E.ON Business Services

"Wir wollen digital basierte Produkte"



Simon Hülsbömer betreut als Senior Project Manager Research Studienprojekte in der IDG-Marktforschung. Zuvor verantwortete er als Program Manager die Geschäftsentwicklung und die Inhalte des IDG-Weiterbildungsangebots an der Schnittstelle von Business und IT - inhaltlich ist er nach wie vor für das "Leadership Excellence Program" aktiv. Davor war er rund zehn Jahre lang als (leitender) Redakteur für die Computerwoche tätig und betreute alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz.
In der Energiebranche stehen große Umbrüche an - die IT muss bei Automatisierung und Vernetzung unterstützen, für bessere Kundenerlebnisse sorgen. LEP-Alumnus Clemens Schophaus von Eon Business Services berichtet.

Clemens Schophaus ist als IT Strategy & Portfolio Manager bei den E.ON Business Services tätig. 2014 hat er am Leadership Excellence Program (LEP) von CIO-Magazin und der WHU - Otto Beisheim School of Management teilgenommen. Mit einigen Jahren Abstand bewertet er im Interview die damals gemachten Lernerfahrungen und äußert sich zu aktuellen Projekten des energiekonzerneigenen IT-Dienstleisters.

Dr. Clemens Schophaus ist als IT Strategy & Portfolio Manager bei den E.ON Business Services tätig.
Dr. Clemens Schophaus ist als IT Strategy & Portfolio Manager bei den E.ON Business Services tätig.

CIO.de: Welches IT-Projekt steht bei den E.ON Business Services gerade ganz oben auf der Agenda?

Clemens Schophaus: Aus meiner Sicht wäre hier das Projekt "Digital Attacker" als Bindeglied zwischen unseren Digitalisierungsinitiativen einerseits und den klassischen Utility-spezifischen Backend-IT-Aktivitäten andererseits zu nennen.

Wir digitalisieren unsere Legacy-Plattformen für den Bereich Servicing und Back Office im Segment Customer Solutions. Ziel ist es, durch den Einsatz digitaler Technologien den Automatisierungsgrad zu erhöhen und dadurch effizienter zu werden. Darüber geht es darum, das Kundenerlebnis signifikant zu verbessern, neue innovative Produkte sehr schnell und kundenzentriert einzuführen sowie durch Data Analytics und selbstlernende Algorithmen neue Einsichten in das Kundenverhalten und in Kundenerwartungen zu erhalten. Dem Wettbewerb in den Segmenten B2C und B2B wollen wir mit neuen, digital basierten Produkten und einer konsequenten Nutzung der Synergie- und Effizienzpotenziale der digitalen Technologien begegnen.

Automatisierung und Effizienzsteigerung durch digitale Technologien - an diesem Szenario arbeitet man auch beim IT-Dienstleister des Energieriesen E.on.
Automatisierung und Effizienzsteigerung durch digitale Technologien - an diesem Szenario arbeitet man auch beim IT-Dienstleister des Energieriesen E.on.
Foto: E.ON Business Services

Der Trend der "Intelligenten Dinge"

CIO.de: Wählen Sie aus den folgenden fünf Digitalisierungstrends den für Sie aktuell bedeutendsten aus und begründen Sie Ihre Wahl: Künstliche Intelligenz, Blockchain, Predictive Analytics, Virtual Reality, Internet of Things.

Clemens Schophaus: Hier würde ich aus meiner Perspektive gerne eine Kombination aus den Trends Künstliche Intelligenz und IoT beleuchten: Intelligente Dinge.

Intelligente Dinge sind physische Dinge, die über die Ausführung von starren Programmiermodellen hinausgehen und künstliche Intelligenz nutzen, um fortschrittliche Verhaltensweisen zu liefern und in natürlicher Weise mit ihrer Umgebung und mit Menschen interagieren. Sie können für einen definierten Zeitraum unbeaufsichtigt arbeiten, um ihre Aufgabe abzuschließen. Anwendungen sind Geräte aller Art, einschließlich Autos, Drohnen, Haushaltsgeräte, Sonnenkollektoren und Windparks.

In der Kombination mit dem Internet der Dinge ergibt sich ein enormes Verstärkungspotenzial. Die Anzahl vernetzter Geräte wächst immens. Werden diese Geräte mit all ihren Sensoren und Netzwerkmöglichkeiten nun intelligent, ergeben sich überragende Möglichkeiten, beliebige Daten und Datenmengen an jedem Ort zu jeder Zeit intelligent zu erheben und zu nutzen. Mögliche Anwendungsfälle in der Energieversorgung beinhalten ein optimiertes intelligentes dezentrales Energie Management unter Ausnutzung der über die Wertschöpfungskette (Up-/Downstream) verteilten Sensordaten.

CIO.de: Gibt es einen weiteren, noch nicht genannten Trend, den Sie als sehr wichtig ansehen und wenn ja, welchen?

Clemens Schophaus: Ja, ich glaube eine sehr wichtige Rolle werden außerdem Digital Twins spielen. Ein digitaler Zwilling ist eine digitale Darstellung einer realen Entität oder eines Systems. Sie wird als Softwareobjekt oder-Modell implementiert, das eine eindeutige physikalische Entität widerspiegelt. Ein digitaler Twin einer physikalischen Entität ermöglicht es seinen Benutzern, mögliche Probleme zu erkennen, neue Einstellungen zu testen, alle Arten von Szenarien zu simulieren und so ziemlich alles zu tun, was Sie wollen, als ob Sie es mit der physikalischen Entität tun hätten.

Der Digital Twin ist einer der wichtigsten Enabler für digitale Windpark-Konzepte im Segment erneuerbare Energien. Es wird ein Digital Twin eines Windparks verwendet, um die effizienteste Turbine für jedes Feld der Farm zu bestimmen und so die gesamte Farm zu optimieren. Dadurch lässt sich die Energieproduktion des Windparks um bis zu 20 Prozent verbessern.

(Offshore-)Windparks bergen dank intelligenter Vernetzung und Digital Twin ein großes Potenzial zur Optimierung, findet Schophaus.
(Offshore-)Windparks bergen dank intelligenter Vernetzung und Digital Twin ein großes Potenzial zur Optimierung, findet Schophaus.
Foto: E.ON Business Services

LEP: Die Business-Perspektive einnehmen

CIO.de: Kommen wir zum Leadership Excellence Program von CIO und WHU. Wie kamen Sie zur Teilnahme?

Clemens Schophaus: Ich bin auf das LEP durch eine Ankündigung auf der Webseite CIO.de aufmerksam geworden. Der Ansatz der Mischung von Theorie und praktischem Austausch hat mich direkt angesprochen.

CIO.de: Was hat Sie am Basismodul "General Management" am meisten beeindruckt?

Clemens Schophaus: Im Prinzip kann ich hier drei wesentliche Punkte nennen: Erstens den praxisrelevanten Querschnitt durch die verschiedenen Disziplinen von Marketing bis Arbeitskultur aufbereitet durch wirklich gute und erfahrene Dozenten. Zweitens die gute Mischung aus Vorlesungen, Workshop Arbeit im Team sowie der Software basierten Unternehmenssimulation. Drittens die motivierende Teamarbeit mit Branchen übergreifenden Teilnehmern aus vielen verschiedenen Unternehmens- und Erfahrungskontexten.

CIO.de: Inwiefern konnten Sie das erlernte Wissen in Ihren beruflichen Alltag bereits anwenden?

Clemens Schophaus: Als IT-Manager ist mittlerweile essenziell, die Business Perspektive einnehmen zu können. Man muss beispielsweise verstehen, welche Herausforderungen in der Markpositionierung von Produkten bestehen, welche Bedeutung ein Brand oder das Thema Nachhaltigkeit dabei spielen oder wie man adäquat in einem preisbestimmten Wettbewerbsmarkt agieren muss. Hierfür hat mir das LEP wichtige Impulse geliefert.

CIO.de: Welche Rolle spielt das Entscheider-Netzwerk, das Sie durch das Seminar und die Teilnahme an Alumni-Veranstaltungen aufbauen?

Clemens Schophaus: Dieses Netzwerk ist einer der großen Pluspunkte, welche ich aus dem LEP mitgenommen habe und sehr gerne ständig weiter pflege und ausbaue. Der Mehrwert des regelmäßigen Austauschs mit Peer Kollegen quer zu Branchen, Industrien und Unternehmensgrößen ist immens und liefert immer wieder wertvolle Erkenntnisse und neue Perspektiven.

CIO.de: Würden Sie das LEP weiterempfehlen und wenn ja, warum?

Clemens Schophaus: Ja, ich würde das LEP klar weiterempfehlen. Eine ganze Reihe von guten Gründen hierfür wurde bereits angesprochen. Um hier nicht zu wiederholen, möchte ich last but not least noch einen weiteren nicht zu unterschätzenden Punkt anführen: Die wirklich angenehme und freundliche Atmosphäre sowohl während des Programms als auch bei den Alumni-Veranstaltungen bewirkt, dass am Ende neben all den Fachthemen auch der Spaß nicht zu kurz kommt.

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