Analysten-Kolumne

Warum Merger an der IT-Integration scheitern

Peter Ratzer ist Partner bei Deloitte. Er arbeitet dort seit 1998. Er ist auf die Beratung von CIOs bei der Entwicklung von strategischen Konzepten bis hin zur operativen Umsetzung einzelner Konzeptkomponenten fokussiert.

Business-IT-Alignment steigert den M&A-Erfolg

Elementar für eine gelungene Fusion ist eine erweiterte Sichtweise der IT - dies zeigt sich bei Unternehmen, die sich als überdurchschnittlich erfolgreich erwiesen haben: In 40 Prozent der Fälle fungiert die IT hier als Business Partner - eine Rolle, die künftig laut 46 Prozent aller Befragten gestärkt werden soll. Auch ein überdurchschnittliches Business-IT-Alignment trägt maßgeblich zur Verwirklichung von M&A-Zielen bei. Bei eng abgestimmten Geschäfts- und IT-Zielen können durch M&A hervorgerufene Anpassungen leichter vollzogen werden.

Frühe Einbindung der IT

Die frühzeitige Einbindung der IT in den M&A-Lifecycle ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. IT-Integrationsaspekte sollten bereits bei der Entwicklung der M&A-Strategie einfließen und die Zielselektion beeinflussen. Derzeit wird dies jedoch nur bei 15 Prozent der Fälle praktiziert. Auch bei der Due Diligence ist die IT von zentraler Bedeutung - was von einem Drittel aller Teilnehmer noch nicht berücksichtigt, jedoch von 90 Prozent der besonders erfolgreichen Unternehmen beachtet wurde. Je früher und umfassender die Unternehmens-IT in die M&A-Prozesse eingebunden und je ganzheitlicher der Ansatz ist, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

Der IT-Reifegrad entscheidet

Ein hoher Reifegrad der IT-Managementprozesse ist Voraussetzung für eine erfolgreiche IT-Integration. Es lassen sich fünf Reifegrade unterscheiden: initial, repeatable, defined, managed und optimizing. Bei "initial" dominieren unstrukturierte, eher zufällig ablaufende Managementprozesse. Demgegenüber ist "optimizing" von der kontinuierlichen Verbesserung etablierter Prozesse und Technologien gekennzeichnet. Unabhängig von der M&A-Erfahrung weisen insbesondere die Prozesse IT-Program-Delivery-Management und IT-Operations-Management einen hohen Reifegrad auf.

Kritisch ist hingegen der Prozess Customer-Relationship-Management. Das Risiko dieser einzelnen Prozesse wird von Unternehmen ohne M&A-Erfahrung massiv unterschätzt. Auf einer Skala von 1 (unkritisch) bis 5 (sehr kritisch) stuft der Benchmark die Prozesse IT-Operations-Management (4,4), IT-Resource-Management (4,2) und IT-Architektur-Management (3,9) als besonders kritisch ein; demgegenüber messen Unternehmen ohne M&A-Erfahrung diesen Prozessen eine deutlich geringere Relevanz bei.

Ein hoher Integrationsgrad ist nicht immer zielführend

Für das Gelingen eines M&A-Deals ist eine geeignete Integrationsstrategie ausschlaggebend. Dazu stehen dem CIO vier alternative StrategienStrategien zur Verfügung: Absorption, Combination, Complementary Combination, Portfolio. Der Studie zufolge streben circa 80 Prozent der Unternehmen einen hohen Integrationsgrad an. Alles zu Strategien auf CIO.de

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