Stefanie Kemp, Country Leader Oracle Deutschland

"Wir brauchen Stabilität in der Kundenansprache"

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

CIO.de: Muss für Ihr Cloud-Szenario auch die Hardware von Oracle kommen?

Kemp: Wünschenswert wäre das. Das besprechen wir jedoch individuell mit dem Kunden.

CIO.de: Viele Ihrer Kunden sind mit ihren Workloads schon in der Microsoft-Azure- oder der AWS-Cloud. Sie wünschen sich eine offene Multi-Cloud-Welt, in der sie Workloads idealerweise hin- und her bewegen können. Wie wird Oracle dem gerecht?

Kemp: Mit Microsoft haben wir uns bereits geeinigt, die Integration erfolgt nahtlos. Genauso diskutieren wir das mit anderen Providern. Microsoft ist aber im Moment der einzige Partner, mit dem wir das komplett durchgezogen haben.

Wichtiger ist aus meiner Sicht die Frage, wie wir den System-Integration-Layer, den die Unternehmen sich über Jahre on premises aufgebaut haben - Microservices- und API-basiert - in den Cloud-Ansatz überführen. Wie gelingt es, ein unterschiedliches Applikationsportfolio sauber miteinander zu integrieren? Aus der CIO-Sicht kann ich sagen: Ob großes oder kleines Unternehmen, da sind in den letzten Jahren Komplexitäten entstanden, die können wir nicht mit einem Fingerschnipp verändern und alles neu aufsetzen.

"Unsere Kunden sollen es einfach haben"

Wir müssen versuchen, mit den gegebenen Mitteln und der verfügbaren Infrastruktur die Dinge sauber in einer Cloud-Infrastruktur zu 100 Prozent zu integrieren - so dass die Prozesse Ende zu Ende laufen. Das ist immer meine Denke gewesen: Schnittstellen gestalten, Prozesse optimieren und so das Business beschleunigen. Im Oracle-Stack haben wir das zu 100 Prozent sauber hinbekommen. Jetzt gehen wir auf die Softwarehersteller zu, um auch deren Plattformen Cloud-ready zu bekommen. Unsere Kunden sollen es einfach haben, die Anwendungen verschiedener Hersteller zu integrieren.

CIO.de: Dann gibt es also bald SAP S/4HANA aus der Oracle-Cloud?

Kemp: (Lacht) Das haben Sie jetzt gesagt, nicht ich!

CIO.de: Ich könnte mir schon vorstellen, dass der eine oder andere deutsche Kunde nichts dagegen hätte …

Kemp: Technisch möglich wäre es wohl.

CIO.de: Ist es bei Oracle ein Tabu, mit Amazon Web Services zusammenzuarbeiten? Larry Ellison schlägt in seinen Keynotes ja regelmäßig heftig gegen AWS aus …

Kemp: Es gibt immer Tabus, oft durch persönliche Ereignisse getrieben. Ich würde aber aus der deutschen Rolle heraus sagen: Deutschland ist ein anderer Markt, hier laufen Ausschreibungen anders. Auch der Umgang unter Wettbewerbern ist ein anderer als in den USA. Am Ende werden wir immer in der einzelnen Situation entscheiden, was geht und was nicht.

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