Erpresserische Kreditvergabe

Chinesinnen bürgen mit Nacktfotos für Online-Kredite

07.12.2016
Die chinesische Online-Plattform Jiedaibao will gegen Kreditgeber vorgehen, die Nacktfotos von Frauen als Sicherheit für Darlehen verlangen.
Nacktfotos als Sicherheit für ein Darlehen sind in China keine Seltenheit.
Foto: maoyunping - Shutterstock.com

Die Regeln bei Kreditgebern, die Nacktfotos von Frauen als Sicherheit verlangen, sollten verschärft werden und Nutzer in schweren Fällen ausgeschlossen werden, hieß es am Mittwoch in einer Warnung des populären Vermittlungsdienstes, der die private Kreditvergabe zwischen Nutzern ermöglicht.

Vergangene Woche war eine zehn Gigabyte große Datei mit Nacktbildern und intimen Videos von rund 160 Frauen im Internet aufgetaucht, wie Staatsmedien berichteten. Kreditgeber drohen damit, solche Bilder Verwandten zu zeigen oder anders zu verbreiten, falls Darlehen nicht rechtzeitig zurückgezahlt werden. Sechs Kreditnehmerinnen boten für diesen Fall auch Sex an.

Wie die Webseite "The Paper" berichtete, zeigte ein Bild ein nacktes Mädchen mit einem Zettel vor der Brust: "Ich habe 6000 Yuan (..) über Jiedaibao geliehen und das Darlehen muss am 22. Oktober zurückgezahlt werden. Die Zinsen betragen monatlich 400 Yuan. Wenn ich nicht rechtzeitig zurückzahlen kann, trage ich allein die Verantwortung." 6000 Yuan entsprechen umgerechnet 812 Euro.

Die Plattform betonte, sie habe keine Funktion, mit der Fotos übermittelt werden. Die Bilder würden meist über Messenger-Apps versendet. "Jiedaibao wird scharf gegen solches Verhalten vorgehen." Die erpresserische Kreditvergabe sorgt bereits seit Monaten für heftige Diskussionen in China. (dpa/ib)