Ratschläge und Fehler

Wie Sie ein höheres Gehalt aushandeln

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.

Eigene Arbeit, Alternativen, Verständnis

Wer für seine Arbeit lobende Worte hört, sollte darum bitten, diese Anerkennung in einer kurzen, formlosen E-Mail zu erhalten. Am Besten, der Absender setzt den Chef auf Kopie.
Wer für seine Arbeit lobende Worte hört, sollte darum bitten, diese Anerkennung in einer kurzen, formlosen E-Mail zu erhalten. Am Besten, der Absender setzt den Chef auf Kopie.
Foto: Monkey Business Images - shutterstock.com

5. Die eigene Arbeit in Business-Maßstäben messen

Technisches Wissen wird kaum einen Entscheider beeindrucken, sei er noch so technik-affin. Wenn es um’s Geld geht, zählen andere Maßstäbe. Laut Dave Willmer von Robert Half Technology sollten ehrgeizige Mitarbeiter den Wert ihrer Arbeit so gut wie möglich in Euro und Cent umrechnen.

Wer etwa den eigenen Bereich konsolidiert hat und jetzt mit einem kleineren Team auskommt, kann die Ersparnisse ausrechnen. Wer bestimmte Arbeiten schneller erledigt als andere, ebenso. "Sie sollten einen Mindestbetrag an Einsparungen oder Mehrumsatz nennen können, den sie generieren", sagt Willmer.

6. Den Verhandlungspartner verstehen

Luftman glaubt, dass der Erfolg eines Gehaltsgespräches auch von weichen Faktoren wie zum Beispiel dem Einfühlungsvermögen abhängt. Was für ein Mensch ist der Verhandlungspartner? Kommt er gleich zum Punkt? Oder sollte man zum Gesprächseinstieg allgemein über die Situation der Firma sprechen und erst allmählich auf das Thema Geld zusteuern? Hier muss sich anpassen, wer mehr Gehalt haben will. Luftmans Tipp: Wer einen absolut vertrauenswürdigen Kollegen hat, kann mit diesem ein solches Gespräch üben. Das hilft, die Selbst- und Fremdwahrnehmung zu korrigieren.

7. Alternativen zum Geld anbieten

Gerade in Krisen wird die erste Antwort lauten, das Unternehmen habe derzeit schlicht und einfach kein Geld. Kein Grund, sich abwimmeln zu lassen, so der Berater Alan Vengel. Man sollte Alternativen in petto haben: Unternehmensaktien, mehr Urlaub oder eine Weiterbildung zum Beispiel.

8. Die Verhandlungen nicht versanden lassen

Wer mit seinen Forderungen keinen Erfolg hat, sollte das Gespräch nicht einfach abhaken. Zum Mindesten kann man vereinbaren, in sechs Monaten noch einmal über das Thema zu sprechen. Stimmt der Vorgesetzte zu, sollte das schriftlich festgehalten werden. Dann ist es wichtig, zeitig an den neuen Termin zu erinnern und darauf zu bestehen, dass es ein weiteres Gespräch gibt.

Weitere typische Fehler bei der Gehaltsverhandlung

Vor zwei typischen Fehlern warnen die Experten: Erstens darf man keinesfalls mit Kündigung drohen. Dazu Willmer: "Warum sollte ein Unternehmen einem Mitarbeiter mehr Gehalt zahlen, der mit einem Fuß schon aus der Tür ist?" Zweitens nützt es nichts, mit gestiegenen Lebenshaltungskosten zu argumentieren. Die betreffen schließlich jeden.