Mit Analyse-Tools

Wie Facebook Wirtschaftskrisen ankündigt

Thomas Pelkmann ist freier Journalist in Köln.

Wolf Lichtenstein, bei SAS als Vice President für die Region DACH zuständig, ergänzt: "Diskussionen, Meinungs- und Stimmungsäußerungen auf diesen Plattformen sind Indikatoren für wesentliche politische, soziale und wirtschaftliche Trends." Die Politik und der öffentliche Sektor müssten solche Informationen nutzen, um ein Feedback zu politischen StrategienStrategien und Maßnahmen zu erhalten, so Lichtenstein. Dafür seien Technologien erforderlich, mit denen unstrukturierte Texte kategorisiert und enorme Datenmengen zukunftsorientiert analysiert werden können. Alles zu Strategien auf CIO.de

In Abu Dhabi wird Grippe mit Twitter bekämpft

Beispiele für sinnvolle Anwendungen von Big Data gibt es mittlerweile immer häufiger. So zitierte Spiegel Online vor kurzem einen Bericht der Ärzte-Zeitung über ein Grippe-Früherkennungsprogramm in Abu Dhabi. Um die Ausbreitung von Influenza-Epidemien bereits frühzeitig bekämpfen zu können, setzt das Emirat im Persischen Golf auf Twitter und das von Google entwickelte Analysetool Flu Trends. Damit erhoffen sich die Mediziner am Golf rund 14 Tage früher als bisher valide Daten über ausbrechende Grippe-Epidemien und wirksamere Frühmaßnahmen gegen die Grippe.

Im Blog der Business-Analytics-Spezialisten von Eodata zitiert Katharina Groß eine Liste aus den USA mit spannenden Einzelbeispielen für Big Data: So habe etwa ein Doktorand der New York University große Mengen von Wikileaks-Daten ausgewertet "und so Muster in den Aktivitäten der amerikanischen Truppen in Afghanistan erkennbar gemacht". Bestimmte Annahmen hätten mit seinen Ergebnissen bestätigt werden können, "zum Beispiel, dass die Kämpfe saisonalen Schwankungen unterliegen".

Und die Non-Profit-Organisation Benetech habe im Auftrag von Amnesty International und Human Rights Watch Geheimakten der guatemaltekischen Nationalpolizei ausgewertet. Die Analysen brachten einen Genozid während des Bürgerkriegs zwischen 1960 und 1996 ans Tageslicht, dessen Nachweis bisher nicht gelungen war.

Auch die US-Regierung hat bereits mit Big Data gearbeitet: Während der Verseuchung des Golfs von Mexiko durch das Leck der BP-Ölplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010 nutzte die Administration das Statistikprogramm R. Damit konnte die Frequenz ziemlich exakt bestimmt werden, mit der das Öl ausströmte, und die Gegenmaßnahmen ließen sich gezielt auf den Ölfluss abstimmen.

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