Push von Apple

Vodafone stellt auf nächste 5G-Entwicklungsstufe um

02.11.2021
5G-Mobilfunk in Deutschland setzt bislang noch auf dem Vorgängerstandard LTE auf. Vodafone will nun deutschlandweit die nächste Entwicklungsstufe einführen, die vor allem kurze Daten-Laufzeiten verspricht.
Anfang November 2021 konnten schon 35 Millionen Menschen das 5G-Netz von Vodafone zuhause nutzen.
Anfang November 2021 konnten schon 35 Millionen Menschen das 5G-Netz von Vodafone zuhause nutzen.
Foto: Vodafone

VodafoneVodafone will sein 5G-Mobilfunknetz in Deutschland flächendeckend auf die nächste Entwicklungsstufe umstellen, die ohne die Vorgängertechnik LTE auskommt. Das kündigte das Unternehmen am 2. November 2021 in Düsseldorf an. Dabei sollen sämtliche 5G-Antennen und das Kernnetz auf "5G-Standalone" migriert werden. Die neue Technik verringert die Daten-Laufzeiten (Latenz) spürbar und ermöglicht beispielsweise die Steuerung von Maschinen in Echtzeit. "Unser 5G-Netz reagiert dann so schnell wie das menschliche Nervensystem und braucht immer weniger Strom, um Daten zu übertragen", sagte der Deutschland-Chef von Vodafone, Hannes Ametsreiter. Top-500-Firmenprofil für Vodafone

Theoretisch können damit bis Ende 2022 die Reichweite des neuen Standards von derzeit 10 Millionen Menschen auf 60 Millionen erhöht werden. In der Praxis wird die Zahl der Nutzer allerdings viel geringer ausfallen, weil bislang nur wenige Smartphone-Modelle der Hersteller Samsung und Oppo "5G5G Standalone" unterstützen. Alles zu 5G auf CIO.de

Vor diesem Hintergrund halten sich die Vodafone-Wettbewerber auch noch mit einem großangelegten Ausbau der neuen Technik zurück: Die Deutsche TelekomDeutsche Telekom testet "5G Standalone" seit Februar in Garching bei München, hat bislang aber noch keinen größeren Live-Betrieb in der Fläche angekündigt. Wettbewerber Telefónica (O2) hat unter anderem mit Virtual-Reality-Gaming-Anwendungen in einem Testnetz mit "5G Standalone" experimentiert. Top-500-Firmenprofil für Deutsche Telekom

Einen großen Schub beim Ausbau der Technik könnte im kommenden Jahr allerdings Apple auslösen. Das neue iPhone 13 ist mit seiner Hardware bereits für die Echtzeit-Variante von 5G vorbereitet. Die Funktion muss allerdings noch durch ein Software-Update freigeschaltet werden. Wann das kommt, ist noch unklar. Experten rechnen aber damit, dass der iPhone-Hersteller dies noch vor der Vorstellung seiner nächsten Smartphone-Modellreihe im Herbst 2022 veröffentlichen wird.

Die fünfte Mobilfunkgeneration (5G) bietet zum einen höhere Bandbreiten bei der Datenübertragung. Außerdem können sich viel mehr Geräte in eine Funkzelle einbuchen als beim Vorgängerstandard 4G (LTE). Vodafone-Technikchef Gerhard Mack sagte, Vodafone habe vergangenen Tagen 5.000 weitere 5G-Antennen in Betrieb genommen. Damit seien nun 15.000 5G-Antennen an 5.000 Standorten live. "Wir erreichen bis zum Jahresende 2021 rund 35 Millionen Menschen mit 5G." Ursprünglich hatte Vodafone mit einer Reichweite von 30 Millionen gerechnet.

Die neue Version "5G Standalone", die ohne einen LTE-Anker auskommt, zeichnet sich vor allem durch äußerst kurze Datenlaufzeiten aus. Diese geringe Latenz ist für kommerzielle Anwender interessant, die damit beispielsweise aus der Ferne technische Geräte wie Bagger ohne jeden Zeitverzug steuern können.

Private Nutzer profitieren etwa bei Online-Computerspielen von den kurzen Datenlaufzeiten, weil sie ohne Zeitverzug reagieren können. Eine geringe Latenz erleichtert auch Anwendungen der Augmented Reality, bei der virtuelle Inhalte in Echtzeit in eine reale Umgebung eingeblendet werden. (dpa/rw)

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