Ratschläge von McKinsey

Was einen zum guten Chef macht

Update  11.09.2019
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Sutton leitet aus diesen Beobachtungen drei Tipps für Führungskräfte ab. Sie lauten:

1. Sorgen Sie für die psychische Sicherheit Ihrer Mitarbeiter. Erfolgreiche Innovationen produziert nur, wer seine Leute Fehler machen lässt. Mitarbeiter müssen unausgegorene Ideen testen können, sie müssen experimentieren dürfen, ohne im Fall eines Flops bloßgestellt oder bestraft zu werden.

2. Stellen Sie sich vor Ihre Leute.Beispiel dafür ist Annette Kyle. Sie ist keine Top-Managerin, aber eine sehr gute Chefin für rund 60 Arbeiter an einem texanischen Bahnhof. Diese laden Ware von der Schiene auf Trucks und Schiffe. Dabei kam es immer wieder zur Zahlung von Strafgeldern, wenn Produkte zu lang liegen blieben. Die Arbeiter behaupteten, sie hätten es eben nicht früher geschafft.

Wenn die Chefin "Eine von uns" ist

Kyle vermittelte den Blue-Collar-Workern ein Gefühl von der Bedeutung ihrer Arbeit. Eigenhändig nähte sie "Jammer nich!"-Buttons auf die Uniformen ihrer Leute. Außerdem schmiss sie ihren überdimensionierten Schreibtisch aus dem eigenen Büro - sie fand ihn zu angeberisch. Folge: Die Arbeiter akzeptierten Kyle als "eine von uns", ohne die Autorität der Chefin infrage zu stellen. Sie legten sich mehr ins Zeug - und Kyle senkte die Bußgelder erheblich.

Das alles war nur möglich, so Kyle selbst, weil ihr Vorgesetzter sie immer unterstützt habe. Vom mittleren Management war die unkonventionelle Art der Frau zunächst sehr misstrauisch beäugt worden.

3. Nutzen Sie die große Macht der kleinen Gesten. Robert Townsend, CEO von Avis, sagte einst, er vermisste immer wieder das simple "Danke schön" im Geschäftsleben. Es sollte aber kommen - nicht nur nach Abschluss jedes Projektes, sondern auch mal zwischendurch.

Wie es wäre, für sich zu arbeiten

Sutton sagt, ChefsChefs sollten sich vor allem eine Frage stellen, nämlich: "Wie ist es wohl, für mich zu arbeiten?" Daraus leiten sich weitere Überlegungen ab - etwa, warum oder warum nicht die Besten für jemanden arbeiten wollen. Alles zu Personalführung auf CIO.de

Ein Chef, der seine eigenen Mitarbeiter für Versager hält, muss sich erst einmal an die eigene Nase fassen, so Sutton. Keine neue Erkenntnis: Bereits der römische Senator Titus Petronius, Autor des Romans "Satyricon", gab zu Bedenken: "Qualis dominus, talis et servus (Wie der Herr, so auch der Sklave").

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