Vorteile, Einwände und erste Anwender

Zum Stand der Diskussion um Cloud Computing

Wolfgang Herrmann ist Editorial Manager CIO Magazin bei IDG Business Media. Zuvor war er unter anderem Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO und Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel.

Obwohl die Definitionen und Erklärungsansätze auseinanderklaffen, sind sich Experten in einem Punkt einig: Cloud Computing bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Art und Weise, wie Anbieter IT-Dienste bereitstellen. Die Vision: IT wird zum Gebrauchsgut wie Wasser oder Strom. Gartner-Analyst Daryl Plummer vergleicht das Potenzial der Wolken-IT mit den Auswirkungen der industriellen Revolution des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Der umstrittene Autor Nicholas Carr ("IT doesn't matter") zieht gar Parallelen zu den Industriebetrieben Anfang des 20. Jahrhunderts, die erst allmählich von der eigenen Stromproduktion zu einem Versorgermodell wechselten. Selbst Microsofts Chief Software Architect Ray Ozzie ruft eine "neue Ära" aus, in der das Internet im Mittelpunkt stehe.

Schon überschlagen sich die Meldungen zu den vermeintlichen Marktchancen der neuen Dienste. Laut einer IDC-Umfrage unter CIOs und anderen Führungskräften könnten sich die weltweiten Ausgaben für Cloud-Dienste wie Software as a Service (SaaS) oder Online-Speicher bis zum Jahr 2012 auf 42 Milliarden Dollar verdreifachen. Das entspräche zehn Prozent der gesamten IT-Ausgaben.

Vieles spricht dafür, dass die Zeit für Cloud Computing gekommen ist, weil mehrere Schlüsseltechnologien inzwischen ausgereift und praxiserprobt sind. Dazu gehört Virtualisierung in verschiedenen Ausprägungen ebenso wie Grid Computing oder ausgefeilte Provisioning-Software. Aber auch die allgemein verfügbaren hohen Bandbreiten für den Zugang zur "Compute Cloud" machen anspruchsvolle Angebote erst möglich.

Was ist Cloud Computing?

Eine breit akzeptierte Definition des Begriffs Cloud Computing suchen IT-Verantwortliche vergebens. Das amerikanische Beratungshaus Forrester Research befragte 30 Unternehmen, die sich in dem Marktsegment tummeln, und entwickelte daraus eine Erklärung. Cloud Computing steht demnach für einen "Pool aus abstrahierter, hochskalierbarer und verwalteter IT-Infrastruktur, die Kundenanwendungen vorhält und nach Verbrauch abgerechnet wird". Zugleich ziehen die Forrester-Analysten eine scharfe Trennlinie zum SaaS-Paradigma (siehe: "Cloud Computing versus SaaSSaaS"). Alles zu SaaS auf CIO.de

Cloud Computing lässt sich andererseits auch als Weiterentwicklung des SaaS-Konzepts begreifen: Nicht nur das Hosting von Anwendungen oder auch Speichersystemen wandert in die Wolke, sondern auch die Softwareentwicklung und ergänzende Dienste. Dafür stehen mittlerweile komplette Cloud-Plattformen inklusive Entwicklungs-Tools und der benötigten IT-Infrastruktur zur Verfügung. Viele Anbieter, darunter auch der SaaS-Pionier Salesforce.com, sprechen deshalb auch von Platform as a Service (PaaS).

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