Studie zum Consumer-Vertrauen in IoT

Zwei Drittel der IoT-Nutzer klagen über Performance-Probleme

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Jeder zweite Verbraucher weltweit, so eine Dynatrace-Studie, nutzt mittlerweile IoT-Geräte. Allerdings klagen zwei Drittel bei der Internet-of-Things-Nutzung über Performance-Probleme.
Mit der Zufriedenheit und Vertrauen in Sachen IoT hapert es noch bei den Verbrauchern.
Mit der Zufriedenheit und Vertrauen in Sachen IoT hapert es noch bei den Verbrauchern.
Foto: Panchenko Vladimir - shutterstock.com

Zufriedenheit und Vertrauen sieht anders aus. Das legen zumindest die Zahlen des "IoT Consumer Confidence Report: Challenges for Enterprise Cloud Monitoring on the Horizon" in Bezug auf IoT nahe. So fällt den Nutzern im Durchschnitt jeden Tag 1,5-mal eine langsamere Geschwindigkeit auf. 62 Prozent der Menschen befürchten, dass Anzahl und Häufigkeit der auffälligen Probleme im Zuge der IoT-Expansion weiter zunehmen werden, so ein Ergebnis der Studie.

Die Online-Umfrage wurde von Dynatrace in Auftrag gegeben und von Opinium Research mit über 10.000 Teilnehmern durchgeführt. Davon stammen 2.000 aus Großbritannien, 2.000 aus den USA und jeweils 1.000 aus Deutschland, Frankreich, Australien, Brasilien, Singapur und China. Die Studie kann hier heruntergeladen werden.

Diese Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen im Rahmen ihrer IoT-Projekte zwei Aufgaben unbedingt erledigen müssen. Erstens: die Bewältigung der steigenden IT-Komplexität, die durch neue Cloud-Technologien, Microservices und höheren Innovationsdruck entsteht. Zweitens: die Entwicklung gut geplanter Strategien für IoT-Monitoring und -Performance, um eine zuverlässige Bereitstellung der Anwendungen und digitalen Angeboten zu gewährleisten.

Dave Anderson, Experte für digitale Performance, erklärt dazu: "Unternehmen haben bereits mit der Komplexität der Cloud zu kämpfen, aber das IoT erhöht diese mit einer Vielzahl neuer Daten, Sensoren und dynamischen, containerisierten Workloads." Nur Ziet haben die Unternehmen wenig, wenn die Verbraucher bereits von Problemen mit medizinischen Anwendungen, intelligenten Zählern, Autoschlössern und virtuellen Assistenten bis hin zu intelligenten Thermostaten und Kühlschränken berichten. Für Unternehmen sei es deshalb zwingend notwendig, die IoT-Lieferkette umfassend und detailliert zu steuern, zu analysieren und zu organisieren.

IoT im Straßenverkehr

Über 80 Prozent der Verbraucher sind überzeugt, dass Softwarefehler in selbstfahrenden Autos schwere Unfälle auslösen werden.
Über 80 Prozent der Verbraucher sind überzeugt, dass Softwarefehler in selbstfahrenden Autos schwere Unfälle auslösen werden.
Foto: Zapp2Photo - shutterstock.com

Aufgrund der bereits täglich sichtbaren Probleme mit der digitalen Performance werden Verbraucher möglicherweise skeptischer gegenüber anderen IoT-Anwendungen. 85 Prozent der Befragten befürchten, dass bei selbstfahrenden Autos Fehler auftreten, die Unfälle bei hoher Geschwindigkeit auslösen. 72 Prozent der Teilnehmer glauben sogar, Softwarefehler in selbstfahrenden Fahrzeugen könnten zu schweren Verletzungen und Todesfällen führen. Außerdem gaben 84 Prozent der Konsumenten an, dass sie aus Angst vor Softwarefehlern keine selbstfahrenden Autos nutzen würden.

Darüber hinaus sorgen sich die große Mehrheit der Verbraucher (86 Prozent), dass sie durch digitale Schlösser aus ihren Fahrzeugen ausgesperrt werden. 67 Prozent sehen ernsthafte Verkehrsprobleme durch Fehler bei intelligenten Ampeln voraus.

IoT im Gesundheitswesen

Bedenken in Bezug auf die IoT-Performance zeigen sich auch im Bereich Gesundheitswesen. So gaben 62 Prozent der Befragten an, sie würden IoT-Geräten, die Medikamente verabreichen, nicht vertrauen. Dieses Gefühl ist bei über 55-Jährigen mit 74 Prozent am stärksten.

Auch beim Einsatz von IoT-Geräten zur Überwachung von Herzfrequenz oder Blutdruck sind die Konsumenten skeptisch. 85 Prozent glauben, dass Performance-Probleme bei solchen IoT-Geräten die klinischen Daten verfälschen könnten.

IoT im eigenen Heim

Auch beim Thema Smart Home ist das Vertrauen der Anwender in die IoT-Technik nicht sonderlich hoch.
Auch beim Thema Smart Home ist das Vertrauen der Anwender in die IoT-Technik nicht sonderlich hoch.
Foto: Zapp2Photo - shutterstock.com

Neben der Automobil- und der Gesundheitsbranche wird das IoT vor allem auch das eigene Zuhause verändern. Intelligente Schlösser erhöhen die Sicherheit, während andere IoT-Geräte Thermostate, Beleuchtung und Kameras steuern. Die Studie ergab jedoch, dass 83 Prozent der Verbraucher besorgt sind, die Kontrolle über ihr Heim aufgrund von Störungen in der Smart Home-Technologie zu verlieren. Laut der Umfrage befürchten die Anwender zu:

• 73 Prozent, dass sie ins oder aus dem eigenen Heim gesperrt werden

• 68 Prozent, dass sie die Temperatur nicht richtig einstellen können

• 64 Prozent, dass sie das Licht nicht mehr regulieren können

• 81 Prozent, dass Probleme mit intelligenten Zählern zu einer überhöhten Gas-, Strom- oder Wasser-Rechnung führen

Letztlich sind hier die Hersteller gefordert. Sie müssen, wie von den Konsumenten erwartet, perfekte IoT-Lösungen liefern - und dazu gehören auch Security und Safety. Wer diese nicht liefern kann, verpasst die Chancen, die das Internet of Things bietet. Angesichts der hohen Komplexität werden das wohl Systeme mit Künstlicher Intelligenz sein.

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