Festplatte testen

3 Tools für den HDD-Gesundheitscheck

07.09.2023 von Ian Paul
Festplatten leben nicht ewig. Darum sollten Sie Ihre HDDs regelmäßig testen und auf Fehler überprüfen. Diese Tools sind dafür essenziell.
HDDs leben nicht ewig. Regelmäßige Gesundheitschecks sind deshalb empfehlenswert.
Foto: Dan74 - shutterstock.com

Egal, wie hingebungsvoll Sie sich um Ihre Festplatte(n) kümmern, irgendwann kommt der Tag, an dem Hard Disk Drives (HDDs) ihren Geist aufgeben. Das liegt in erster Linie an ihren (wesentlichen) beweglichen Komponenten:

Laptop-Stürze und Desktop-Tower-Unfälle können HDDs in der Folge irreparabel beschädigen. Aber die "Moving Parts" sterben auch von ganz alleine - im Regelfall bereits innerhalb von drei Jahren. Deswegen sollten konventionelle Festplatten auch häufiger überwacht werden als Solid State Drives (SSDs), die keine beweglichen Komponenten aufweisen.

3 essenzielle Tools, um Festplatten zu testen

Um das zu bewerkstelligen, stehen Ihnen einige Tools zur Verfügung. Mit diesen können Sie zwar nicht vorhersehen, wann oder wie Ihre HDD ins Gras beißt - sind aber zumindest in der Lage, sich bestmöglich auf einen nahenden Festplatten-Exitus vorzubereiten.

SMART

Das Akronym SMART steht für Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology. Der Industriestandard für Festplatten-Monitoring ist in den meisten modernen HDDs (und auch SSDs) integriert und arbeitet im Hintergrund. Um das zu ändern, können Sie das System über die Windows-Eingabeaufforderung starten. Dazu geben Sie folgenden Befehl in die Kommandozeile ein:

wmic diskdrive get model,status

So können Sie schnell und auf einen Blick feststellen, ob Probleme mit einem oder mehreren Laufwerken vorliegen. Das ist insbesondere bei Desktop-Rechnern mit mehreren Laufwerken hilfreich.

Wichtig zu wissen ist dabei allerdings, dass die Ergebnisse des SMART-Status nicht hundertprozentig zuverlässig sind. Das war zumindest das Ergebnis einer Google-Studie (PDF) aus dem Jahr 2007: Demnach meldeten 36 Prozent der im Rahmen der Untersuchung überwachten Laufwerke keine SMART-Probleme, bevor sie ausfielen. Dass sich daran - zumindest bis zum Jahr 2016 - nichts geändert hat, zeigt ein Blick auf die Daten von Backblaze. Der Storage-Anbieter vermeldete damals, dass 23,3 Prozent der Laufwerke in seinen Rechenzentren ausfielen, ohne dass zuvor SMART-Probleme gemeldet wurden.

CrystalDisk Info

Deswegen lohnt es sich, SMART mit weiteren Tools zu kombinieren. Zum Beispiel mit CrystalDisk Info. Die kostenlose Desktop-Software liefert diverse Informationen über Ihre HDD(s) - auch solche, die über den Bedarf von Ottonormal-Usern hinausgehen.

CrystalDisk Info im Einsatz.

Wie im obigen Screenshot zu sehen, visualisiert das Tool den Festplatten-Status mit Hilfe einer Farbkodierung:

Um es kurz zu machen: Sollten Sie eine andere Farbe als Blau wahrnehmen, ist es Zeit, die HDD im Auge zu behalten (gelb), zu ersetzen (rot) oder weitere Analysen anzustoßen (grau).

Chkdsk

Diese Windows-Utility überprüft ebenfalls Ihre Festplatte und ist in der Lage, Probleme (eventuell) zu beheben. Sie starten das Programm über die Windows-Eingabeaufforderung mit dem Befehl:

Chkdsk

Das informiert Sie über den Status aller vorhandenen Festplattenlaufwerke. Wichtig: Um Chkdsk ausführen zu können, müssen Sie Windows mit Administratorrechten ausführen. Wenn Sie mit CHKDSK Festplattenprobleme beheben müssen, stehen Ihnen zwei verschiedene Optionen zur Verfügung (Laufwerksbuchstabe d: nur zu Beispielzwecken):

Letztgenannte Überprüfung kann einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Standardmäßig führt Windows chkdsk automatisch aus. Sie werden also möglicherweise auf HDD-Probleme hingewiesen, bevor Sie dieses Dienstprogramm manuell ausführen.

Festplattenfehler erkennen und vorbeugen

Neben der Überprüfung per Software sollten Sie auch darauf achten, wie Ihre HDD klingt. Knirschende Geräusche sind dabei kein gutes Zeichen: Sie deuten darauf hin, dass die Festplatte ihrem Ende entgegensieht. Abgesehen von einer ungesunden Akustik deuten weitere Anzeichen darauf hin, dass Ihre Festplatte (demnächst) hinüber ist. Zum Beispiel:

Um die schlimmsten Folgen toter Festplattenlaufwerke zu vermeiden, gilt: Legen Sie regelmäßig ein Backup an - und verwenden Sie dazu im Idealfall eine Software, die verschiedene historische Zustände Ihrer Daten sichert (das geht auch mit Windows-Bordmitteln). Letzteres hat den Vorteil, dass Sie bei Bedarf auf frühere (unbeschädigte) Versionen zurückgreifen können.

Für zusätzliche Sicherheit in Form einer externen Sicherungskopie kann ein Cloud Backup Service oder auch ein externer Datenträger sorgen. Denken Sie dabei daran, auch Ihre Sicherungskopien regelmäßig zu aktualisieren. Sobald schwerwiegende Festplattenfehler auftreten, die sich mit den vorgestellten Tools nicht beheben lassen, sollten Sie Ihre HDD so schnell wie möglich austauschen - am besten gegen eine SSD. (fm)

Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel unserer US-Schwesterpublikation PC World.