Desktop-Virtualisierung mit VDI

Virtual-Desktop-Infrastruktur dimensionieren

Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.

Beispielkonfigurationen für kleinere VDI-Umgebungen

Auf Basis dieser Grundannahmen lassen sich nun unterschiedliche Server- und Storage-Konfigurationen für eine Virtual Desktop Infrastructure zusammenstellen:

Variante 1 für bis zu 30 User: Quadcore-Server und bis zu sechs SAS-Festplatten: Am einfachsten aufzusetzen und zu verwalten ist eine VDI-Umgebung für 15 bis 30 VDI-User. Als Basis dient ein Server mit einer Quadcore-CPU und beispielsweise VMwares vSphere Hypervisor (ESXi). Natürlich können auch die Pendants von Citrix (Xen) und Microsoft (Hyper-V) verwendet werden. Der Server sollte in diesem Fall mit 32 bis 48 GByte RAM ausgestattet sein. Als Storage-Umgebung genügt ein RAID-System mit fünf bis sechs SAS-Festplatten (Serial-Attached SCSI) mit jeweils10.000 U/min.

Variante 2 für 50 bis 80 User: Zwei Quadcore-Server und bis zu acht SAS-Festplatten: Etwas komplexer ist eine Pooled-VDI-Umgebung. Pooled bedeutet, dass der User seine Benutzerumgebung aus einer vorgegebenen Zahl vorhandener Betriebssysteme und Applikationen zusammenstellen kann. Das Installieren eigener Anwendungen ist nicht möglich. Dafür belegen Pooled VDIs weniger Speicherplatz und sind einfacher zu verwalten.

Für eine solche Umgebung mit 50 bis 80 Usern sind zwei Quad-Core-Server mit zwei Prozessoren und jeweils mindestens 48 GByte RAM zu empfehlen. Die Konfiguration ist wegen des Pooled-Ansatzes relativ einfach. Die Storage-Umgebung könnte aus einem RAID-System im Server mit sieben bis acht SAS-Laufwerken (15.000 U/min) bestehen.

Variante 3 für 125 bis 200 User: Fünf Server und bis zu acht SAS-Platten: Wie die bereits vorgestellten Beispiele kommt auch die vorliegende Variante mit lokalem Festplattenspeicher aus, sprich einer RAID-Konfiguration mit sieben bis acht SAS-Festplatten mit 15.000 Umdrehungen pro Minute. In diesem Fall bietet es sich an, fünf Serversysteme mit zwei Quad- oder Hexacore-Prozessoren einzusetzen. Sie sollten mit 48 bis 72 GByte RAM ausgestattet sein. Diese Konfiguration eignet sich ebenfalls für Pooled VDI-Umgebungen.

Variante 4 für 60 bis 90 User: Zwei Server und ein SAN: Für Anwender, die auf die Hochverfügbarkeit einer VDI-Umgebung Wert legen, bietet sich der Einsatz eines iSCSI- oder Fibre-Channel-SAN an. Für kleinere Umgebungen mit bis zu 90 Usern reichen zwei Server mit jeweils zwei Vier- oder Sechs-Kern-Prozessoren und 48 bis 72 GByte RAM aus. Um die Performance zu erhöhen, können sie mit zwei Festplatten im RAID-1-Modus bestückt werden.

Das SAN sollte aus einem Speichersystem mit etwa 18 SAS-Laufwerken (15.000 U/min) bestehen. Solche Laufwerke sind allerdings deutlich teurer als SATA-Harddisks. Eine SAS-Platte der Reihe Cheetah 15k.7 von Seagate mit 600 GByte Kapazität kostet beispielsweise ab 450 Euro (brutto), eine SATA-300-Serverfestplatte mit 1 TByte desselben Herstellers dagegen rund 150 Euro weniger. Ebenfalls anzuraten ist bei einem SAN der Einsatz eines Speichersystems mit redundanten Netzteilen und Controllern.

Variante 5 für 150 bis rund 230 User: Fünf Server und zwei Speichernetze: Für mittelständische Unternehmen mit bis zu 230 VDI-User eignet sich eine Infrastruktur mit fünf Dual-Socket-Servern (48 bis 72 GByte RAM) und einer RAID-1-Festplattenkonfiguration. Hinzu kommen zwei SANs mit jeweils 18 SAS-Laufwerken und redundant ausgelegten Komponenten wie Controllern, Netzteilen und Lüftern.

Die Storage Area Networks sollten mit Parity- und Spare-Drives (Festplatten) bestückt sein. Als Alternative zum Ansatz mit zwei separaten SANS bietet es sich an, ein Speichersystem mit 36 SAS-Laufwerken logisch in zwei SANs aufzuteilen.

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