Retail IT


Neuausschreibung der Abrechnungssoftware

Warum Markant sich gegen SAP entschied

18.05.2009
Von Hartmut  Wiehr
Bei einer Neuausschreibung der Software für das Rechnungswesen setzte sich der Anbieter Coda/Agresso gegen SoftM und SAP durch. Die Markant-Gruppe wickelt das Rechungs- und Zahlungswesen für große Player im Handel wie Rossmann und Schlecker ab.

Markant hat sich spezialisiert auf die sogenannte Zentralregulierung: Alle Lieferungen an die Filialen eines oder mehrerer Handelsunternehmen erfasst Markant zentral und verrechnet sie mit dem Lieferanten zu bestimmten Zeitpunkten. Die Handelskette und die Lieferanten werden dadurch vom Abrechnungs- und Zahlungsprozess entlastet, da der Dienstleister Markant alle entsprechenden Operationen übernimmt.

Der Dienstleister Markant trägt mit seiner zentralen Abrechnung zur Kostenentlastung der Handelsunternehmen bei.
Der Dienstleister Markant trägt mit seiner zentralen Abrechnung zur Kostenentlastung der Handelsunternehmen bei.

Pro Woche fallen allein in Deutschland etwa 25.000 per EDI versandte Liefer- und Rechnungsbelege an. Die Lieferanten schicken die Rechnungen an Markant, während der eigentliche Warenverkehr direkt zu den Filialen läuft. Die Auslieferung der Waren ist so entkoppelt vom Rechnungs- und Zahlungsverkehr, der von Markant - und nicht von den Lieferanten und den Retailhäusern - abgewickelt wird.

Im margenschwachen Food- und Nonfood-Handelsgeschäft werden mit dieser Vorgehensweise Rationalisierungs- und Kosteneffekte erzielt. Die Bandbreite der an das System angebundenen Firmen ist sehr groß: Laut Markant erreicht man europaweit einen Außenumsatz von etwa 50 Milliarden Euro und einen Verrechungsumsatz von 25 Milliarden Euro pro Jahr. Mittelständische Handelsunternehmen verfügen damit über eine Alternative zu den Handelsriesen Edeka, Rewe oder Metro, die für ihre direkt angeschlossenen Mitglieder und Filialen neben dem eigentlichen Warengeschäft ebenfalls Aufgaben der Zentralregulierung übernehmen.

Für das Rechnungswesen hatte Markant bereits 1990 Software von SoftM eingeführt – mainframe-gesteuert und mit aus heutiger Sicht altmodischer schwarzer Bildschirmoberfläche mit grünen Buchstaben, ohne Excel- oder Word-Anbindung. Im Rahmen einer Neuausschreibung wurden zunächst acht Anbieter angeschrieben, von denen nach einem Prüfungsprozess mit ein- und zweitägigen Workshops schließlich zwei in die engere Wahl kamen.

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