Führungskräfte trainieren Schreiben

Verräterische Handschrift

23.11.2009
Von Mirjam Hecking

"Eine Handschrift muss zu der Person passen, zu ihrer Art des Schreibens", findet Kalligrafin Bauer. Sie zu verbessern, ist ein andauernder Prozess. Doch mit gestalterischen Tipps vom Grafiker oder Kalligraphen, Ratschlägen, wie man zu einem guten Rhythmus findet oder die Kursivlage beibehält, lässt sich viel erreichen.

Auch wenn die Umstellung nicht auf Knopfdruck klappt. "Das muss gepflegt werden. Das ist wie Autofahren", sagt Beiße. Selbst Goethe habe sich immer wieder zurückgezogen, um seine Handschrift zu optimieren, gibt sie zu bedenken.

Viele konzentrieren sich daher erst einmal auf ihre Unterschrift. Denn die ist im Geschäftsleben oft das Einzige, in dem noch die Persönlichkeit durchschimmert. "Die ist wie ein Foto", sagt Rauch. "Ich kann mich davon nicht frei machen."

Handschrift zeigt Persönlichkeit und Charakter

Denn die Unterschrift und mit ihr auch die Handschrift, so die weitverbreitete Meinung, hat viel mit der Persönlichkeit, dem Charakter zu tun. Diese Annahme zumindest ist Grundlage für die Arbeit von Graphologen oder Schriftpsychologen, die auch hierzulande von Personalverantwortlichen noch zur charakterlichen Einschätzung von Kandidaten herangezogen werden.

Im Vergleich zu Frankreich oder der Schweiz spielt Graphologie bei der Personalauswahl in Deutschland zwar eine eher untergeordnete Rolle, räumt Helmut Ploog vom Bundesverband Deutscher Graphologen ein. Und nicht wenige halten Schriftpsychologie für esoterischen Humbug.

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