Business Value

Wertbeitrag von Data- und Analytics-Projekten unklar

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
CIOs können nur schwer den Wert und den RoI ihrer Investitionen in Data und Analytics messen. Gartner zeigt in einer Studie, woran das liegt, nennt Soft Benefits und analysiert anhand von fünf Business Value Metriken den Wertbeitrag von Projekten.
  • Eine Minderheit von zwölf Prozent der Entscheider misst einen Return on Investment (ROI)
  • Politische/unternehmenskulturelle Gründe sowie technologische Probleme hindern Unternehmen daran, den Wertbeitrag ihrer IT-Initiativen zu messen
  • Umsatzsteigerungen und Kostensenkungen werden öfter gemessen als beispielsweise Veränderungen bei der Markteinführung

Er sei "perplex" angesichts der Tatsache, wie wenig Unternehmen über den Wertbeitrag ihrer IT wissen, bloggt Gartner-Analyst Andrew White. Er bezieht sich auf seine Studie "Where to target your data and analyticsanalytics investments to improve business value". Darin fragte White nach den Auswirkungen von Projekten rund um Business IntelligenceBusiness Intelligence (BI) und Data Analytics. Alles zu Analytics auf CIO.de Alles zu Business Intelligence auf CIO.de

Mehr als jeder Vierte misst den Wertbeitrag der IT gar nicht.
Mehr als jeder Vierte misst den Wertbeitrag der IT gar nicht.
Foto: Gartner

Das Bauchgefühl der mehr als 500 befragten Entscheider ist positiv. 22 Prozent erklären, der Wertbeitrag sei heute "viel besser" als im vergangenen Jahr, weitere 50 Prozent halten ihn für "ein bisschen besser".

Doch geht es um belastbare Zahlen, sehen die Ergebnisse anders aus. Eine Minderheit von zwölf Prozent gibt an, einen Return on Investment (ROIROI) zu messen. Die höchste Zustimmungsrate - in diesem Fall 27 Prozent - erhält das Statement "Wir messen die Ergebnisse nicht." Alles zu ROI auf CIO.de

Quantitative und qualitative Messungen

Analyst White ist bewusst, dass solche Messungen schwierig sind. Denn der Wertbeitrag schlägt sich nicht nur in harten Zahlen nieder, sondern auch in sogenannten Soft Benefits. Das zeigen die Ergebnisse. 24 Prozent der Befragten sehen sich qualitativ an, wie sich die Zufriedenheit der Nutzer verändert. 23 Prozent sammeln Anekdoten über messbare Business Benefits. 15 Prozent verfolgen die quantitativen Nutzungsraten.

Gartner nennt fünf verschiedene Business Value Metriken von Data und Analytics.
Gartner nennt fünf verschiedene Business Value Metriken von Data und Analytics.
Foto: Gartner

Zu den Soft Benefits zählt Gartner folgende sieben Faktoren:

  • das Erreichen strategischer Ziele,

  • verbesserte Entscheidungsfindung,

  • mehr Agilität,

  • mehr Wettbewerbsvorteile,

  • höhere Nutzung von Data und Analytics,

  • verbesserte Abstimmung von Zielen und Key Performance Indikatoren (KPIKPI) Alles zu KPI auf CIO.de

  • sowie zufriedene Stakeholder.

Als harte Faktoren für den Wertbeitrag nennt Gartner fünf Punkte:

  • das Erfüllen regulatorischer Vorgaben,

  • Compliance,

  • schnellere Markteinführungen,

  • Verbesserungen beim Kundenservice,

  • Kostensenkungen und Umsatzsteigerungen.

Hier konzentrieren sich die Befragten vor allem auf das Messen von Umsatzsteigerung, Kostenreduktion und Regularien/Compliance. Analyst White findet es bemerkenswert, dass schnellere Markteinführungen nicht zu den meistgemessenen Metriken zählen.

White rät Entscheidern, klar definierte Business Cases zu erstellen. Es muss deutlich sein, welche Metriken diese berücksichtigen.

Warum die Messung so schwer fällt

Der Analyst wollte wissen, was Entscheider am Erkennen des Business Value hindert. Die Gründe sind vielfältig, den Spitzenplatz teilen sich zwei: politische/unternehmenskulturelle Gründe sowie technologische Probleme. Das geben 41 Prozent der Befragten an. Fast ebenso viele nennen ökonomische Rahmenbedingungen (37 Prozent). Probleme mit der Finanzierung, regulatorische Hindernisse und Wechsel in den Prioritäten oder der Führungsriege sind weitere Gründe.

Das Messen des IT-Wertbeitrags scheitert vor allem an kulturellen und technologischen Faktoren.
Das Messen des IT-Wertbeitrags scheitert vor allem an kulturellen und technologischen Faktoren.
Foto: Gartner

Das ganze Thema - Messung des Wertbeitrags der IT - sei "verdammt wichtig", kommentiert White. Ein Leser seines Blogs schlägt vor, Information und Technologie getrennt voneinander zu bewerten. Dann erreiche man möglicherweise mehr.

Zur Startseite