: In sechs von zehn Unternehmen verantwortet die Geschäftsführung die Strategie in Sachen Analytics. "Die Geschäftsführer besuchen die CeBIT oder andere Digitalisierungsmessen", kommentiert Abdel Hadi, "und da sehen sie dann, was alles möglich ist." Für Veit hat dieses Thema noch einen weiteren Aspekt: Die Fachbereiche hätten oft erkannt, welche Tools oder Technologien sie brauchen - sie wüssten aber auch, dass ohne das Top-Management nicht viel passieren wird. "Und hier setzen junge C-Level-Manager an", beobachtet Sauer, "Sie wissen, dass sie sich dadurch gegenüber dem Vorgänger differenzieren können."

Allein der Strategie muss in der Konseequenz auch die Umsetzung folgen, und da sehen sich viele Unternehmen noch am Anfang. In Zahlen: Nur neun Prozent der befragten Unternehmen verfügen aktuell über umfangreiche Analytics-Systeme. Weitere 36 Prozent haben erste Pilotprojekte durchgeführt oder erste Lösungen implementiert. Abdel Hadi gesteht denn auch in der Runde: Die schönste Frage, die man stellen könne, sei: "Wie lautet ihre BI-Strategie?" Darauf erhalte man üblicherweise die Rückfrage: "Was genau meinen sie…?" Zustimmendes Schmunzeln der anderen Experten.

Die Intelligenz rutscht in den Code

Als Fazit des Roundtable bleibt: Data-driven Business heißt, dass der Markt gewaltige Verschiebungen sehen wird. Beispiel Connected Car: Wenn die Autohersteller nicht aufpassen, nimmt ihnen Google die Datenhoheit weg. Gerstlauer präzisiert: "Es gibt noch Dinge, die Google nicht kann, ein Industrieunternehmen aber schon. Dennoch gilt: Die Intelligenz rutscht aus dem Bauteil in den Code." Sauer fügt an: "Deswegen beschäftigt ein sehr großer Premium-Automobilhersteller auch mehr Software-Entwickler als wir, die wir hier um den Tisch sitzen, zusammen!"

Data Analytics bleibt also ein Thema mit vielen Facetten. Und das nicht nur für IT-Chefs. Mancher Anwender weiß zum Beispiel gar nicht, dass er mit Predicitive Analytics arbeitet. Abdel Hadi erzählt von einem Freund, der eine Versicherungsagentur betreibe. Dieser eröffnete ihm eines Tages: "Ich hab' hier sowas auf meinem Rechner, das ist Magic. Und ich sage dir auf den Kopf zu: Ich weiß, dass du eine private Krankenversicherung abschließen wirst!" Er behielt Recht. Magic eben - oder das Bauchgefühl des Mannes aus der Praxis.

Zur Startseite