Cloud Computing


Cloud-Kosten

Wie Unternehmen mit der Cloud sparen können

Die Frage, ob sich mithilfe von Cloud Computing Kosten senken lassen, beschäftigt viele CIOs. Ein Experte erklärt an sechs Kostenarten, was möglich ist.

"Die CloudCloud ist ein komplexes Ökosystem, kein Werkzeug", erklärt Michael Göbel, Sales Manager Cloud des Bertelsmann-Ablegers Arvato Systems. "Aber es stehen in der Cloud viele Werkzeuge zur Verfügung". Wer das verstanden habe, könne mit der Cloud tatsächlich Kosten sparen. Dazu sei allerdings ein ganzheitlicher Blick auf das Thema nötig. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

Die Kostenpyramide zeigt sechs Kostenarten auf drei Ebenen.
Die Kostenpyramide zeigt sechs Kostenarten auf drei Ebenen.
Foto: Arvato Systems

Anhand von sechs Kostenarten schlüsselt Göbel die Möglichkeiten der Kostenersparnis durch einen Cloud-Einsatz auf: Opportunitätskosten, Grenzkosten, Investitionskosten, Personalkosten, Betriebskosten und Prozesskosten.

Die Kostenarten ordnet er zudem in drei Ebenen ein: das digitale Geschäftsmodell als Fundament und darauf aufbauend die Ebenen Agilität und Produktivität sowie Resilienz und Transparenz. Denn die Devise "schnell oder sicher" sei veraltet, heute heiße es "schnell und sicher" - wenn IT-Entscheider ihre Hausaufgaben machen.
Gefährliche Missverständnisse ließen sich mit dem vorgestellten Modell als Grundlage vermeiden.

Die Kosten im Fundament: "Digitales Geschäftsmodell"

Opportunitätskosten: Diese Kosten entstehen durch das Versäumen von Gelegenheiten und Chancen. Digitale Nachfrage entwickle sich in der Regel nicht linear. Ergibt sich eine neue geschäftliche Möglichkeit, kann der Bedarf rapide ansteigen. Traditionelle Hardware kann solchen Anforderungen oft nicht schnell genug gerecht werden - geschäftliche Möglichkeiten gehen verloren, Opportunitätskosten entstehen.

Die Cloud hilft beispielsweise mit Serverless Computing dabei, IT-Ressourcen nach Bedarf zu skalieren. Befehle könnten in der Cloud auf Basis von Events ausgeführt werden. So werden keine Geschäftsmöglichkeiten aufgrund fehlender IT-Möglichkeiten verpasst. Zusätzlich wird nur bezahlt, was tatsächlich genutzt wird.

Mit traditioneller Hardware können geschäftliche Chancen verloren gehen.
Mit traditioneller Hardware können geschäftliche Chancen verloren gehen.
Foto: Arvato Systems

Was uns 2030 erwartet

Grenzkosten: Dieser Begriff beschreibt die Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Einheit entstehen. Im klassischen Geschäft gilt: Je mehr produziert wird, desto niedriger fällt der Stückpreis aus. In digitalen Geschäftsmodellen dagegen gehen die Grenzkosten gegen Null. Denn ob beispielweise Google AdWords eine oder 500 Suchanfragen erhält - der Arbeitsaufwand, so Göbel, bleibe verschwindend gering. Diese geringen Grenzkosten führen dazu, dass mehr Kunden auf digitale Geschäftsmodelle umstellen und damit die Cloud-Infrastruktur stärken. Die besseren Preise, die zum Beispiel der Cloud-Anbieter AWS dadurch bei der Bereitstellung der Services erzielt, würden direkt an die Cloud-Kunden weitergegeben.

Die Kosten der Ebene "Agilität und Produktivität"

Investitionskosten: Will man im klassischen Geschäft neue Werkzeuge ausprobieren, muss das Unternehmen zunächst in diese investieren. Diese Kosten bleiben mit der Cloud aus. Denn die Portfolios der Anbieter sind nach dem Lego-Baukasten-Prinzip aufgebaut. Im Self-Service kann sich so jedes Unternehmen an den einzelnen Bausteinen bedienen, ohne erst große Investitionen leisten zu müssen.
Ein weiterer Vorteil: "Man muss das Rad nicht neu erfinden, sondern kann auf Best-Practices setzen", so Göbel.

Personalkosten: Nach Göbels Meinung, sind hier mit der Cloud keine Einsparungen möglich. Mitarbeiter müssten unter anderem mit Cloud-spezifischem Wissen weitergebildet werden.

Die Kosten der Ebene "Resilienz und Transparenz"

Betriebskosten: In der Cloud ist alles sichtbar. So auch, welche Systeme gebraucht werden, und welche nicht. Der Verbrauch kann so optimiert werden, um Betriebskosten zu senken.

Prozesskosten: Prozesse ändern sich stetig und verursachen so Mehraufwand. Durch Automatisierung hilft die Cloud, die Kosten zu reduzieren und bei Bedarf anzupassen. Das baue auch Hürden bei Innovationen ab.

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