Auswirkungen der Corona-Pandemie

Bundesbürger telefonieren länger als zuvor

11.01.2021
Wer früher viel unterwegs war und wenig Zeit hatte für private Gespräche, der dürfte 2020 mehr Gelegenheit gehabt haben. Ein Blick in die Telefonstatistik bestätigt: In der Corona-Pandemie wurde mehr geplaudert.
Statistisch nachgewiesen: In der Corona-Krise wird mehr telefoniert.
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Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass die Menschen deutlich länger telefoniert haben als zuvor. 2020 dauerte eine Mobilfunkverbindung im Schnitt drei Minuten und 20 Sekunden und damit 35 Sekunden länger als 2019, wie Vodafone auf Anfrage mitteilte. In den Jahren davor war die Dauer der durchschnittlichen Handyanrufe hingegen in etwa konstant geblieben.

Beim Wettbewerber Telefónica (O2) gab es eine ähnliche Entwicklung, hier dauerte das durchschnittliche Mobilfunktelefonat im ersten Corona-Jahr drei Minuten und damit eine halbe Minute länger als 2019. Während der Corona-Lockdowns im Frühjahr und im Dezember vermeldete Telefónica sogar eine Gesprächsdauer von vier Minuten. Der dritte Mobilfunk-Netzbetreiber, die Deutsche Telekom, machte keine Angaben.

Die Pandemiezeit wirkte sich auch auf die Festnetznutzung aus, Anrufe über diese Anschlüsse dauerten bei Vodafone im Jahr 2020 viereinhalb Minuten und damit 30 Sekunden länger als zuvor. Vodafone-Technikchef Gerhard Mack sagt mit Blick auf die Zahlen: "Die Menschen haben 2020 wieder häufiger und vor allem länger telefoniert, um den Kontakt zu Freunden zu halten und um sich auf diesem Wege mit Arbeitskollegen auszutauschen." Die Zahl der Mobilfunktelefonate stieg bei Vodafone um knapp eine Milliarde auf 28 Milliarden, die Zahl der Festnetzanrufe blieb mit gut drei Milliarden etwa gleich.

Hinzu kommen noch Gespräche über "VoIP"-Dienste (Voice over IP) wie Skype oder Whatsapp. Zahlen zu solchen Gesprächen gibt es zwar nicht. Klar ist aber, dass der Anstieg der Internet-Datenmassen teilweise auch an diesen Diensten liegt, Audio- oder Videogespräche über diese Internetdienste sind beliebt.

Vodafone legte zudem Infos zur Internetnutzung in Deutschland auf den Tisch. Im Festnetz kam das Düsseldorfer Unternehmen 2020 auf elf Exabyte Daten (elf Milliarden Gigabyte). Das entspricht einem Plus von gut 30 Prozent. In den Vorjahren lag der Datenzuwachs nur bei jeweils etwa 20 Prozent - die Corona-Einschränkungen samt geschlossener Kinos und Kneipen führten also dazu, dass die Menschen mehr zu Hause waren und mehr online waren. "Die meisten Daten rauschten abends durchs Netz, weil der gute alte Filme-Abend mit der Familie wieder in Mode kam und weil wir unsere Freunde häufiger im Videochat statt in der Kneipe oder bei uns zu Hause getroffen haben", sagt Vodafone-Manager Mack.

Die Pandemie wirkte sich auch auf das Mobilfunkinternet aus: Hier stieg das genutzte Datenvolumen bei Vodafone zwar um 40 Prozent, in den Vorjahren waren es aber 50 Prozent gewesen. Der schwächere Wert liegt daran, dass die Menschen in Pandemiezeiten weniger unterwegs waren und daher häufiger das W-Lan daheim benutzten, statt die mobilen Daten ihres Handys. Die Internet-Datenmengen steigen schon seit Jahren als Folge der fortschreitenden Digitalisierungen - die stärker genutzten Anwendungen werden datenintensiver, etwa weil Filme inzwischen häufiger in hochauflösender Version gestreamt werden. (dpa/rw)