Xing, Jobware, Monster und Co.

Zehn Karriereportale im Vergleich

Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.

BranchOut.com: So wird Facebook zum Business-Netz

Branchout läuft als Erweiterung innerhalb von Facebook. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich.
Branchout läuft als Erweiterung innerhalb von Facebook. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich.
Foto: Stefan von Gagern

Auf Facebook gibt es zwar Unternehmensseiten und -marketing en masse, die Komponente Business-Netzwerk hat der Social-Media-Gigant bisher aber bewusst ausgelassen. Bei vielen haben sich schon längst Geschäftspartner und Kollegen unter die Facebook-Freunde gemischt - also warum nicht Facebook auch als Business-Netz nutzen? BranchOut will diese Lücke mit seiner App schließen, die - einmal ins eigene Facebook-Profil nachinstalliert - von Xing und LinedIn vertraute Funktionen wie ein Profil und eine Einladungsfunktion anbietet. Alles jedoch kombiniert mit den typischen Facebook-Features wie "Gefällt mir" zu Statusmeldungen, Freundesanfragen und der Möglichkeit, schnell etwas auf der Pinnwand zu veröffentlichen. Bei seiner Suchfunktion nach Leuten, Jobs und Firmen brüstet sich BranchOut schon jetzt als "größtes Jobangebot" mit drei Millionen Einträgen. Klar, schließlich greift die Erweiterung überall wo möglich auf den riesigen Datenfundus von Facebook zurück und findet unter den privaten Freunden beispielsweise diejenigen, die auch geschäftlich in ähnlichen Branchen unterwegs sind. Bei Jobs fand die App in unserem Test jedoch meist nur Angebote aus den Vereinigten Staaten.

Neue Ideen: Auf Branchout erhält man für Erfolge, wie dem häufigen Vernetzen zur Belohnung „Badges“ – ähnlich wie auf Foursquare.
Neue Ideen: Auf Branchout erhält man für Erfolge, wie dem häufigen Vernetzen zur Belohnung „Badges“ – ähnlich wie auf Foursquare.
Foto: Stefan von Gagern

Es gibt gute neue Ideen: Ähnlich wie beim auf Ortsdaten spezialisierten Social Network Foursquare jagen die Branchout-Nutzer virtuellen Trophäen, so genannten Badges, hinterher. Ein Ranking zeigt, wer von den Freunden am besten vernetzt ist. Klingt vielleicht zunächst albern, der Wettstreit um die meisten Kontakte ist aber tatsächlich motivierend. Auch sonst herrscht oft ein etwas humorvollerer Ton (Die Funktion "Netzwerk erweitern" heißt hier beispielsweise. "Connect with them and grow your empire"), der wirklich Spaß macht. Die Bedienung ist insgesamt gelungen. Dass Branchout als App innerhalb von Facebook läuft, wirkt sich nur leider oft negativ auf Reaktionsfreudigkeit der Oberfläche aus.

Fazit: BranchOut bietet gute Ansätze bei Bedienung, Ideenreichtum und Optik, ist aber hierzulande noch nicht verbreitet genug, um ein Top-Business Netzwerk zu sein. Da der Dienst kostenlos ist, spricht aber nichts gegen einen frühen Einstieg - gerade dann, wenn man auf Facebook aktiv ist.

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