Studien von AOK und BKK

Wie die flexible Arbeitswelt krank macht

Andrea König schreibt seit 2008 für CIO.de. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager. Die Arbeit als freie Autorin für verschiedene Redaktionen ist mittlerweile kein Vollzeitjob mehr - hauptberuflich arbeitet sie als PR-Beraterin bei einer Hamburger Kommunikationsagentur.

Krankenstand leicht gesunken

Parallel zur zunehmenden Flexibilisierung der Arbeitswelt nimmt die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen bei den Beschäftigten weiter zu. Im Vergleich zu 2010 ist der Anteil der Arbeitsunfähigkeitstage im vergangenen Jahr um 0,3 Prozentpunkte angestiegen. Was auf den ersten Blick nach wenig klingt, hat sich über die vergangenen 18 Jahre stark erhöht: Seit 1994 ist die Zahl der psychischen Erkrankungen um 120 Prozent angestiegen. Wer 2011 aufgrund psychischer Erkrankungen krankgeschrieben war, fehlte mit im Schnitt 22,5 Tagen je Fall mehr als doppelt so lange wie bei anderen Erkrankungen mit durchschnittlich elf Tagen.

Insgesamt ist der von der AOK berechnete Krankenstand im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken und lag 2011 bei 4,7 Prozent. Eine Arbeitsunfähigkeit dauerte im vergangenen Jahr durchschnittlich elf Tage. Dabei hat sich der Krankenstand auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau eingependelt. Die meisten der 140 Millionen Krankheitstage entfielen 2011 auf die Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen (23,1 Prozent). Dann folgen Atemwegserkrankungen (12,4 Prozent), akute Verletzungen (12,3 Prozent) und psychische Erkrankungen (9,6 Prozent). Doch nicht jede Krankheit führt zu Fehltagen - 59 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im vergangenen Jahr trotz einer Krankheit zur Arbeit gegangen sind.

Zum Vergleich: In der Aufstellung der BKK liegen psychische Erkrankungen erstmals sogar an dritter Stelle. Muskel- und Skeletterkrankungen (vor allem Rückenleiden) verursachen bei den beschäftigten Pflichtmitgliedern mit 26,3 Prozent die meisten Krankentage, an zweiter Stelle folgen Atemwegserkrankungen (14,4 Prozent). Psychische Erkrankungen folgen mit 13,2 Prozent aller Krankentage.

Man sollte den Wandel der Arbeitswelt aktiv zum Vorteil von Beschäftigen und Unternehmen gestalten. Dazu gehöre auch, dass der Flexibilität durch verbindliche Vereinbarungen zu Arbeitszeit und -ort klare Schranken gesetzt werden, so Uwe Deh, Geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Den richtigen Umgang mit dem technischen Fortschritt und der Flexibilisierung müsste man noch lernen und dabei neue Maßnahmen zum Gesundheitsschutz vereinbaren.

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