Strategien


Roland Berger

Wo der Chef-Stratege den CIO fragt

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Unternehmen schaffen zunehmen den Posten eines Chief Strategy Officer (CSO). CIOs sollen ihm vor allem bei der Digitalisierung von Geschäftsmodellen helfen.

"CSOs sind aus den Unternehmen nicht mehr wegzudenken", behaupten die Berater von Roland Berger, München. Das Kürzel bezeichnet in diesem Fall nicht Sicherheits-Chefs, sondern Chef-Strategen, Chief Strategy Officer. Deren Situation hat Roland Berger gemeinsam mit dem Institut für Betriebswirtschaft der Universität St. Gallen in der "CSO Survey 2013" untersucht. Rund 150 Chef-Strategen haben sich beteiligt.

Salopp ausgedrückt lautet das Fazit der Studie wie folgt: Chef-Strategen fühlen sich zunehmend unter Leistungsdruck. Sie müssen in immer kürzerer Zeit komplexe Fragen entscheiden. Probleme entstehen bereits beim Finden der dafür nötigen Informationen. CSOs rufen den CIO vor allem bei der Digitalisierung von Geschäftsmodellen mit an den Tisch.

Wer CSO werden will, muss in erster Linie kommunikativ sein. Bei der Besetzung dieser Position sei "vor allem ein gutes Netzwerk entscheidend", schreibt Roland Berger. Erfahrung aus General Management oder einer Strategieabteilung können dagegen nur sechs von zehn Befragten vorweisen. Die Studienautoren betrachten den CSO als Mediator zwischen den einzelnen Fachbereichen und der Geschäftsführung.

Die aktuelle Arbeitssituation der Chefstrategen umreißt Roland Berger so: Die meisten Unternehmen agieren seit der Finanzkrise vorsichtiger und folgen nicht mehr jedem Trend. Geschäftsmodelle werden für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren geplant. Gleichzeitig geben die Studienteilnehmer an, Ressourcen, Prozesse und Strukturen möglichst flexibel halten zu wollen. Sie müssen schnell auf veränderte Marktbedingungen reagieren können.

Prozesse effizienter zu machen, Marktanteile auszubauen und Kosten zu senken, erklären CSOs zu ihren wichtigsten Zielen. Das scheint sich nicht einfach zu gestalten. Die Befragten beklagen vor allem Zeitdruck. Dieses Problem erreichte einen Wert von 3,7 auf einer Skala von 1 bis 5. Außerdem berichten sie von Unsicherheiten darüber, welche Schritte zu unternehmen sind (2,7). Häufig wissen sie nicht, wo sie die nötigen Informationen bekommen und wie diese einzuschätzen sind (ebenfalls 2,7).

Die Rolle des CIO in der Arbeit des Chef-Strategen

An dieser Stelle könnte der CIO mit der Bereitstellung und Aufbereitung von Daten helfen. Allerdings folgt die Entscheidungsfindung oft einem anderen: dem CEO. Die Aussage, wonach die Entscheidung letztlich der Meinung des CEO folgte, erreicht auf der Skala einen Wert von 4,2. Zum Vergleich: die Aussage, der Entscheidung sei eine offene Diskussion vorangegangen, kommt nur auf 3,3. Viele Befragte sprechen denn auch von atmosphärischen Spannungen während der Entscheidungsfindung. Die Studienautoren schreiben, hier seien CSOs mehr denn je gefordert, "mit Meinungsverschiedenheiten sensibel umzugehen" und Diskussion zielorientiert zu moderieren.

CIOs sind gefragt, wenn es um die Digitalisierung von Geschäftsmodellen geht. Die Chef-Strategen sollten angeben, wer in diesem Punkt den meisten Einfluss ausübt. IT-Entscheider liegen mit 28 Prozent der Nennungen vorn. Ihnen folgt der Chief Operations Officer (COO) mit 26 Prozent. Erst danach nennen die CSOs ihre eigene Position (22 Prozent) und das Marketing (18 Prozent).

Big Data wird wichtig werden

Ein weiterer Ansatzpunkt der IT ist Big DataBig Data. Chef-Strategen gehen davon aus, dass das Management der Datenflut künftig an Bedeutung gewinnen wird. Big Data erreicht einen Wert von 3,0 auf der Skala und liegt damit noch vor dem Thema Corporate Social Responsibility mit 2,8. Alles zu Big Data auf CIO.de

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