Strategien


Wearables, IoT und Smart Home

Was die IFA-Trends fürs Business bedeuten

Klaus Hauptfleisch ist freier Journalist in München.

Viele der Uhren kommen in asiatisch-knatschigen Farben, was den Eindruck verstärkt, dass es sich rein um Consumer-Gadgets handelt. Aber in schwarz sehen die Liquid Leap oder das Talkband von Huawei richtig nobel aus. Und wenn sie nur dazu dienen, den Chef oder die Chefin diskret aus einem Meeting zu holen, weil anderswo "die Hütte brennt", wird just ein Business Use Case daraus.

Foto: Epson

In der Tradition der Schwestermarke Seiko als Anbieter der ersten Quarz- und ersten TV-Uhr, welche Roger Moore alias James Bond in Octopussy schmückte, und in der Tradition der Moverio als eine der ersten 3D-Datenbrillen mit GPS-Sensor steigt Epson nun in den Markt für Sport- und Fitnessuhren ein. Da ist einmal die Pulsense mit Aktivitäts- und Herzfrequenz-Tracker und dann die Runsense als GPS-Sportuhr. Erwähnenswert ist auch LGs IFA-Premiere der G Watch R als "erstes Android Wearable mit vollständig genutztem, runden Display".

Die Uhr mit P-OLED-Display sieht zunächst gar nicht aus wie eine Smart Watch, sondern wie eine edle Herrenuhr. Dabei bietet sie einen 1,2 GHz schnellen Snapdragon-Prozessor, 512 MB Arbeitspeicher und 4 GB eMMC-Speicher. Hinzu kommen verschiedene Sensoren wie Gyro, Beschleunigungsmesser, Kompass und Barometer. Das Betriebssystem Android Wear ist kompatibel zu Smartphones mit Android 4.3 oder höher. Im Oktober soll die G Watch R zum Preis von 299 Euro nach Deutschland kommen.

"Hören ist High Tech"

Nach dem Motto "Hören ist High Tech" hat der Bundesverband der Hörgerätehersteller unter www.ear-fidelity.de schon vor zwei Jahren darauf hingewiesen, dass moderne Hörsysteme ähnlich wie Samsungs Galaxy Gear oder Google Glass ebenfalls in die Kategorie der Wearables fallen und eine Reihe ähnlicher Funktionen bieten. So werden sie ebenfalls am Körper getragen und können sie sich mit anderen Geräten vernetzen, mit Fernsehern und Smartphones zum Beispiel. Über Near Field Magnetic Induction Technology (NFMI) in Verbindung mit Bluetooth können sie Signale annehmen und weitersenden, um über Schnittstellen wie einen Streamer (eine Art Fernbedienung) Audiosignale von anderen Geräten für Schwerhörige besser hörbar zu machen.

Noch besser, aber mit hohem Batterieverbrauch und aufwendigerer Konfiguration verbunden, sind Funktechnologien. Eine Umfrage des Verbands mit TNS Infratest und Fink & Fuchs hat ergeben, dass sich überdurchschnittlich viele Betroffene für ein Hörsystem mit Wearable-Funktionen entscheiden würden. Die Befragten erhoffen sich eine Verbesserung des Hörsinns und der Lebensqualität (27 Prozent), gefolgt von "Unauffälligkeit und Entstigmatisierung der Hörsysteme" (14 Prozent).

Wearables, ob Smart Watches, Fitnessuhren, Smart Glasses oder eben intelligente Hörsysteme gehören im Grunde alle schon zum Internet der Dinge (IoT). Dieses ist zwar keineswegs dasselbe wie ein Smart Home, wird aber auf der IFA als Consumer-Messe vielfach gemeinsam betrachtet. Im Privaten wie in Unternehmen setzen sich dabei Funktechnologien wie Bluetooth Smart (Low Energy) und Zigbee sowie die mit Bluetooth verwandten iBeacons immer mehr durch.

Zur Startseite