Ratgeber Freeware

Clevere Gratis-Tools für die Bildbearbeitung

16.09.2011 von Benjamin Schischka
Virtuelle Schönheits-OP, Diebstahlschutz und Che-Guevara-Look – diese kleinen Gratis-Programme machen mehr aus Ihren Bildern.

Ob fürs Bewerbungsfoto, für das Facebook-Profilbild oder für das digitale Fotoalbum – Pickel und Flecken im Gesicht will keiner. Anstatt das Schwergewicht Photoshop zu bemühen, wählen Sie alternativ den schnellen und einfachen Weg: die Freeware CleanSkinFX. Die ist zwar Englisch, aber so übersichtlich, dass selbst Sprachunkundige keine Probleme mit der Bedienung haben sollten.

Klicken Sie auf „Load“ zum Öffnen des zu bearbeitenden Konterfeis. Entfernen Sie eines oder beide Häkchen, um einen zu künstlichen Eindruck zu vermeiden. „Enhance Pink“ bietet sich für blasse Gesichter an, „Double Clean“ für Nahaufnahmen und viele Hautunreinheiten. Zuletzt klicken Sie auf „Save“, um das Ergebnis zu speichern.

Bildbearbeitung mit Dydelf

Sie wollen Ihren Fotos einen besonderen Anstrich spendieren? Die Freeware Dydelf macht aus Gruppen- und Einzelportraits Grafiken im Poster-Look. Klicken Sie auf „Open“, um das gewünschte Bild zu öffnen. Auf der rechten Seite gibt Ihnen Dydelf eine Palette an Optionen an die Hand. Unter „Colors“ bestimmen Sie, auf wie viele Farben Dydelf das Foto reduzieren soll. Je weniger Farben Sie wählen, desto mehr wird das Bild auf Umrisse und Flächen reduziert. Bei „2“ wirkt das Foto wie ein Poster im Stil des bekannten Che-Guevara-Bildes. Bei „256“ wie eine geronnene Farbexplosion. Via „Palette“ bestimmen Sie die Rand- („Outline“) und Hintergrundfarbe („Background“).

Fotobearbeitungs-Tools für iPhone und Android
Little Photo
Die kostenlose Android-App "Little Photo" verwandelt Bilder mit Hilfe diverser Effekte in kleine Kunstwerke. Die Effekte sind miteinander kombinierbar, so dass ein komplett einzigartiger Look entsteht. Die bearbeiteten Bilder lassen sich aus der App heraus bei Facebook & Co. hochladen.
Pho.to Lab
Mit der Android-App "Pho.to Lab" verschafft der Benutzer seinen Fotos einen ganz besonderen Look. Er kann aus hunderten Effekten auswählen und Bilderrahmen hinzufügen. Die fertigen Ergebnisse lassen sich speichern, aus der App veröffentlichen oder per E-Mail verschicken.
Cross Process
Mit dem Slogan "Normale Farben sind für Babys" geht "Cross Process" ins Rennen. Die Bildbearbeitungs-Apps für das iPhone soll tolle Effekte und schöne Ergebnisse liefern, wirbt der Hersteller in seiner Beschreibung.
Abbyy Business Card Reader
Die iPhone-App "Abbyy Business Card Reader" macht Fotoaufnahmen von Visitenkarten, führt eine Texterkennung durch und überträgt den Inhalt in ein Kontaktverzeichnis. Die digitalisierten Visitenkarten kann der Anwender in der App sortieren und in das iPhone-Adressbuch kopieren.
Genius Scan
Die kostenlose iPhone-App "Genius Scan" ist ein intelligentes Fotobearbeitungs-Tool, das automatisch den unwesentlichen Teil eines Bildes entfernt. Die fertigen Zuschnitte können per E-Mail versendet werden.
HD Wallpapers
Die kostenlose Android-App "HD Wallpapers" für Android bietet Hintergrundbilder für den Android-Desktop aus vielen Kategorien an. Insgesamt umfasst die App über 20.000 Bildschirm-Hintergründe und kann somit für jeden Geschmack etwas bieten.
Cloudy Sky Live Wallpaper
Im Gegensatz zum iPhone können Android-Smartphones auch animierte Hintergrundbilder als Designelement nutzen. Die kostenlose Android-App "Cloudy Sky Live Wallpaper" bietet ein solches "Live Wallpaper" mit einem bewegten Wolken-Himmel, zu der optional eine Tages- oder Nacht-Landschaft oder ein eigenes Hintergrundbild gewählt werden kann.
Adobe Photoshop Express
"Adobe Photoshop Express" ist das iPhone-App-Pendant zu dem bekannten Bildbearbeitungs-Programm für PC und Mac. Die mobile Version ist kostenlos. Der Hersteller verspricht ein Bildbearbeitungsprogramm für unterwegs, mit dessen Hilfe der Benutzer seine Fotos schnell mit verschiedenen Effekten versehen kann.
Lab
Die Fotografie-iPhone-App "Lab" bietet zum Preis von 79 Cent eine erweiterte Bildansicht und liefert Detals zu den Aufnahmen. Neben Informationen zu Datum und Ort der Aufnahme stellt "Lab" noch weitere Spezifikationen wie Abmessungen oder Auflösung zur Verfügung.
PhotoFunia
Mit der Android-App Photofunia erstellen Sie in wenigen Minuten täuschend echte Bilder, auf denen Sie der Star sind.

Das Häkchen „No Outline“ schwächt den Verfremdungseffekt extrem ab und sollte höchstens in Kombination mit anderen Häkchen gesetzt werden. „Solid Background“ reduziert die Farben auf die beiden unter „Palette“ eingestellten, ungeachtet der „Colors“-Wahl. „Colors“ regelt aber weiter die Feinteiligkeit des Bildes. Mit „Remove Isolated Pixels“ verkleinern Sie die Anzahl der Pixel. „Greyscale“ wandelt alle Farben in Grauwerte um – mit Ausnahme der „Outline color“. „Antialiasing“ macht das Bild weicher; nicht selten wirkt es dann aber auch verschwommen.

Eine bestmögliche Einstellung gibt es nicht. Experimentieren Sie etwas mit Dydelf, bis Ihr Geschmack getroffen ist. Uns haben folgende Einstellungen gut gefallen: 128 „Colors“, blaue „Outline color“, gelbe „Background color“ und ein Häkchen bei „Solid Background“. Letztendlich hängt das Ergebnis natürlich auch vom Foto ab.

Kostenlose Bildbearbeitung: Foto-Mosaik-Edda

Mit der Freeware Foto-Mosaik-Edda (Portable) erstellen Sie aus vielen Bildern ein beeindruckendes Foto-Mosaik. Stellen Sie zunächst unter „Preferences“ „German“ als Sprache ein. Unter „Datenbank erstellen/bearb.“ stellen Sie eine Bildauswahl zusammen, aus der das Mosaik zusammengesetzt werden soll. Per Schieberegler legen Sie die Größe des Mosaiks fest. Je größer, desto mehr Bilder benötigen Sie für das fertige Mosaik.

Ist die Datenbank fertig, klicken Sie im Hauptmenü auf „Mosaikbild erstellen“. Wählen Sie die zuvor erstellte Datenbank. Im Verlauf des Assistenten bestimmten Sie über die Kachelform und Anzahl der Kacheln die Bildschärfe. Erlauben Sie Doppelungen, wenn Sie nicht sehr viele Bilder in der Datenbank haben. Wer die Nutzung aller Bilder erzwingt, bekommt womöglich ein nicht so sauberes Ergebnis – schließlich müssen nicht alle Bilder farblich ins Mosaik passen. Edda setzt sie aber dann trotzdem als Kachel ein. Mittels Überblendungsfaktor können Sie das Mosaik qualitativ verbessern, ein zu hoher Faktor wirkt sich aber negativ auf die Sichtbarkeit der einzelnen Kacheln aus.

Freeware ShiftN korrigiert stürzende Linien

Bei Gebäude-Aufnahmen sind perspektivische Verzerrungen für den Fotografen sehr ärgerlich. Sie treten je nach Position des Fotografen und verwendetem Objektiv unterschiedlich stark zu Tage. Profis setzen schon beim Fotografieren auf spezielle Shift-Objektive – aber die sind sehr teuer. Mit der Freeware ShiftN entzerren Sie Ihre Bilder kostenlos. Klicken Sie dazu auf „Öffnen“, um das betroffene Foto zu laden. Praktisch: Unter „Datei, Stapelverarbeitung“ können Sie auch mehrere Bilder in einem Rutsch korrigieren. Im linken Bereich zeigt ShiftN nun das Bild an, im rechten die EXIF-Daten wie Kameramodell und Aufnahmedatum.

ShiftN korrigiert verzerrte Gebäude-Fotos

Anschließend klicken Sie auf „Automatische Korrektur“. Nun sehen Sie links die korrigierte Version. Nachteil der Korrektur: Links und Rechts fehlen zwei Ecken. Das Bild wurde zusammengestaucht. Beim „Speichern und beenden“ schneidet ShiftN das Bild automatisch so zu, dass die leeren Ecken verschwinden. Dadurch geht links und rechts etwas Bildinhalt verloren. ShiftN überschreibt beim Speichern nicht das Original. Im Zweifelsfall können Sie also auf die verzerrte, aber größere Foto-Version zurückgreifen.

Wer mit dem Ergebnis der Automatik von ShiftN nicht zufrieden ist, wählt „Manuell anpassen“. Unter Shift regeln Sie den Grad der Korrektur. Bei von unten fotografierten Objekten schieben Sie den Regler nach rechts, bei von oben fotografierten Objekten nach links. Der Grad der notwendigen Entzerrung unterscheidet sich von Bild zu Bild. Mit „Drehung“ gleichen Sie eventuelle Schräglagen aus. Schieberegler nach rechts dreht das Bild gegen den Uhrzeigersinn. „Verzeichnung“ korrigiert den Fischaugen-Effekt bis zu einem bestimmten Grad. „Horizontale Stauchung“ staucht langgestreckte Bilder etwas.

Zur besseren Überprüfung des Korrektur-Ergebnisses können Sie unter „Ansicht“ ein Gitternetz einblenden. Profis und Perfektionisten toben sich in den „Einstellungen“ aus. Unter „Parameter“ regeln die ersten drei Werte, ab wann eine Linie korrigiert werden soll. Damit können beispielsweise Bäume oder Wolken im Bild ausgeschlossen werden. Die anderen Werte bestimmen die Intensität der Änderungen und sind eher Geschmacksfrage.

Die beiden untersten Häkchen sollten Sie nicht aktivieren: „EXIF-Orientierungsangaben auswerten“ kann schnell zu Fehlinformationen führen – etwa wenn das Bild vorab bearbeitet wurde – und „Stapelverarbeitung“ wendet bei einer Stapelverarbeitung die gleiche Korrektur auf alle Bilder an.

Standardmäßig geht ShiftN individuell vor. Unter „Einstellungen, Art der Ausgabe“ bestimmten Sie das Bildformat, ob ShiftN die freien Ecken automatisch abschneiden soll und ob Bilder dezent geschärft werden sollen. Mit der Schärfung gleicht ShiftN die Verwaschung durch die Interpolation aus. Den Haken bei „bikubische Interpolation“ sollten Sie gesetzt lassen, auch wenn die Berechnungen dann ein wenig länger dauern. Dafür ist die Qualität besser.

Die Freeware JPG-Illuminator hilft bei dunklen und hellen Bildern.

Die Abenddämmerung taucht die Nebelschwaden über dem See in ein fahles Licht. Nur schade, dass man auf dem Foto nichts mehr davon sieht – es ist zu dunkel geworden. Ihr Standard-Bildbearbeitungsprogramm hellt das Bild zwar auf, verfälscht gleichzeitig aber den Kontrast und die Bildstimmung ist verloren? In solchen Fällen hilft die Freeware JPG-Illuminator.

Öffnen Sie das zu dunkle (oder zu helle) Bild über „Datei, Öffnen“. Der Pfeil-Button neben dem ersten Schieberegler zeigt alle über- und unterbelichteten Bereiche. Halten Sie die rechte Maustaste darauf gedrückt. Die linke Maustaste zeigt Verschlimmbesserungen nach der Bearbeitung an. Ziehen Sie den bereits erwähnten Schieberegler sachte nach rechts für Aufhellen und nach links zum Abdunkeln. Ideal ist, wenn möglichst wenig Farbe nach dem Klick auf den Pfeilbutton erscheint. Per „Orig“-Button darunter kehren Sie zum Vergleich zum Original-Bild zurück. Ein weiterer Anhaltspunkt für ein perfekt ausgeleuchtetes Bild ist das Histogramm. Es sollte möglichst einen Berg darstellen und an den Seitenrändern keine Erhöhungen haben.

JPG-Illuminator rettet zu helle und zu dunkle Fotos

Unter „Lichter“ erhalten (oder manipulieren) Sie die Lichtstimmung. Gehen Sie behutsam vor – schnell wirkt das Ergebnis künstlich. Beim Aufhellen schluckt das Programm oft die hellsten Bereiche und macht sie weiß. Mit „Lichterkompression“ wirken Sie diesem Problem entgegen. Bewegen Sie den Regler dazu nach links. Wenn dieser Bearbeitungsschritt die Farben verfälscht, aktivieren Sie „Nur Helligkeit beeinflussen“. Per „Mitten“-Regler hellen Sie gezielt nur dunkle und mittelhelle Flecken auf. Der „Schwarzpunkt“-Regler bekämpft Grauschleier. Bei „Schatten“ verbessern Sie dunkle Stellen und „Lichter“ kümmert sich um helle Flecken.

Im Feld „Farben“ regeln Sie Farbstimmung. Am See war kälteres Licht, als auf dem Foto? Erhöhen Sie leicht den Blau-Anteil. Trotzdem waren die Farben nicht so blass? Erhöhen Sie den Schieberegler bei „Sättigung“.

Wasserzeichen für Ihre Bilder: Watermark Image
Foto: Watermark

Sobald Ihre Fotos online sind – sei es bei Facebook, Flickr oder auf Ihrer Webseite – sind sie vor Dieben nicht mehr sicher. Flickr bietet zwar einen Schutz, der eine unsichtbare GIF-Datei über das Bild legt. Dieser Schutz hilft vor einem Rechtsklick und „Speichern unter“, weil nur die leere GIF-Datei gespeichert wird. Vor der Screenshot-Taste ist das Bild aber keineswegs sicher.

So schützen Sie Ihre Bilder vor Dieben

Besser sind Wasserzeichen, wie sie Watermark Image kostenlos ins Bild einfügt. Klicken Sie nach der Installation als erstes auf „Select language“ und wählen Sie Deutsch als Sprache. Öffnen Sie dann das zu schützende Bild oder ein komplettes Verzeichnis über die entsprechenden Buttons oben links. Praktisch: Weiter unten lässt sich auch gleich die Bildgröße einstellen. Kleine Bilder sind für Diebe deutlich weniger wertvoll. Um dem Wasserzeichen ein wenig Dominanz zu nehmen, erhöhen Sie die Transparenz des Zeichens im Abschnitt „Transparenz“. Das Feld darunter definiert den Ort der Brandmarkung. Auf der rechten Seite entscheiden Sie sich für ein Bild oder Text als Wasserzeichen. Den Text dürfen Sie gleichzeitig in die EXIF-Daten schreiben lassen.

Apropos EXIF-Daten: Diese Metadaten fügt die Kamera schon bei der Aufnahme dem Foto hinzu. Sie verraten Aufnahmedatum, Kameramodell und Aufnahmeort – wenn die Kamera ein GPS-Modul besitzt. Die EXIF-Daten werden Sie beispielsweise mit der Freeware JPEG & PNG Stripper los. Einfach die betroffenen Bilder per Drag & Drop in das Freeware-Fenster ziehen, den Rest erledigt das Tool. (PC-Welt)