Desktop-Virtualisierung mit VDI

Virtual-Desktop-Infrastruktur dimensionieren

Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.

Speichernetz: ja oder nein?

In einer VDI-Umgebung ist es nicht unbedingt notwendig, ein Shared-Storage-Konzept auf Basis eines Storage Area Networks (SAN) zu implementieren. Vor allem bei kleineren Installationen mit etwa 25 bis 50 Usern reicht meist ein RAID-Festplatten-Array im Server aus. Der Vorteil sind die niedrigeren Kosten und die geringere Komplexität. Der Nachteil: Ist ein Server nicht verfügbar, etwa während eines Wartungsintervalls oder wegen eines Defekts, gilt das auch für die virtualisierten Desktops.

In kleineren Unternehmen mit wenigen DVMs mag es zu verschmerzen sein, wenn die Arbeitsplatzumgebungen einige Minuten oder eine halbe Stunde lang nicht bereitstehen. Ab 50 Arbeitsplätzen wird es jedoch teuer, wenn Mitarbeiter keinen Zugang zu Anwendungen und Daten haben oder warten müssen, bis ihnen ein Administrator über ein anderes Serversystem einen Desktop zugewiesen hat.

Ein Shared Storage auf Basis eines SAN- oder NAS-Filers (Network Attached Storage) bietet dagegen eine höhere Verfügbarkeit, ist aber auch teurer und stellt höhere Anforderungen an das System- und Netzwerkmanagement. Fällt ein Server aus, wird in diesem Fall eine DVM von einem anderen System im Cluster bereitgestellt. Die Storage-Systeme in einem SAN-Verbund bieten vor allem für größere VDI-Umgebungen weitere Vorteile. Sie reduzieren beispielsweise mithilfe von Deduplizierung und Datenkompression den Umfang einer typischen Windows-7-DVM von etwa 30 GByte auf bis zu 1,5 GByte. Das bedeutet eine niedrigere Belastung des Netzwerks und eine bessere Auslastung der Speicherkapazität.

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