Cloud Computing


Coronakrisen-Hotline

Wiener Psychotherapeuten setzen auf Cloud-Telefonie

Jürgen Hill ist Chefreporter Future Technologies bei der COMPUTERWOCHE. Thematisch befasst sich der studierte Diplom-Journalist und Informatiker derzeit mit aktuellen IT-Trendthemen wie KI, Quantencomputing, Digital Twins, IoT, Digitalisierung etc. Zudem verfügt er über einen langjährigen Background im Bereich Communications mit all seinen Facetten (TK, Mobile, LAN, WAN). 
Dass die Belastungen durch die Coronakrise auf die Psyche schlagen, ist kein Geheimnis. So musste etwa die Wiener Psychotherapie-Helpline die Zahl ihrer Nebenstellen verfünffachen. Sie meisterte die Aufgabe per VoIP-Telefonie aus der Cloud.
In der Coronakrise registrierte die Psychotherapie-Helpline in Wien eine rasant steigende Zahl an Anrufen.
In der Coronakrise registrierte die Psychotherapie-Helpline in Wien eine rasant steigende Zahl an Anrufen.
Foto: Sina Ettmer Photography - shutterstock.com

Quasi über Nacht wurde der Wiener Landesverband für Psychotherapie (WLP) mit einer explodierenden Zahl an Hilferufen konfrontiert. Der WLP betreibt eine Psychotherapie-Helpline für Hilfesuchende. Und diese verbuchte eine rasant steigende Anzahl an Anrufen, da die Ausnahmesituation aufgrund der Coronakrise für viele Menschen große Herausforderung und psychische Belastung darstellt.

Corona und die Psyche

Viele Menschen sind derzeit in ihrem persönlichen Sicherheitsgefühl grundlegend erschüttert, erklärt Leonore Lerch, Vorsitzende des Wiener Landesverbandes für Psychotherapie: "Hier ist unmittelbare Hilfe in Form von telefonischen Krisengesprächen notwendig, damit Stress und psychische Belastungen nicht chronifizieren!" Und das nicht nur vorübergehend. Die Psychotherapeutin ist überzeugt, dass die Nachwirkungen der Krise auf die seelische Gesundheit ihre Einrichtung noch längere Zeit beschäftigen werden.

Über 160 Psychotherapeuten betreuen die Hotline ehrenamtlich.
Über 160 Psychotherapeuten betreuen die Hotline ehrenamtlich.
Foto: wavebreakmedia - shutterstock.com

Und der WLP handelte. Auf ehrenamtlicher Basis wird die Psychotherapie-Helpline des WLP derzeit von über 160 Psychotherapeuten betreut. Weitere 100 stehen auf der Warteliste und haben Interesse an der Mitarbeit bei der Psychotherapie-Helpline bekundet. Doch wie stellt man die Erreichbarkeit dieser Experten unter einer zentralen Hotline-Nummer sicher, wenn in Pandemiezeiten aus Gründen des Gesundheitsschutzes eher Homeoffice angesagt ist anstelle von zentralen Beratungs- und Call Centern? Und das ganze quasi noch über Nacht.

Skalierbarkeit auf Cloud-Basis

Eine Aufgabe, die in so kurzer Zeit mit klassischer TK-Technik nicht zu bewältigen ist. In Wien entschied man sich deshalb für eine IP-Telefonie-Lösung auf Cloud-Basis. Diese ist in der Regel innerhalb von 24 Stunden einsatzbereit und skalierbar. So wurde die ursprünglich vorhandene Anzahl an Nebenstellen, die vom WLP bereits vor der Covid-19-Pandemie im Projektbetrieb im Einsatz waren, für die Psychotherapie-Hotline verfünffacht.

Dank Cloud-Telefonie können die Therapeuten nun unabhängig von Endgerät und Ort telefonisch beraten.
Dank Cloud-Telefonie können die Therapeuten nun unabhängig von Endgerät und Ort telefonisch beraten.
Foto: Chinnapong - shutterstock.com

Die Wahl des Cloud-Partners fiel in Wien auf NFON, einem paneuropäischen Anbieter für Telefonanlagen aus der Cloud. Zudem nimmt das Unternehmen an der Initiative Digital Team Österreich des Bundesministerium für DigitalisierungDigitalisierung und Wirtschaftsstandort teil. Die Initiative, die im Auftrag von Bundesministerin Margarete Schramböck gegründet wurde, ist ein Zusammenschluss von Unternehmen aus der Digitalisierungsbranche unter der Koordinierung der Internetoffensive Österreich. Wie es seitens des Ministeriums heißt, bietet das Digital Team Österreich digitale Dienste für kleine und Mittelgroße Unternehmen (KMU) während der Coronakrise für zumindest drei Monate kostenlos an. Alles zu Digitalisierung auf CIO.de

Die Umsetzung des Hotline-Projekts beim WLP erfolgte durch die KEP CONSULT Wien, die für Unternehmen unter anderem TK-, Energiekosten etc. analysiert und kontrolliert. Zum Einsatz kam dabei Cloudya, die Cloud-Telefonieanlage von NFON. Mit dem Wechsel in die CloudCloud arbeiten die Psychotherapeuten nun unabhängig von Endgerät und Ort. Mit der Telefonanlage Cloudya können sie dabei die Gespräche im Browser vom Mac oder PC führen. Zudem steht mit der Cloudya-App eine Anwendung für Smartphones mit den Betriebssystemen iOS oder Android zur Verfügung. Alles zu Cloud Computing auf CIO.de

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