Überwiegend Industrieunternehmen

Die Zielobjekte chinesischer Investoren

27.12.2016
In Peking träumt die regierende Kommunistische Partei von der technologischen Weltspitze. Doch davon ist die chinesische Industrie mit wenigen Ausnahmen noch weit entfernt - und zwar sowohl in Sachen Qualität als auch im Know-how.

Die Übernahme ausländischer High-Tech-Firmen soll helfen, die Lücke zu den USA, Japan und Europa zu schließen. In Deutschland sind die Chinesen überwiegend an Industrieunternehmen interessiert. Die Unternehmensberatung EY hat eine Reihe der Übernahmen 2016 aufgelistet. Die meisten dieser Unternehmen sind in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt, aber in ihrem Bereich an der Spitze.

Auch 2016 waren chinesische Investoren in Deutschland auf Einkaustour.
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KUKA, Augsburg: Kaufpreis 4,6 Milliarden Dollar. Der größte und bekannteste Fall in diesem Jahr - und einer der strittigsten. Kuka fertigt Roboter für die Industrieproduktion. Automatisierung und Digitalisierung sind derzeit zwei der ganz heißen Schlagwörter in der Industrie.

KRAUSSMAFFEI, München: Kaufpreis eine Milliarde Dollar. Der Maschinenbauer ist auf Equipment für die Kunststoffproduktion spezialisiert.

BROETJE AUTOMATION, Rastede: Kaufpreis nicht bekannt. Das norddeutsche Unternehmen ist spezialisiert auf Produktionsanlagen für Luft- und Raumfahrt. Ein ganz großes Ziel der chinesischen Regierung ist der Aufbau einer Flugzeugindustrie, die Airbus und Boeing den Rang ablaufen soll.

MANZ AG, Reutlingen: Kaufpreis etwa 100 Millionen Dollar. Maschinenbauer für die Produktion unter anderem von Handys, Displays, Fernsehern.

SCHIMMEL PIANOFORTEFABRIK, Braunschweig: Kaufpreis unbekannt. Der international renommierte Klavierbauer war in finanziellen Schwierigkeiten und wurde von chinesischen Investoren gerettet. In China werden inzwischen mehr Klavier hergestellt als in jedem anderen Land der Welt - doch bislang meist von schlechter Qualität. (dpa/ad)