Die Top 25 IT-Standorte 2010

Die deutschen IT-Hochburgen

13.12.2011 von Kolja Kröger
München bleibt stark, Berlin und Ruhrgebiet holen auf. Immer wichtiger werden Regionen wie Friedrichshafen, Paderborn und Dresden. Der IT-Atlas von Fraunhofer.
Die Top 25 der IT-Standorte in Deutschland 2010
Foto: Fraunhofer ISI

Die Software- und IT-Dienstleistungsbranche wird zunehmend zu einem Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft. Bis 2020 soll ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung um 35 Prozent steigen, prognostiziert das Fraunhofer Institut ISI in Karlsruhe in seinem aktuellen Software-Atlas für Deutschland mit Daten der statistischen Landesämter und der Arbeitsagentur. In den vergangenen Jahren erlebte die Branche bereits einen Mitarbeiterzuwachs von im Schnitt vier Prozent jährlich, selbst in der jüngsten Wirtschaftskrise schrumpfte sie nicht.

Hochburgen wie der Großraum München, wo Software- und IT-Dienstleister 2010 über 13 Prozent des gesamten Branchenumsatzes erwirtschafteten, bleiben 2020 bestehen. Ballungsräume wie Berlin und das Ruhrgebiet, die allein aufgrund der Menge der dort arbeitenden Menschen einem großen Teil der deutschen IT-Experten Arbeit bieten, legen laut der Prognose aber stärker zu. Ein Grund ist wahrscheinlich, dass sich dort viele Kunden tummeln, deren Bedarf an IT-Dienstleistungen in Zukunft noch steigt.

Berliner IT-Markt rückt B2C ins Blickfeld

Daran zeigt sich, wie sehr die IT-Branche den Wachstumsmotor der gesamten deutschen Wirtschaft antreibt - in Zukunft noch stärker als zuvor, erwartet Fraunhofer-Autor Timo Leimbach. Denn "intelligente Netze in Bereichen wie Energie und Mobilität benötigen intelligente Software zu ihrer Steuerung". In Berlin gehe der Trend zudem stark in Richtung B2C, während die deutschen Anbieter ihr Geschäft vor allem mit B2B-Anwendungen machen.

Aktuell taucht die Bundeshauptstadt noch gar nicht in den Top 25 Standorten der Branche auf. Das sind die Regionen, in denen die Mitarbeiter von IT- und Softwaredienstleistern eine besonders große Gruppe der Arbeitnehmer stellen. Vorne liegt der Rhein-Neckar-Kreis. Hier arbeitet mehr als jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in dieser Branche, das sind über 6 mal so viel wie im gesamten deutschen Durchschnitt von 1,67 Prozent. An zweiter Stelle liegt der Landkreis München mit einem Beschäftigungsanteil von 8,12. Aus dem Ruhrgebiet ist bisher nur Essen unter den Top 25, mit 3,16 Prozent auf Platz 20 und einem Anteil von 1,53 Prozent am Gesamtumsatz der Branche.

Die Standorte und ihre Entwicklung auf der Deutschland-Karte sehen Sie auf der nächsten Seite.

Die alten IT-Hochburgen können aufgrund ihres schon jetzt hohen Ausgangsniveaus mit nicht mehr ganz so starken Gewinnen bei den IT-Beschäftigten rechnen. Kleinere Regionen, die in den vergangenen Jahren schon positiv aufgefallen sind, holen dadurch ein Stück auf. Besonders gut sieht es aus für Friedrichshafen, die Region um Kiel und in Ostdeutschland Erfurt, Leipzig und Dresden aus.

Die Top-Standorte auf der Deutschland-Karte

Deutschland-Karte: Die IT-Hochburgen Deutschlands
2000
Die roten Regionen hatten prozentual einen besonders hohen Anteil an Mitarbeitern von IT- und Softwaredienstleistern unter ihren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
2010
Die roten Regionen hatten prozentual einen besonders hohen Anteil an Mitarbeitern von IT- und Softwaredienstleistern unter ihren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
2020
Die roten Regionen haben einen besonders hohen Anteil an Mitarbeitern von IT- und Softwaredienstleistern unter ihren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
2010
Die roten Regionen liegen besonders stark über dem bundesweiten Durchschnittsanteil der Software- und IT-Dienstleistungbranche an der Gesamtbeschäftigung.
2020
Die roten Regionen liegen besonders stark über dem bundesweiten Durchschnittsanteil der Software- und IT-Dienstleistungbranche an der Gesamtbeschäftigung.
2020
Die roten Regionen liegen besonders stark über dem bundesweiten Durchschnittsumsatz der Software- und IT-Dienstleister.
Krisenjahr 2008
Die roten Regionen lagen besonders stark über dem bundesweiten Durchschnittsumsatz der Software- und IT-Dienstleister.
Die Top 25 Standorte 2010
Oben stehen die Standorte, die prozentual die meisten Software- und IT-Dienstleistern unter ihren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben.

Paderborn, mit einer starken Informatik-Fakultät an der dortigen Uni, dem Sitz von Wincor-Nixdorf und einer Fujitsu-Niederlassung, hat Studien-Autor Timo Leimbach ebenso auf der Rechnung wie die Großräume Nürnberg, Hannover und Koblenz. Die Region am Deutschen Eck, wo Rhein und Main zusammenfließen, profitiert zum Beispiel durch die Stadt Montabaur im Westerwaldkreis. Hier haben sich besonders Dienstleister für Webportale und Hosting niedergelassen.