Strategien


Use Cases für Digital Payment

Wie sich Mastercard für die Zukunft im Retail rüstet

Der digitale Handel entwickelt sich rasant. Mastercards Digital-Manager Jorn Lambert will sich bei Partnern rechtzeitig positionieren.
In der Zukunft bezahlt man ohne Kreditkarten, Geldbeutel oder Menschen, prognostiziert der Digital-Manager von Mastercard.
In der Zukunft bezahlt man ohne Kreditkarten, Geldbeutel oder Menschen, prognostiziert der Digital-Manager von Mastercard.
Foto: Sharaf Maksumov - shutterstock.com

"Jetzt zählt, wer den eigenen Fußabdruck und das Netzwerk am schnellsten für neue Use Cases nutzt", erklärt Jorn Lambert, Executive Vice President Digital Solutions bei Mastercard. Für den Digital-Manager des ZahlungsanbietersZahlungsanbieters mit Hauptsitz in den USA ist jetzt die richtige Zeit, um sich auf die Zukunft des digitalen Handels vorzubereiten. Top-Firmen der Branche Finanzen

IoT und 5G verändern den Handel

Denn mit 5G-Netzen und einem sich rasant entwickelnden IoTIoT-Markt würden in den nächsten drei bis fünf Jahren Bezahlvorgänge zwischen Endgeräten genauso auf der Tagesordnung stehen wie zwischen Menschen oder Unternehmen, prognostiziert Lambert. Autos, die für Parkplätze bezahlen, Drucker, die automatisch Patronen nachbestellen oder interaktive Regale, die KI-gestützte Produktempfehlungen abgeben: mögliche Szenarien gebe es viele. Alles zu Internet of Things auf CIO.de

"Wir müssen die Trends erkennen, uns auf sie einlassen und die richtigen Entscheidungen treffen", sagt Lambert. Zu den richtigen Entscheidungen gehören für ihn das Etablieren neuer Partnerschaften sowie das Experimentieren mit digitalen Produkten und Services.

KI-gestützte Menü-Displays und Apple Card

Seit Mai arbeite Mastercard zum Beispiel mit dem Technikanbieter Zivelo zusammen. Das Ergebnis ist ein KI-gestützter, sprachgesteuerter Bestellservice, der in Schnellrestaurants zum Einsatz kommt.

Kunden der Restaurants können ihre Bestellungen direkt in das Menü-Display einsprechen. Gestaltet seien die Displays je nach Kundenbedürfnissen oder Außenfaktoren wie Tages-, oder Jahreszeit, Wetter oder Standort. Das Pilotprojekt Sonic Drive-In startet über das Jahr verteilt an verschiedenen Orten.

Mit Apple und Goldman Sachs, zählt Lambert weiter auf, kooperiere Mastercard seit März. Zusammen entwickeln die Unternehmen die Apple Card, eine digitale Kreditkarte, die direkt in die Apple Wallet oder das iPhone integriert werden soll.

Smarte Experimente im Einzelhandel

Partnerschaftliche Experimente startete Mastercard auch im EinzelhandelEinzelhandel. Zusammen mit dem Magazin Marie Claire zum Beispiel errichtete der Zahlungsdienstleister im Jahr 2018 eine Reihe von Pop-Up-Stores. Smarte Spiegel mit Touchscreen ließen darin Kunden Kleidung anprobieren und direkt bezahlen. Top-Firmen der Branche Handel

2017 testete Mastercard außerdem Augmented-Reality-Anwendungen. Kunden, die AR-Brillen aufsetzten, konnten dadurch in dem Bekleidungsgeschäft Saks Fifth Avenue digitale Abbildungen einzelner Produkte genauer betrachten und mit dem Bezahlsystem Masterpass von Mastercard direkt erwerben. Das Masterpass-System authentifiziert Kunden mithilfe einer Iris-Scan-Software von Qualcomm Technologies.

Erfolgsfaktor: Schnittstellen-Management

Der Erfolg dieser Partnerschaften, weiß Lambert, steht in direktem Zusammenhang mit den richtigen Programmierschnittstellen der Digitalservices, Netzwerke und Anwendungen. Doch während APIs notwendig wären, um neue Ökosysteme aufzubauen, sei es ebenso wichtig, nicht zu viele einzuführen. Denn das führe zu Verzögerungen, oder schlimmer noch, zu Security-Problemen. Beides, so Mastercards Digital-Manager, könne für Netzwerke tödlich enden.

Eines spiegelten all diese Beispiele deutlich wider: Um erfolgreich zu sein, müssten sich Unternehmen in ihrer Arbeitsweise verändern. "Bisher hat die Geschäftsseite entschieden, was die IT leisten muss", sagt Lambert. "Heute sind die Übergänge fließender, die Technik beeinflusst Unternehmensentscheidungen und in die andere Richtung läuft es noch zu 40 Prozent. Das ist großartig, verlangt aber auch ein viel tieferes Verständnis auf beiden Seiten."

Mit Material des IDG News Service.

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