BMW, Daimler, Tesla, Volkswagen

Wer im Automarkt überlebt

Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und beschäftigt sich mit Rechtsurteilen, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
BMW und Volkswagen versus Google und Tesla. Autonomes Fahren und Connected Mobility macht den OEM zu schaffen. A.T. Kearney zeigt, wie Autohersteller handeln sollten.
  • Oberklassehersteller wie BMW und Daimler haben gute Chancen, die Attacken zu parieren
  • Hersteller von Mittelklassefahrzeugen wie Volkswagen können die Verlierer sein
  • Günstige Anbieter wie Dacia und Hyundai sind prädestinierte Partner für Google und andere
  • Data Ownership ist einer der wichtigsten Herausforderungen
  • Autonomes Fahren geht ab 2030 richtig los
  • 2035 beträgt der gesamte Marktanteil 17 Prozent
Das autonome Fahren wirbelt den Automarkt durcheinander. Laut A.T. Kearney wandelt er sich von einer Pyramide mit den OEMs an der Spitze in ein Rad mit Speichen.
Das autonome Fahren wirbelt den Automarkt durcheinander. Laut A.T. Kearney wandelt er sich von einer Pyramide mit den OEMs an der Spitze in ein Rad mit Speichen.
Foto: A.T. Kearney

Als "zementiert" pflegte der ehemalige Fußballmanager Heribert Bruchhagen die Kräfteverhältnisse in der Bundesliga zu bezeichnen. Diese Vokabel eignet sich auch hervorragend, um einen der prominentesten Märkte überhaupt zu beschreiben: die seit vielen Jahrzehnten von einem Oligopol bekannter Hersteller bestimmte Automobilbranche. Nun bedrohen technologische Entwicklungen wie Connected Cars und selbstfahrende Autos just diesen über Jahrzehnte eingespielten Hort der Stabilität. Die Auguren sind sich sicher: Der Zement wird sich lösen. Aber wann genau? Und vor allem: Wer gewinnt am Ende in einem rasch wieder flüssig gewordenen Wettbewerb? Wer verliert? Und fließt die Wertschöpfung, die hierzulande ein Rückgrat der IndustrieIndustrie bildet, letzten Endes ab nach Kalifornien? Top-Firmen der Branche Automobil

Studie aus deutscher Perspektive

Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass dies aktuell die mithin spannendsten und wichtigsten Fragen sind - in der IT und in der Wirtschaft überhaupt. Die Berater von A.T. Kearney legen nun eine Studie vor, die genau diese Fragen zu beantworten versucht: "How Automakers Can Survive the Self-Driving Era". Diese Analyse, das vorneweg, ist auf allen knapp 40 Seiten gehaltreich und lesenswert.

Zur Einordnung muss aber vorausgeschickt werden, dass sie eine deutsche Brille aufhat - ganz exakt eine süddeutsche. Die Autoren sind Michael RömerMichael Römer, Steffen Gaenzle und Christian Weiss, die in den A.T. Kearney-Büros in München und Stuttgart arbeiten. Dort also, wo mit BMWBMW und AudiAudi, DaimlerDaimler und PorschePorsche große Autobauer ansässig sind. Top-500-Firmenprofil für Audi Top-500-Firmenprofil für BMW Top-500-Firmenprofil für Daimler Top-500-Firmenprofil für Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG Profil von Michael Römer im CIO-Netzwerk

Kooperation mit IT-Spezialisten nötig

Die Perspektiven für diese Unternehmen werden von den Autoren als durchaus günstig eingestuft - vorausgesetzt sie folgen weiter dem Gebot der Stunde, das Kooperation und Partnerschaft mit IT-Spezialisten heißt. Und vorausgesetzt, sie wandeln sich selbst quasi von "Hardware"-Produzenten zu "Software"-Unternehmen - in der IT-Welt sind entsprechende Beispiele ja wohlbekannt.

An der Wucht des Veränderungsdrucks lassen die Berater keine Zweifel. Auch A.T. Kearney geht davon, dass die IT-Riesen aus den USA wie GoogleGoogle, AppleApple, MicrosoftMicrosoft, FacebookFacebook, Cisco und Uber gute Chancen haben, im Automobilmarkt künftig Rahm abzuschöpfen. Kandidaten für die Verliererrolle haben die Autoren ebenfalls im Visier: Hersteller von Mittelklassefahrzeugen wie zum Beispiel VolkswagenVolkswagen. Top-500-Firmenprofil für Volkswagen Alles zu Apple auf CIO.de Alles zu Facebook auf CIO.de Alles zu Google auf CIO.de Alles zu Microsoft auf CIO.de

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