Marianne-Strauss-Klinik am Starnberger See setzt auf WLAN-Lösung

Digitale Patientenakte und Internet am Krankenbett

20.06.2006
Mit der Einführung eines flächendeckenden WLAN auf dem Gelände der Marianne-Strauss-Klinik am Starnberger See können die Ärzte nun bei ihrer Visite direkt am Krankenbett Diagnosen, Anamnesen, Laborbefunde, Anordnungen und Berichte über Behandlungsfortschritte online abrufen und sofort aktualisieren. Und die Patienten haben nun die Möglichkeit, über diese Infrastruktur vom Krankenbett aus drahtlos im Internet zu surfen.

Die im Jahr 1984 gegründete Marianne-Strauss-Klinik am Starnberger See vereint Ambulanz, Tagesklinik, Akutklinik und Pflegeheim unter einem dach. Darüber hinaus genießt die Einrichtung als Kompetenzzentrum für Multiple Sklerose einen hervorragenden Ruf. Da viele Patienten in der Marianne-Strauss-Klinik wesentlich länger verbleiben als durchschnittlich in Akutkrankenhäusern (18 bis 20 Tage) und in dieser Zeit nicht den Kontakt zur Außenwelt verlieren sollten, suchte die Verwaltungsdirektorin Dr. Birgit Sälzer nach einem komfortablen Zugang zum World Wide Web und zur E-Mail-Kommunikation direkt am Krankenbett.

Gleichzeitig sollte aber auch das medizinische und therapeutische Personal durch den Zugriff auf die digitale Patientenakte über diese Infrastruktur ihre Kommunikation wesentlich beschleunigen und helfen, Kosten zu sparen. Denn die bisher übliche Methode, bei der täglichen Ärzte-Visite vieles auf einen Zettel zu schreiben und hinterher mühselig in das Klinische Informationssystem zu übertragen, hatte sich längst überlebt. Die dabei nicht zu vermeidenden Wartezeiten für die Patienten – ein immer größer werdendes Problem in Kliniken – sollten mit der neuen Lösung nachhaltig reduziert werden.

Die realisierte Lösung

In Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleistungsunternehmen Computer A&O GmbH in Pöcking, das der Klinik einen 24-Stunden-vor-Ort-Serrvice bietet, führte der Branchenvertrieb Gesundheitswesen der Siemens AG im Marianne-Strauss-Klinikum ein flächendeckendes Wireless Local Area Network (WLAN) mit mobiler Echtzeit-Anbindung an die Datenbanken des Klinischen Informationssystems ein. Die Strahlenbelastung durch die Funktechnologie liegt dabei weit unter den Grenzwerten. Um zu verhindern, dass die Ärzte während der Visite mit ihrem Mini-Computer in ein Funkloch geraten und den Kontakt zum zentralen Server mit den digitalen Patientenakten verlieren, wurde eigens eine neuartige Lösung für Kliniken entwickelt:

Diese Funkanlage mit zentraler Steuer-Intelligenz – dem Siemens HiPath Wireless Controller – sorgt dafür, dass das so genannte „Hand Over“ zwischen den einzelnen Funkzellen reibungslos verläuft. Denn im Unterschied zu herkömmlichen WLAN-Access-Points, wo die Übergabe der Verbindung bei einem Standortwechsel mitunter kurz unterbrochen wird, könnte dies im sensiblen Krankenhausumfeld fatale Folgen haben – etwa, wenn wichtige medizinische Daten verloren gehen.

Nutzen für Ärzte und Patienten

Neben dem drahtlosen Zugang zum Internet direkt am Krankenbett, der den Patienten ihren Aufenthalt in der Klinik erleichtert und zum Beispiel die Verbindung zum Arbeitgeber nicht abreißen lässt, verkürzt die Einführung der neuen Funktechnologie in der Marianne-Strauss-Klinik auch die Wartezeiten für die Patienten. Denn die Ärzte haben bei ihrer Visite jederzeit den schnellen Zugriff auf die digitale Patientenakte mit allen Diagnosen, Anamnesen, (Labor-) Befunden, Anordnungen und Anmerkungen zum Behandlungsfortschritt. „Die Geschwindigkeit des Informationsaustauschs ist mit dieser Technologie um mehr als 30 Prozent gestiegen“, sagt Dr. Birgit Sälzer, Verwaltungsdirektorin der Marianne-Strauss-Klinik. „Dass mit dem Internet-Angebot an die Patienten auch ein positiver finanzieller Nebeneffekt für die Klinik verbunden ist, rundet die getätigte Investition ab. Der Wahlleistungszuschlag kann angehoben werden und verbessert auf diese Weise die Einnahmesituation der Klinik“, fügt Dr. Birgit Sälzer an.

Andreas Voss, MBmedien GmbH