Karrierewege

Praktikum: Der leichte Karrierestart

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin in München.
Auf Kaffee kochende Praktikanten trifft man in der IT-Branche selten. Für viele Studenten ist das Praktikum die Eintrittskarte zum Job, wie vier Karrierewege zeigen.

David Roosen: Erst die Promotion, dann das Praktikum

Als sich David Roosen für ein Praktikum bewarb, löste das bei manchen, die davon hörten, Verwunderung aus, hatte er doch den Doktortitel in theoretischer Physik in der Tasche. DB Systel, der IT-Dienstleister der Deutschen Bahn in Frankfurt am Main, fand die Idee jedoch keineswegs abwegig.

Physikstudium in Aachen, einem Studienjahr in Madrid, Diplom und Promotion an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main interessierte ihn die IT-Branche. "Ich hatte während meines Studiums schon programmiert, und Studienkollegen waren ebenfalls in die IT gewechselt.

"Ich wollte nach der Doktorarbeit keine akademische Laufbahn einschlagen", sagt David Rosen.
"Ich wollte nach der Doktorarbeit keine akademische Laufbahn einschlagen", sagt David Rosen.
Foto: DBSystel

Mit einem Praktikum wollte ich ausprobieren, ob es das Richtige für mich ist. Wie das später in meinem Lebenslauf aussieht, daran habe ich nicht gedacht", sagt der heute 31-Jährige. Einige Kommilitonen arbeiten für die Deutsche Bahn in der Fahrplanerstellung, deshalb schaute sich Roosen auf den Bahn-Karriereseiten um. Im Juli 2010 begann er sein sechswöchiges Praktikum bei DB Systel.

Während des Praktikums wurde der Physiker zu einem Assessment-Center für ein neu initiiertes Trainee-Programm eingeladen und ausgewählt. Im September 2010 begann Roosen das einjährige Ausbildungsprogramm. " Als Trainee habe ich viele Bereiche und Kollegen kennen gelernt. In der Abteilung von DB Schenker beispielsweise konnte ich mehr über die Kundenseite lernen, das kommt mir jetzt zugute", erzählt Roosen, der heute im Projekt-Management arbeitet. "Das Trainee-Programm war der richtige Weg, mich in eine neue Welt einzuarbeiten."

"Ich wollte nach der Doktorarbeit keine akademische Laufbahn einschlagen", sagt Roosen. Nach Allerdings muss er heute selbst schmunzeln, wenn er daran zurückdenkt, dass er sich vor eineinhalb Jahren unter einem Job in der IT-Branche vor allem Programmieren vorgestellt hat. "Im Physikstudium habe ich gerne programmiert, doch die damals entwickelten Programme waren selbst gestrickt und lassen sich nicht mit der komplexen Unternehmenssoftware vergleichen. Im Projekt-Management arbeite ich an der Schnittstelle zwischen Kunden und IT, da hilft es mir, dass ich die Grundlagen kenne und verstehe. Doch das Programmieren überlasse ich heute lieber den Profis."

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