Strategien


R2 Data Labs

Wie Rolls-Royce ins Analytics-Business drängt

Scott ist Redakteur unserer UK-Schwesterpublikation Computerworld.
'Data Innovation Cells' sind das Herz einer neuen Business Unit bei Rolls-Royce. Wir verraten Ihnen, was es damit auf sich hat.

Der britische Fertigungstechnik-Gigant Rolls-Royce hat eine eigenständige Geschäftseinheit an den Start gebracht, die die Kunden der Luftfahrt-, Schiffsbau- und Energiesparte künftig dabei unterstützen soll, mit Big DataBig Data Analytics das Maximum aus ihren IoT-Assets herauszuholen. Das Unternehmen selbst verspricht sich davon natürlich ebenfalls gehörige Effizienzgewinne. Alles zu Big Data auf CIO.de

Rolls-Royce drängt mit seinen R2 Labs ins Analytics-Business.
Rolls-Royce drängt mit seinen R2 Labs ins Analytics-Business.
Foto: Rolls-Royce plc

IoT-Services, the next level?

In der Praxis sollen die R2 Data Labs - so der Name der neuen Business Unit - um sogenannte 'Data InnovationInnovation Cells' herum aufgebaut sein. Dabei handelt es sich um interdisziplinäre Expertenteams, die Daten analysieren und auf Grundlage dessen neue IoT-Services entwickeln. Die Teams sollen für die Herausbildung verschiedener R2 Data Lab-"Hubs" sorgen. Geplant sind Abteilungen in Großbritannien, den USA, Deutschland, Singapur, Indien und Neuseeland. Alles zu Innovation auf CIO.de

Neil Crockett, Chief Digital Officer bei Rolls-Royce und Chef der R2 Data Labs, rechnet fest mit Erfolg: "Wir sehen ein riesiges ungenutztes Potenzial für unsere Kunden, durch die Zusammenarbeit mit Rolls-Royce bei Data-Innovation-Projekten bessere und effizientere Prozesse zu erreichen."

Dazu sollen die Analytics-Teams auch agileagile Entwicklungsmethoden einsetzen, wie Caroline Gorski, Director Global Ecosystem and Partnerships, verrät: "Die Teams werden in ‚90-Tages-Sprints‘ arbeiten, die dann auf verschiedene interne Aktivitäten angewandt werden können - etwa um die Sichtbarkeit eines Assets sicherzustellen oder um den Wartungszyklus eines Assets verstehen zu können. Wir könnten aber auch Fragen externer Kunden beantworten - etwa welches Risiko bei einer bestimmten Asset-Flotte unter bestimmten Umständen besteht. Oder wie eine Schiffsroute angepasst werden kann, um Auswirkungen auf die Assets möglichst klein zu halten." Alles zu Agile auf CIO.de

Die technologische Plattform

Die technologische Plattform für die R2 Data Labs hat Rolls-Royce in Kooperation mit dem indischen IT-Provider Tata Consultancy Services und seinem Cloud-Partner MicrosoftMicrosoft geschaffen. Mit Microsoft hatte Rolls-Royce bereits im vergangenen Jahr ein IoT-Projekt ins Leben gerufen. Dabei wurden Azure Stream Analytics und Power BI dazu genutzt, Sensordaten aus der Motorenfertigung mit kontextuellen Informationen, wie etwa dem Treibstoffverbrauch oder dem Wetter, zu verknüpfen. Das Ziel: ein umfassenderes Bild von der Gesamtqualität der Flugzeugtriebwerke zu gewinnen. Alles zu Microsoft auf CIO.de

Mit Hilfe der Azure IoT Suite und der Cortana Intelligence Suite könnte Rolls-Royce schon bald Predictive-Maintenance-Services für die eigene Belegschaft oder auch Airlines anbieten.

In der Praxis heißt das für die R2 Data Labs: Sie werden ein Set von Schnittstellen-zentrischen Blocks entwickeln, um schneller ausliefern zu können und ihren Kunden einige IoT-Kernservices anbieten zu können. Auch die großen Anbieter wie SAPSAP oder DellDell verfolgen mit Leonardo, beziehungsweise der neuen "IoT Division" einen ähnlichen Ansatz. Alles zu Dell auf CIO.de Alles zu SAP auf CIO.de

Darüber hinaus will Rolls-Royce mit den R2 Labs seine Kunden auch mit industriellen KI- und Machine-Learning-Lösungen ausstatten. So könnten diese dynamische Applikationen entwickeln, die sowohl beim Unternehmen selbst für mehr Effizienz sorgen würden, als auch für die Entstehung neuer, kundenfokussierter Data Services.

"Wir nutzen Künstliche Intelligenz, um ansonsten relativ statischen Modellen Leben einzuhauchen. Das ist ein Bereich, in dem wir wirklich einschneidende Fortschritte sehen", bekräftigt Caroline Gorski.

Predictive Analytics für Alle

Der ursprüngliche Use Case stellte im Wesentlichen auf den Bereich Predictive Maintenance ab. In den R2 Labs wird derzeit bereits daran gearbeitet, der Schiffsbau-Abteilung detailliertere Einblicke und Daten für die Verbesserung von Routenführung und Flottenmanagement zur Verfügung zu stellen. Ganz ähnlich, wie das seit Jahren für die Luftfahrt-Abteilung des Unternehmens gemacht wird. Im nächsten Schritt soll dann die Energiesparte (beziehungsweise deren Kunden) von Rolls-Royce mit einer Predictive-Analytics-Lösung ausgestattet werden.

Ein typisches Rolls-Royce-Triebwerk - so wie es aktuell etwa im Airbus A380 oder der Boeing 787 verbaut wird - verfügt über tausende Sensoren, die verschiedene Werte - vom Kraftstofffluss bis hin zur Lufttemperatur - erfassen. Schon diese Motoren liefern also erste Hinweise auf die IoT-Grundlagen, die das Unternehmen gelegt hat.

Industrie-Giganten im Analytics-Rausch

Die Pläne von Rolls-Royce stehen in Einklang mit der Richtung, in die sich die Fertigungsbranche bewegt: immer mehr Unternehmen drängen ins Geschäft mit Big Data Analytics. Zum Beispiel der US-Rivale GE, der mit GE Digital und seiner branchenspezifischen Industrial-Analytics-Plattform "Predix" bereits seit 2016 in diesem Markt mitmischt. Die Plattform hat sich inzwischen weiterentwickelt und bietet einen Katalog von Applikations-Templates (von GE und Partnern), die direkt mit bereits existierenden IoT-Daten genutzt werden können. Darüber hinaus hilft ein "Low-code Studio" technisch weniger versierten Nutzern dabei, industrielle IoT-Apps zu entwickeln.

Nach Meinung von Caroline Gorski wird diese Art des Services immer wichtiger, um mit dem Wettbewerb Schritt halten zu können: "Advanced Analytics ist unerlässlich, wenn man ein Großunternehmen in der Fertigungstechnik betreiben will. Um die Erwartungen der Kunden in Sachen Service, Preis-Leistungs-Verhältnis und Zuverlässigkeit erfüllen zu können, ist es unabdingbar, einerseits die eigenen Prozesse besser zu verstehen und andererseits zu wissen, wie man Wertschöpfungspotenzial in komplexen industriellen Prozessen freisetzt."

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer UK-Schwesterpublikation Computerworld.

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