Talent-Management

Wo steckt der Nachwuchs?

Top-Executives treffen Nachwuchs

In der Henkelschen Praxis sieht das dann so aus, dass CIO Wroblowski von den "richtig guten" Leuten die ersten 20 Leistungsträger zu einem dreitägigen Treffen des Executive Committee IT einlädt. Die widmen sich in Fünfergruppen verschiedenen "Executive-Themen".

Performance-Management und Dashboarding waren zwei der Themen. Die betreute Carsten Heina, 29 Jahre alt, in Paderborn studierter Wirtschaftsinformatiker, ebenfalls praxiserfahren. Während des Studiums schloss er sich Campus Consult an, einem der Uni angeschlossenen Beratungshaus, das Studenten in Projekte bei Unternehmen vermittelte. Als GmbH macht Campus Consult heute knapp zwei Millionen Euro Umsatz mit der Vermittlung von 5.000 Beratertagen im Jahr, die etwa 40 Studenten und Absolventen der Uni abwickeln. Heina hat bei der Deutschen Bank damals Schulungen in Lotus Notes gemacht und in mittelständischen Firmen eine "Kostenträgerrechnung" aufgesetzt. Vor allem aber, betont Heina, hat er den Umgang mit Kunden gelernt und seine "Soft Skills" geschult, eine Fähigkeit, die das Studium kaum vermittelt.

Nach der Campus-Consult-Zeit machte Heina seine eigene Firma auf - Haina Consult ("Mal mit eigenen Ressourcen spielen"). Nach der Diplomarbeit bei der Lufthansa Technik AGLufthansa Technik AG bekam er die Gelegenheit, zur Strategieberatung Booz Allen Hamilton in den Bereich IT-Strategie für Airlines, Banken und Telekommunikation zu wechseln. Mit seiner für einen 29-Jährigen recht breiten Markterfahrung stieg Heina nach dem Assessment in die zweite Management-Ebene "MC2" von Henkel auf und ist nun im Bereich IT-Governance unterwegs. Top-500-Firmenprofil für Lufthansa Technik AG

Forrester-Analyst Alexander Peters: "Kosten sparen, Effizienz, Outsourcing - diese Themen beherrschten die Praxis Tag für Tag. Das ist nicht attraktiv für den Nachwuchs."
Forrester-Analyst Alexander Peters: "Kosten sparen, Effizienz, Outsourcing - diese Themen beherrschten die Praxis Tag für Tag. Das ist nicht attraktiv für den Nachwuchs."

Jetzt können die von ihm betreute Gruppe wie auch die 15 anderen Auserwählten "in einem herausfordernden Umfeld zeigen, was sie draufhaben", sagt IT-Chef Wroblowski zu der Bewährungsprobe im Executive Committee IT. "Zudem geht es darum, die Distanz zwischen den Hierarchieebenen schrumpfen zu lassen." Einmal im Monat werden einzelne Kandidaten gebeten, vor den Konzernlenkern zu präsentieren. "Der Vorstand nimmt sich dafür extra Zeit", betont Wroblowski. Im Spaziergang wird kein IT-Kenner bei Henkel ins Top-Management gelangen. Schließlich gibt es ja noch die Henkelsche Entwicklungsphilosophie "Triple 2", eine jahrelange Tradition. Wer das Top-Management erreichen will, muss:

  • in zwei Unternehmensbereichen

  • zwei verschiedene verantwortungsvolle Positionen innegehabt haben

  • und in zwei Ländern tätig gewesen sein.

Nicht jeder schafft den Sprung ins Management oder in eine höhere Ebene. Doch geht Personalerin Menges davon aus, die richtigen Instrumente an der Hand zu haben, um beurteilen zu können, wer der Richtige für die zu besetzende Stelle ist. Und das ist ein Mix aus Performance-Beurteilung, Ergebnissen der Assessments und jährlichen Feedback-Gesprächen zwischen Vorgesetzten, Mitarbeitern und Personalern. Hier geht es um Chancen, Erwartungen und Entwicklungspotenziale.

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