"Held durch Zufall"

Wie ein IT-Forscher den globalen Cyber-Angriff stoppte

13.05.2017
Mit einer Investition von knapp zehn Euro drehte ein einzelner Experte der massiven globalen Cyber-Attacke die Luft ab. Es war Glück: Er selbst war sich in dem Moment nicht sicher, was er tat.
Zum Preis von 9,78 Euro stoppte die weltweite Cyber-Attacke mit Erpressersoftware.
Zum Preis von 9,78 Euro stoppte die weltweite Cyber-Attacke mit Erpressersoftware.
Foto: seamartini graphics media - shutterstock.com

Die weltweite Cyber-Attacke mit Erpressungssoftware ist in der Nacht zum Samstag durch einen glücklichen Zufall von einem einzelnen IT-Forscher gestoppt worden. Der Betreiber des Blogs "MalwareTech" fand nach eigenen Angaben einen Web-Domainnamen im Computercode der SchadsoftwareSchadsoftware und registrierte ihn. Dadurch wurde die Ausbreitung des Lösegeld-Trojaners - auch zu seiner eigenen Überraschung - schlagartig abgebrochen. Alles zu Malware auf CIO.de

Denn die Angreifer haben die Domain aus welchen Gründen auch immer als eine Art Notbremse in ihre Software eingebaut, erklärten Sicherheitssoftware-Experten anschließend. Bei jedem Befall eines neuen Computers versuchte die Software zunächst, sich mit der Adresse "iuqerfsodp9ifjaposdfjhgosurijfaewrwergwea.com" zu verbinden. Solange sie nicht im Netz aktiv war, verschlüsselte das Programm den Rechner. Aber das Programm war darauf programmiert, den Computer in Ruhe zu lassen, wenn sich die Domain zurückmeldete.

Der Sicherheitsforscher von "MalwareTech" selbst räumte ein, dass ihm anfangs nicht bewusst gewesen sei, dass er mit dem Schritt die Attacke abwürgen würde. "Also kann ich zu meinem Lebenslauf hinzufügen: "Habe durch Zufall eine internationale Cyber-Attacke gestoppt", schrieb er bei Twitter. Der Experte sei ein "Held durch Zufall", sagte auch Ryan Kalember von der IT-Sicherheitsfirma Proofpoint der Zeitung "Guardian". Die Registrierung der Domain kostete ihm demnach 10,69 Dollar (9,78 Euro). Da die Attacke stoppte, während in den USA noch früher Morgen war, blieben dortige Unternehmen und Behörden weitgehend verschont. (dpa/rs)

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