Todesfälle

Was tun, wenn der Kollege stirbt?

30.05.2018
Von Kerstin Dämon

Schonzeit für Betroffene einräumen

Viele Untersuchungen sind zu dem Schluss gekommen, dass neben einer menschlichen Arbeitsatmosphäre eine Schonzeit für den Betroffenen wichtig ist. Eine Zeit, in der der Trauernde eben nicht so leistungsfähig sein muss wie sonst - und sich dafür nicht zu rechtfertigen braucht. Deshalb macht es in manchen Fällen sogar Sinn, externe Trauerberater hinzuzuholen. Verschiedene Bestattungsinstitute und Unternehmensberatungen bieten ihre Hilfe an, wenn Unternehmer selbst nicht die richtigen Worte und Lösungen finden. Dahinter stehe schließlich - neben aller Menschlichkeit - auch das Ziel, den Arbeitnehmer so schnell wie möglich zurück zur vollen Produktivität zu führen, gibt die Unternehmensberatung Brainactive aus Taufkirchen bei München Managern zu denken.

Berater Charles-Edwards warnt allerdings davor, den Umgang mit dem Thema Tod ganz in die Hände von Externen zu legen. Sonst bekämen Vorgesetzte und Kollegen das Gefühl, dass sie ihr Team nicht verständnisvoll unterstützen können. "Oder es kann sie darin bestärken, das Thema einfach zu ignorieren", sagt er.

Business as usual oder Totalausfall

"Manchmal ist es nicht schlecht, einen Externen hinzuzuholen, der wegen seines Abstandes vielleicht besser entscheiden kann, welche Lösung für das Unternehmen und zu dessen Kultur passt", entgegnet Psychologe Metzger. Das sei aber abhängig vom Unternehmen.

Die ersten Fragen, die sich ein Chef in einem solchen Fall generell stellen muss sind:

  • Wie gehe ich angemessen mit der Situation um?

  • Wie kommuniziere ich den Todesfall und wem gegenüber?

  • Was ist als nächstes zu tun?

Denn so unangenehm es sein mag, gerade die Führungsetage muss sich in einer solchen Situation mit den Bedürfnissen des Mitarbeiters auseinandersetzen und für beide Seiten eine zufriedenstellende Lösung finden. "Wenn ein Mensch trauert, sind drei Gruppen im beruflichen Umfeld involviert: Die Kollegen, der direkte Vorgesetzte und die Unternehmensleitung" sagt Metzger. Stirbt ein enger Familienangehöriger eines Mitarbeiters - der Partner oder ein Kind - sollten alle drei Gruppen dem Betroffenen ihre Anteilnahme zeigen, die direkte Führungskraft sollte Unterstützung anbieten. Trauert ein Mitarbeiter um einen Freund oder einen entfernten Verwandten, sollten zumindest die Kollegen ihre Anteilnahme ausdrücken.

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