Forrester-Ratschläge zu BYOD

4 Tipps, wie man Macs integriert

28.09.2012 von Bettina Dobe
Wenn Ihre Mitarbeiter lieber mit ihren eigenen Macs arbeiten, kann das zu Problemen führen. Forrester hat analysiert, wie Sie MAC und PCs zusammenbringen.

Der "Bring your own Device" Hype (BYOD) hat sich in BYOMac verwandelt: Viele Mitarbeiter nutzen ihr privates Macbook für Arbeitszwecke, oft ohne den Support der I&O. Das birgt Sicherheitsrisiken und kann unerwartete Support-Anforderungen mit sich bringen. Analyst David Johnson von der Beraterfirma Forrester hat analysiert, wie eine IT-Abteilung am besten Macs in die PC-Umgebung integrieren kann.

Alte Strategien funktionieren nicht

Analyst David Johnson rät zu mehr Mac-spezifischen Lösungen.
Foto: Forrester

Der erste Rat: "Lassen Sie die Windows-Werkzeuge in der Kiste", sagt Johnson. Denn die Infrastructure & Operations (I&O)-Abteilung arbeitet mit von PCs bekannten Strategien. Aber ein PC ist ein PC ist kein Mac. Das weiß I&O oft - setzt das aber nicht um. "Das kann die Produktivität stark beeinträchtigen", sagt Johnson. Beide Systeme zu kombinieren ist schwierig, aber nicht unmöglich.

I&O sollte Macs anders behandeln als PCs. Das beginnt damit, dass Backups anders zu erstellen sind und sich die Software anders installiert. Oft funktionieren PC-Programme auf Macs nicht optimal, selbst wenn sie dafür angepasst sind. Zudem sind viele Firmen-interne Programme veraltet, denn sie wurden oft in den frühen 2000ern für Windows 2000 und XP entworfen.

PC-Tools fressen zu viele Ressourcen

Hinzukommt: Viele PC-Management-Tools fressen Rechner-Kapazitäten. Wie eine andere Studie ergab, sind ganze 40 Prozent der Prozesse mit IT-Management-Funktionen beschäftigt, etwa Antivirus-Programme, Back-Up Prozesse und andere Software. Das frustriert die Mitarbeiter stark, vor allem, wenn es sich um eigene Geräte handelt. Das alles muss I&O also beachten, wenn sie die Mitarbeiter-Macs integrieren will.

"Um Macs in das Unternehmen zu integrieren, brauchen Sie ein gutes BYOD-Programm", rät Johnson. I&O muss sich entscheiden, in welchem Umfang Software auf fremden Geräten akzeptieren will. "Das Rad müssen Sie nicht neu erfinden, um ihre BYOD-Ziele zu erreichen", so Johnson. Viele Programme sind schon auf dem Markt.

Zugang privater Geräte einschränken

Ein Unternehmen muss entscheiden, in welchem Umfang es den Mitarbeitern Zugang von privaten Geräten auf eigene Software gewährt. Im Basis-Modell haben Nutzer mit ihren privaten Geräten nur Zugang zu E-Mails und wenigen Unternehmensprogrammen. Andere Ressourcen können beschränkt über externe Zugänge genutzt werden. "Das ähnelt dem, was viele Angestellte heute schon ohne das Wissen der IT-Abteilung tun", so Johnson. Denn der IT entgleitet die Kontrolle über BYOD ohnehin.

Antivirus-Software verlangsamt Macs nur unnötig. Schützen Sie sich eher vor Malware, rät Johnson.
Foto: olly - Fotolia.com

Die Sicherheitsbedenken im Falle von Macs sind zu vernachlässigen. Die sind aber auch nicht größer als bei normalen BYOD. Einige der befragten Firmen verwenden etwa gar keine Antivirus-Software auf Apple-Produkten, obwohl sie welche auf Windows-Rechnern installiert haben. "Die meisten Malware-Programme sind Trojaner, die mit gewöhnlichen Antivirus-Software ohnehin nicht bekämpft werden können", erklärt Johnson. Da könne man auf das bremsende und teure Antivirus-Programm auch verzichten, glaubt der Analyst.

Die Mac-Firewall einsetzen

Er rät: "Nutzen Sie die Mac-Firewall." Zudem sollten Sie auf jeden Fall einen Recovery Plan haben, um die Daten Wiederherstellung zu beschleunigen. Gleichzeitig warnt Johnson: "Verwenden Sie Data Loss Prevention nur mit großer Vorsicht, denn das führt häufig zu Frust bei den Nutzern." Wenn bestimmte Firmen-interne Programme vorgeschrieben sind, etwa aus Sicherheitsgründen, rät er zu einer für den Mac geschriebenen Version, das gilt für Recovery Programme wie für Sicherheits-Software.

Manche Mitarbeiter wollen oder müssen mit Programmen arbeiten, die nur auf Windows laufen. "Stellen Sie eine Windows-Umgebung zur Verfügung", rät Johnson daher. Das ist zwar aufwändig. Auf dem Markt gibt es aber bereits viele Lösungen dafür. Eine flexible Lösung ist für alle besser.

Mit diesen vier Tipps integrieren Sie Macs leicht in Ihr Unternehmen.
Foto: Apple

Ob Mac oder PC: Mitarbeiter mögen es nicht, wenn Ihre Recht auf ihrem Gerät eingeschränkt werden oder die Prozesse langsam laufen, vor allem, wenn sie das Gerät selbst bezahlt haben.

4 Tipps, um Macs zu integrieren

Egal, welchen Umfang ihr Mac-Support haben wird, diese vier Tipps von Johnson sollten Sie befolgen:

1. Bilden Sie eine parallele Mac Management Infrastruktur. Anfangs dachten Johnson und Kollegen, dass das zu Chaos führen würde. Im Laufe der Studie fanden er und seine Kollegen jedoch heraus, dass eine spezielle und best-of-breed Management Tools für eine Mac Umgebung genutzt werden sollten.

2. Vermeiden Sie Windows-zentrierte Management Lösungen für Macs. Software, die für Mac-User angepasst wird, mag zwar teils funktionieren. Doch Johnson rät davon ab. "Sie gehen oft nicht weit genug", so seine Studie und wichtige Funktionen fehlten. Apple-spezifische Programme seien da hilfreicher.

3. Investieren Sie in Mac Management Expertise. Sobald in einem Unternehmen mehr als 120 Mitarbeiter mit ihren eigenen Apple-Produkten arbeiten, ist professionelle Unterstützung hilfreich, fanden Johnson und Kollegen heraus. Allerdings nur, bis man im Haus eigene Experten ausgebildet hat, die wissen, was ein Unternehmen und deren Mitarbeiter brauchen.

4. Modernisieren Sie Ihr Application Portfolio. Optimieren Sie ihr Application Portfolio, rät Johnson. Je flexibler die Mitarbeiter in der Wahl der Programme sind, desto produktiver werden sie.

Für die Studie Strategy Deep Dive: Imbibing Macs In The Enterprise interviewte Johnson 15 Firmen und andere Organisationen. Einige Ratschläge fasste er auch einem Blog-Beitrag zusammen.