Strategien


IBM-Chefin Koederitz

"Wir sehen eine Verschiebung des Portfolios"

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.

Anwendungsbeispiele stehen im Vordergrund

Wie äußert sich das konkret in der Präsentation der IBM auf der CeBIT?

Koederitz: Konkrete Projekte und Referenzen sind wichtig. Schon in den letzten Jahren haben wir nicht Produkte, sondern Lösungen in den Vordergrund gestellt, die wir mit Kunden, Partnern oder unseren Labs entwickelt haben. Die haben wir natürlich mit unserer Software und auf unseren Plattformen entwickelt, aber wir stellen das Anwendungsbeispiel in den Vordergrund, nicht die Technik.

Demnach erreichen Sie nicht nur IT-Profis, sondern auch jede Menge Anwender und Entscheider aus den Fachabteilungen auf der CeBIT?

Koederitz: Das ist schon seit längerem so. Wir hatten ja auch schon früher ein begleitendes Fachprogramm - zum Beispiel für die Automobilindustrie oder den Gesundheits-Sektor. Dieses Jahr machen wir zusammen mit der Deutschen Messe eine Veranstaltung für Chief Marketing Officers (CMOs). Wir werden Marketingleiter und Vertriebs-Chefs mit Fachprogrammen wie dem CMO-Community-Tag ansprechen. Und wir bieten bestimmte Führungen an, bei denen wir Entscheider aus den Fachabteilungen zusammenführen. Ebenso werden wir unsere CIO-Plattformen weiter pflegen. Die CIOs bringen inzwischen auch andere Entscheider aus der Top-Management-Ebene mit auf die CeBIT.

Ist es die Zukunft der CeBIT, Anwendungsszenarien zu zeigen?

Koederitz: Auch die Technologien bleiben relevant. Selbstverständlich werden wir beispielsweise unsere Ankündigungen rund um die PureSystems-Produktfamilie in Szene setzen. Das ist unsere Architektur für die Smarter Computing Decade. Damit werden wir eher klassisch die Verantwortlichen für den IT-Betrieb erreichen. Andererseits ist klar: je stärker die IT in die Fachbereiche und die Kernprozesse unserer Kunden vordringt, desto mehr müssen sich Menschen interessieren und informieren, die bisher vielleicht nicht diese IT-Affinität hatten.

Gibt es nach all den Jahren eine Nibelungentreue der IBM zur CeBIT oder sind Sie eher kühle Rechner?

Koederitz: Wir sind in der Tat fast vom ersten Jahr an dabei. Es ist die Drehscheibe der IT, hier haben wir den größten Zulauf. Es ist auch nützlich, viele Anwender zu sehen und einen Blick auf die Branche zu haben. Und wir haben auch die Verantwortung, die in Deutschland nach dem Maschinen- und Anlagenbau zweitwichtigste Branche angemessen zu repräsentieren.

Andererseits: Wenn wir darin nicht einen echten Gewinn für uns sähen, der sich in Kontakten, Leads und konkretem Geschäft ausdrückt, und wenn wir unseren Auftritt nicht mit den Fachprogrammen ergänzen würden, dann müssten wir uns auch ein paar andere Fragen stellen.

Was machen Sie persönlich auf der CeBIT? Vorbereitete Millionenverträge unterzeichnen?

Koederitz: Kunden, Partner und Journalisten treffen. Das ist unsere wichtigste Woche im ersten Quartal, eine abwechslungsreiche Plattform, um sich ein Bild zu machen von den perspektivischen Chancen im Markt. Und natürlich, um ganz klar ein Signal an meine Mannschaft und alle Stakeholder der IBM zu geben: Wir können unsere Chance nutzen und die Herausforderungen meistern. (Computerwoche)

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